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Was war, was ist, was wird

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 22. November 2014

Bürgermeisterin Gabriele Müller informierte am Buß- und Bettag die Senioren über das Geschehen in der Gemeinde

(Text/Foto: rk) Ein Feuerwerk an Informationen erhielten speziell die älteren Mitbürger am Mittwochnachmittag, 19. November 2014, von der Ersten Bürgermeisterin der Gemeinde Haar Gabriele Müller. Traditionsgemäß präsentierte diese in Wort und Bild den Senioren im Bürgersaal das laufende Jahr. Es kam Kurioses und Erstaunliches, Neues, aber auch Unerfreuliches zur Sprache.

 

 

Haar eine Viel-Nationen-Gemeinde? Viele hätten damit nicht gerechnet. Aber unter den 22.000 Einwohnern Haars wohnen immerhin fast 4.000 Bürgerinnen und Bürger aus 105 verschiedenen Nationen. Diese stattliche Zahl erstaunte dann doch die Anwesenden. Erfreulich sei, dass der Umgang untereinander ein guter wäre, betonte Müller. Sie führte aber auch unerfreuliche Zahlen aus der Gemeindestatistik an: der Anstieg der Hartz-IV-Empfänger, die vielen Senioren darunter. Manche von ihnen sind gar auf Grundsicherung angewiesen. Es folgten kurz weitere statistische Zahlen, bevor die Bürgermeisterin das Jahr chronologisch Revue passieren ließ. Sie stellte mehrfach die Gemeinde unter dem Slogan „Haar zum Anbeißen“ vor. Das zog sich fast wie ein roter Faden durch ihren Vortrag.

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Mit Grafiken, aber auch mit Fotos von schönen Ereignissen, von Jubiläen und Menschen informierte und unterhielt Gabriele Müller, Erste Bürgermeisterin von Haar, die Senioren über das Gemeindeleben 

„Haar zum Anbeißen“ ist ein Konzept, das bei den Senioren Erstaunen hervorrief, weil es viele wohl noch nicht kannten. Gabriele Müller fasst es ihnen nochmals anschaulich zusammen: Bürger werden zum Gemüseanbau auf öffentlichen Flächen anregt. In Haar wird das vornehmlich von den Schulen und Kindergärten wahrgenommen. Geerntet werden kann von jedem, wann und wie oft er will. Kostenlos. Das Staunen, das Ah und Oh war groß.

Gemurmel war zu hören, als die Bürgermeisterin auf die Diskussion um die Bauhöhe in Haar zu sprechen kam. Gabriele Müller rief sie alle nochmals auf, am Sonntag, 23. November, zur Wahl zu gehen. Ausführlich legte sie die Baupolitik der Gemeinde der älteren Bevölkerung dar. Beispielhaft nannte sie die Pfleger-Häuser und am Baugebiet Haar II präsentierte sie exemplarisch, wie Altes und Neues zusammengefügt wird. Die auf dem Gelände stehenden alten schönen Jugendstilhäuser würden saniert und neue Häuser in den Park integriert werden. „Man schaut sich an, was da ist und richtet sich danach“, erläuterte sie den Zuhörern. Wesentliche Merkmale würden übernommen werden.

Kräftig applaudierten die Senioren zu folgendem Ereignis: Dieses Jahr erhielten die Blue Dolphins – eine integrative Musikband in Haar – eine Auszeichnung von der Bundesregierung für besonderes Engagement in der Inklusion. „Darauf können wir wirklich stolz sein“, meinte die Bürgermeisterin. Auch die Schulen in Haar geben ihr Grund zur Freude, wie das Ernst-Mach-Gymnasium, das für sein Umwelt-Engagement geehrte wurde. Oder jetzt aktuell die Ernennung dreier Haarer Schulen – das Ernst-Mach-Gymnasium, die Grundschule am Jagdfeld und die Konrad-Grundschule – zu „Umweltschulen Europas“.

