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Die letzte Gemeinderatssitzung 2020

Kategorie: Politik Veröffentlicht: 05. Januar 2021

Versöhnliche Worte zum Jahresende
Denkbar knapp mit 15 zu 14 Stimmen, kann die CSU eine sogenannte Normenkontrollklage gegen die Nachbargemeinde Grasbrunn durchsetzen. Das Ergebnis zeigt deutlich die beiden Lager aus CSU/FDP und SPD/Grüne. Der Bebauungsplan für das an Haar angrenzende Gewerbegebiet sei ein Dorn im Auge, so Dietrich Kymer (CSU): „Der Verkehr ist schon jetzt an der Belastungsgrenze, wir müssen die Grasbrunner in die Pflicht nehmen." Peter Siemsen (FDP) unterstützt das Bestreben: „Wenn ich mir anschaue, was da geplant ist, müssen wir als Gemeinde dagegen vorzugehen." Beratungen mit einem Juristen zeigen jedoch nur geringe Erfolgsaussichten. Das Risiko Geld umsonst zu verbrennen sei groß, stellt sich Thomas Fäth (SPD) dagegen: „Ich fürchte, wir werden das Gewerbegebiet nicht verhindern können." Genauso sieht es Mike Seckinger (B 90/Die Grünen): „Grundsätzlich sind wir uns ja einig. Aber dummerweise befindet sich das Gebiet auf Grasbrunner Flur."


Miteinander für ein besseres Klima
Übereinstimmend sprechen sich die Gemeinderäte für den Beitritt zum Klimabündnis aus. Um den symbolischen Akt Taten folgen zu lassen, soll ein Arbeitskreis, in dem sich auch Haarer beteiligen können, Vorgaben zu Verringerung von CO2 erarbeiten. Große Zustimmung gibt es auch zu den Bauplänen auf dem Gelände der Gärtnerei Linner. Neben einigen nachhaltig gebauten „Town Houses", sollen rund 30 Wohnungen mit begrünten Dächern in absehbarer Zeit bezugsfertig sein. Der Bewerbungsprozess Haar zur „Fairtrade" Gemeinde zu machen, steht kurz vor dem Abschluss. „Wir werden auf unseren Sitzungen „Fairtrade" Kaffee und Snacks anbieten", kündigt Bukowski an. Dietrich Keymer hört das mit Freude und meint schmunzelnd: „Das würde helfen bei den langen Sitzungen bis nach Mitternacht." Peter Paul Ganzer (SPD) fragt sich, wie das im Rathaus sei. Bürgermeister Bukowski entgegnet: „Ganz einfach, die Kaffeemaschine steht bei mir."


Ein kleiner Schritt
Es sind der kurze Austausch, der einen besonderen Moment in der letzten Gemeinderatssitzung des Jahres einläutet: „Wir haben viel zu oft die sachliche Ebene verlassen. Der Grund liegt in unserem Zwist, der mit dem Auto begonnen hat", richtet sich Bukowski direkt an Ganzer. „Wir haben auf der Beziehungsebene diskutiert, das war nicht konstruktiv. Ich biete ihnen an, Frieden zu schließen und werde auf den Strafantrag verzichten. Andere Aufgaben benötigen unsere Kraft, daher will ich den ersten Schritt machen und reiche ihnen meine Hand. Ich hoffe und wünsche mir, dass wir einen besseren Start im neuen Jahr hinlegen." Ganzer dankt für die Worte: „Ich nehme ihre Worte zur Kenntnis und vielleicht kommen wir dann ja irgendwann dazu, zusammen ein Bier zu trinken."


Für Sie berichtete Manuela Praxl.

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