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Dem Bienensterben entgegen wirken

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 17. Juli 2014

Optik Lachenmaier übernimmt als erstes Unternehmen in Haar eine Buntstreifen-Patenschaft

(Text/Foto: rk) Auf einer kleinen Fläche wachsen Stauden, die eigentlich erst auf den zweiten Blick Aufmerksamkeit erregen: Im Kiesbeet finden sich Schleierkraut, Kartäusernelken, Kugellauch, Thymian, ein Rosengewächs sowie weiß und gelb blühende Königskerzen. Am Donnerstag, 17. Juli 2014, wird das Staudenbeet offiziell gekennzeichnet. Was ist das besondere daran?

Haar blüht auf. Und das ganz aktiv seit 2010. Die Gemeinde Haar unterstützt das Netzwerk Blühende Landschaft und Naturgarten e.V. in ihrem Anliegen mit vielen bepflanzten Flächen gegen das Bienensterben vorzugehen. Inzwischen gibt es 30 Magerwiesen im gesamten Gemeindegebiet und von Haarer Bürgern privat gepflegte Bepflanzungen.

Eine Unternehmens-Patenschaft hat es bisher noch nicht gegeben. Optik Lachenmaier ist also Vorreiter. Zur Aufstellung der Hinweistafel kommen: Barbara Stark, Michael von Ferrari, Tobias Lachenmaier und Bürgermeisterin Gabriele Müller. Er sei direkt von Barbara Stark angesprochen worden, sagt Lachenmaier. Die engagierte Frau vom Netzwerk Blühende Landschaften und Naturgarten e.V. arbeitete dann mit ihm zusammen in Vorgesprächen das Pflanzkonzept aus. Tobias Lachenmaier konnte eigene Wünsche äußern. So kommt die rot blühende Rose in das Staudenbeet. Nur regionale Wildpflanzen werden gepflanzt. Auch die Rose ist eine heimische Wildrosensorte.

Die Pflanzen brauchen weder Pestizide noch Dünger und dazu noch wenig Wasser. Deshalb muss das Team von Tobias Lachenmaier gar nicht jeden Tag gießen. Denn je weniger Wasser sie bekommen, desto mehr bildet sich das Wurzelwerk der Stauden aus. Auch der Untergrund sei ein anderer, erläutert Stark. Sie verwenden keinen Humus, sondern Sand, Kies und sterilen Kompost. Neben der Netzwerkerin unterstützt auch Umweltreferent Michael von Ferrari von der Gemeinde den Paten Lachenmaier.

Bluehpatenschaft Bild 3

Sie weihen die erste Unternehmens-Patenschaft für einen Buntstreifen in Haar ein (v.l.n.r.): Barbara Stark (Netzwerk Blühende Landschaft und Naturgarten e.V.), Michael von Ferrari (Umweltreferent der Gemeinde Haar), Tobias Lachenmaier (Optik Lachenmaier) und Bürgermeisterin Gabriele Müller

In den Vorgesprächen habe er schon sehr viel dazu gelernt, sagt Optiker Lachenmaier und sieht heute manches mit anderen Augen. So auch die Forsythie. Michael von Ferrari greift dieses Beispiel auf: „Forsythien blühen knallig gelb, haben große Blüten, aber bringen der Natur keine Vorteile. Sie produzieren weder Nektar noch Pollen für die Bienen“, klärt der Umweltreferent auf. Als heimische Alternative, die für Bienen wertvoller wäre, nennt er die Kornelkirsche.

Es geht also nicht nur um die Verschönerung des Ortes, sondern ganz bewusst darum, sogenannte Trittsteine für die Bienen zu schaffen. Diese Buntstreifen mit den heimischen Pflanzen blühen dann, wenn es die heimische Wildbiene braucht. Sie lebt nur knapp 6 Wochen! Blumenzüchtungen aus anderen Ländern oder exotische Pflanzen blühten oftmals für diese Bienen zu spät, was Barbara Stark am Beispiel der Kornblume näher ausführt. Um den Bienen mit heimischen Wildpflanzen genügend Nektar und Pollen anzubieten, sollen weitere 9 bis 10 Staudenflächen an der Georg-Eisenreich-Straße entstehen, kündigt Michael von Ferrari an.

Eine Patenschaft lohnt sich auf jeden Fall. Denn, so das Fazit von Tobias Lachenmaier: „Der Aufwand ist nicht groß, das muss man schon sagen. Das Gießen wurde ja verboten! Es macht Spaß und man lernt auch etwas dabei.“

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