Die Einweihung des Brotbackofens in Ottendichl sprach stellvertretend die erfreulichen und lustigen Ereignisse des Jahres an. „Schee, gell“, sagte Müller zu dieser Idee und viele stimmten ihr zu. Auf die Jahres-Ereignisse wie die Euthanasie-Ausstellung im Rathaus, der Hagel vor 30 Jahren, 140 Jahre Freiwillige Feuerwehr, Eröffnung des Poststadls blickte sie zurück mit vielen eindrucksvollen, nachdenklichen, aber auch lustigen Bildern. Lobend hob sie das soziale Engagement der Ungarn Hilfe, des Haarer Tischs und der Bürgerstiftung Haar hervor. All das erntete viel anerkennenden Applaus. Aber auch die unerfreulichen Ereignisse rund um das Maria-Stadler-Haus ließ Gabriele Müller nicht unerwähnt. „Es wird auf keinem Fall weggeschaut und vertuscht!“ Es käme zu Abmahnungen und es werde Konsequenzen haben.

Ein Highlight, das sicherlich noch vielen Älteren in der Gemeinde nicht bekannt war, leitete die Bürgermeisterin mit einer Quizfrage ein: „Wer weiß, was das ist?“ Keiner meldete sich. Dann die Auflösung: die Flügel eines riesengroßen Windrads waren zu sehen. Mehrere Aufnahmen zeigten das Aufstellen und die Montage des Windrads. In Haar? Viele schauten sich fragend an. Nein, dieses Windrad stehe nicht in Haar, aber die Gemeindewerke Haar haben sich an einem Windpark zwischen Bayreuth und Hof beteiligt, löste Bürgermeisterin Müller das Rätsel auf. Ein ganzes Windrad gehöre nun der Gemeinde. Die Bilanz: Mehr Ökostrom für Haar. Und ganz aktuell: Seit diesem Monat habe die Gemeinde nichts anderes mehr als Ökostrom, es koste sogar weniger. Der Strom werde billiger. „Damit ist den Gemeindewerken Haar ein ganz großer Schritt gelungen.“, resümierte sie sichtlich stolz.

Bürgermeisterin Gabriele Müller ging auch auf die Flüchtlingsfrage ein, auf die Unterbringung der meist aus Afrika Stammenden. Sie erinnerte an die meist vergessenen Bürgerkriege in Afrika. Zusätzliche Unterkünfte für Wohngemeinschaften werden vielleicht noch gebaut werden, das werde sich erst in der nächsten Zeit herausstellen.

Einen weiteren Blick in die Zukunft gewährte die Bürgermeisterin mit der Aussicht, dass die Einnahmen aus den Gewerbesteuern nicht weiter einbrechen würden, es gehe sogar leicht aufwärts. Nächstes Jahr würde die Verkehrspolitik ein Thema sein. So will die Gemeinde für die B304 ein Tempolimit von 50 km/h beantragen. Dennoch mahnte sie zur defensiven Vorsicht auf den Straßen, denn auch ein Tempolimit habe den letzten schweren Unfall mit einem Toten nicht verhindern können.

Der Verkehr ist eines der Themen, das die Senioren interessiert. Das spiegelte sich auch in der Frage eines Bürgers nach der Ampelschaltung an der B304 wider. Die Bürgermeisterin stellte sich dieser und anderen Fragen im Anschluss ihres Vortrags und stand auch für persönliche Gespräche zur Verfügung.

Gabriele Müller setzte damit die Tradition ihres Amtsvorgängers Helmut Dworzak fort. Im sehr gut gefüllten Bürgersaal lauschten die Zuhörer bei Kaffee und Keksen der Bürgermeisterin sehr aufmerksam. Ein erfolgreicher Nachmittag, denn Gabriele Müller verstand es bei ihrer Premiere nicht nur zu informieren, sondern auch zu unterhalten.

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