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Traditionelles Fischessen der CSU Haar

Kategorie: Politik Veröffentlicht: 10. März 2017

Frauenpower mit Ilse Aigner als Gastrednerin und mit Frau Gscheid aus dem Haarer Rathaus

Der Saal im Bürgerhaus Haar war sehr gut gefüllt, was auch Frau Gscheid gleich auffiel und die provokante Frage entlockte: „Ja werd' ihr denn immer mehrer?" Schließlich kamen am Freitagabend, 3. März 2017, viele Interessierte in den Bürgersaal, um beim politischen Aschermittwoch der CSU Haar der stellvertretenden Ministerpräsidentin zuzuhören.

 

Die bekannte Gastrednerin aus der CSU-Landesspitze erwies sich im Wahljahr 2017 als ebenbürtigen Ersatz für die Haarer Buam. Das Duo Alois Rath und Karl-Heinz Bitzer, die mit ihren Liedern die Jahre zuvor das Gemeindeleben musikalisch aufs Korn genommen hat, trat dieses Jahr nicht auf. Die Unterhaltungsseite bestritten Gerlinde Stießberger alias Frau Gescheid und die Blaskapelle Haar.

Dr. Dietrich Keymer sprach in seiner Begrüßung die 10 Punkte der Ministerin vom Herbst 2016 an, in der sich Ilse Aigner zum Selbstverständnis der CSU geäußert hatte. „Die CSU ist die Partei der klaren Worte", so zitierte der Haarer Ortsvorsitzende die CSU-Politikerin und übernahm den Satz als Leitmotiv des Abends. Martin Schulz, Kanzlerkandidaten der SPD, konnte er durchaus etwas Positives abgewinnen. Es sei mit Schulz wieder spannend geworden, wie es auch in einer lebendigen Demokratie sein sollte.

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Ilse Aigner, stellvertretende Ministerpräsidentin, besuchte die Haarer CSU zu ihrem traditionellen Fischessen am Freitag nach Aschermittwoch: Gerlinde Stießberger, Erwin Weidenbusch, Ilse Aigner, Dr. Dietrich Keymer und Thomas Reichel (v.l.n.r.).

Ilse Aigner bedankte sich zuerst als Vorsitzende des CSU-Bezirks Oberbayern bei allen, die Bekenntnis für die CSU ablegen, Position beziehen und Stellung nehmen. Sie hob die "riesige" Leistung hervor, die viele – nach ihren Worten jeder Dritte in Bayern – im Ehrenamt aufbringe. Damit leitete sie über auf die generell gute Lage des Freistaats. Sie führte das auf die Politik der CSU zurück, die seit 60 Jahren demokratisch legitimiert das Gesicht des Landes geprägt hat. In diesen 60 Jahren habe sich das Bundesland vom Empfängerland, vom Armenhaus der Bundesrepublik zum größten Geldgeber im Länderfinanzausgleich entwickelt. Es stiegen die Beliebtheit und der Zuzug nach Bayern, was gleichzeitig große Herausforderungen gerade für die Metropolregion München mit sich bringen würde.

Als bayerische Wirtschaftsministerin sehe sie ihre Aufgabe darin, das Erarbeitete nicht nur fortzusetzen, sondern gar noch zu verbessern. Die Interessen Bayerns verfolge sie auf allen Ebenen. Das wäre durchaus nicht verwerflich, wie sie in Anlehnung an Trumps „America First" feststellte, denn: „Schaden vom Volk abzuwenden und seinen Nutzen zu mehren, darauf habe ich geschworen als Bundesministerin und bayerische Ministerin." Das gelte genauso für ihre Energiepolitik. Sie unterstrich ihre Solidarität mit den Landwirten als ehemalige Bundes-Landwirtschaftsministerin und hob ihren Einsatz in der Wirtschaft hervor. "Die Seele unseres Landes" und als tragende Säule bezeichnete sie den Mittelstand. Als politische Errungenschaften benannte sie die Erbschaftssteuer und Vermögenssteuer.

Seit 12 Jahren schreibe Bayern einen ausgeglichenen Haushalt und zahle – als einziges Land – noch Schulden zurück. Das sei ein Sieg für ihn, für Ernst Weidenbusch. Der stellvertretende Landrat saß im Publikum. Sie lobte seine Haushaltspolitik, denn nur eine vernünftige Wirtschafts- und Haushaltspolitik ermögliche indirekt eine vernünftige Sozialpolitik. Die Erfolge seien in der Rentenpolitik sowie in der Bildungspolitik zu verzeichnen. Aber sie sprach auch den Fachkräftemangel an, dem sie einen Imagewandel zugunsten der Handwerksberufe, der Meister-Berufe entgegensetzt. So gewähre Bayern als einziges Bundesland einen Meister-Bonus als wichtiges Zeichen dafür.

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Ilse Aigner, Gastrednerin beim traditionellen Fischessen des CSU Ortsverbands am Freitag, den 3. März 2017, im Gespräch mit Andreas Rieder, Gemeinderat der CSU Haar.

Ebenso zählte Ilse Aigner zur Sozialpolitik die Tatsache, in einem Land sicher leben zu können, denn Sicherheit sei eine Frage der sozialen Gerechtigkeit. Die CSU-Politikerin betonte die Wertschätzung der Polizei in Bayern und lobte die humanitäre Leistung der Bürger. Sie betonte, dass Integration absolut nötig wäre. Und der Freistaat könne das, was die folgende Zahl zeige: Jeder 4. in diesem Bundesland habe einen Migrationshintergrund. Integration verlange jedoch Sprache, Identitätswahrung der Bundesrepublik mit all seinen Freiheiten in Religion, Meinungsäußerung und in der Justiz. Das müsse eingefordert werden.

Sie appellierte an die Zuhörer, dass es am 24. September um eine Richtungsentscheidung gehe und ihr Ziel sei es, für die CSU zu kämpfen, und rief die Anwesenden zur Unterstützung der Kandidaten auf.

Für ihre Rede erntete sie viel Applaus und Dr. Dietrich Keymer, Ortsvorsitzender der CSU Haar, dankte ihr für diese politische Standortbestimmung.

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Gerlinde Stießberger in der Rolle der Rathaus-Putzfrau Frau Gscheid trug zum heiteren Teil des traditionellen Fischessens des CSU Ortsverbands Haar am Freitag, den 3. März 2017, im Haarer Bürgersaal bei.

Für den launigen Abschluss des Fischessens der Haarer CSU sorgte Frau Gscheid. Die Putzfrau aus dem Rathaus, gespielt von Gerlinde Stießberger, sorgte mal wieder für einen humoristischen Blick auf das Leben in der Gemeinde und verschonte selbst die eigenen Parteifreunde nicht. „Was wäre die CSU ohne die Frauen", fragte sie in Richtung Ilse Aigner.

Dann wandte sie sich den lokalen Gegebenheiten zu. Sie sprach den sozialen Wohnungsbau der Gemeinde an, den Schulcampus, die Container für die Kinder und verglich das langwierige Verfahren mancher Gemeinderatsentscheidung mit dem Wiederkäuen der Kühe: grob zerkauen, schlucken, würgen, Vorgekautes zerkauen und dann erst schlucken und verdauen. Das Resümee der Putzfrau: „Ja, wenn es so schwer zu verdauen ist, dann dauert's halt a bisserl."

Sie forderte die CSU Haar auf, am Ball zu bleiben und befürwortete eine nächste Straßenaktion. „Dann müsst ihr in die Gänge kommen und halt mal wieder auf die Straße gehen." Nachdem sie die Themen wie BMW-Ansiedlung, Bahnhofs-Rangelei, Gemeinde-Zeitung, Seniorenfahrdienst und Haarer Zehner gestreift hatte, ging sie wieder versöhnlich auf die eigene Partei zu. „Ihr seid im Umgang mit den Steuergeldern nicht ganz so sozial wie die SPD, aber dafür am Menschen." Das freute die Anwesenden und dankte es ihr mit gebührendem Beifall.

Für Sie berichtete Reinhild Karasek.

Fotos: Petra Schönberger

 

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