lesen-sie-auch-andere-ortszeitungen Oberdinger Kurier Logo echinger-echo neufahrner-echo herrschinger-spiegel mooskurier

Neujahrsempfang der CSU Haar

Kategorie: Politik Veröffentlicht: 18. Januar 2017

Politiker aus Bund und Landkreis fordern Sicherheit und Verantwortung der Gemeinschaft

Traditionell lud die Haarer CSU am 8. Januar 2017 nachmittags zum Neujahrsempfang ein. Im Bürgersaal erörterten die CSU-Politiker, der Bundestagsabgeordnete Florian Hahn und stellvertretende Landrat Ernst Weidenbusch sowie als besonderen Gast auch Landrat Christoph Göbel, in ihren Reden die Sorgen der Bevölkerung.

 

 

In seiner Begrüßungsansprache verwehrte sich der Ortsvorsitzende aus Haar, Dr. Dietrich Keymer, gleich anfangs gegen den Vorwurf des Populismus hinsichtlich der Sicherheitsfrage, wie er der CSU gemacht worden war. Er interpretierte hingegen das Wort im positiven Sinn als Herrschaft des Volkes für und durch das Volk und appellierte an die Zuhörer, gemeinsam die Anstrengung von Wirtschaft und Gesellschaft für unsere Demokratie zu unterstützen.

 

Florian Hahn, Bundestagsabgeordneter der CSU, bedankte sich unter großem Applaus zu Beginn bei all den Ehrenamtlichen für ihr Engagement für die Flüchtlinge, sodass in Bayern wie im Landkreis alle untergebracht werden konnten, was auch international großen Respekt hervorgerufen hätte. Doch auch Deutschland habe der Terror mittlerweile "voll" erwischt. Die Partei-Position verteidigte er wie sein Vorredner gegen den Vorwurf des Populismus, indem er sich inhaltlich dagegen aussprach. Im Hinblick auf den Attentäter Amri in Berlin sagte er: „Unsere Sorgen haben sich bewahrheitet und jetzt muss konsequent gehandelt werden." Er forderte mehr Europa sowie mehr Sicherheit ein, wofür er viel Applaus erhielt.

Abschließend erzählte er eine Anekdote, die verdeutlichte, wie schwierig es als Politiker in „postfaktischen" Zeiten ist, auf Unterstellungen und Unwahrheiten zu reagieren. Der Bundestagsabgeordnete warf damit die Frage nach dem Umgang mit der Wahrheit auf. Er appellierte, in der Presse Berichte mit Fakten zu unterscheiden von denen mit Kommentierungen. Florian Hahn: „Wir müssen Lösungen präsentieren als Antwort gegen Populismus und die Resilienz stärken."

Dem Stichwort „postfaktisch" schloss sich Ernst Weidenbusch mit der Erläuterung des Wortes „post-truth" an, für das er die Silvester-Ereignisse in Köln heranzog. Vor allem auch die klassischen Medien hätten der Wahrheit zuwider gehandelt. Dem Vorwurf der Lügenpresse sei so nicht entgegenzutreten. „Da schreit der Brandstifter ganz laut nach der Feuerwehr", so Ernst Weidenbusch. Im Umgang mit der Presse zeigte er wiederum Verständnis für den designierten amerikanischen Präsidenten, der über Twitter kommuniziere. „Da kann man nichts fälschen, weglassen oder dazu interpretieren."
Weidenbusch nahm unter anderem Position gegen die Koalition mit einer Partei ein, welche ihre Fehler von 2016 nicht eingestehen wolle und forderte eine kontrollierte Zuwanderung. Er hob die Arbeit der bayerischen Polizei hervor, die für die Sicherheit so gut sorgten, dass sich die Menschen hier auch geborgen fühlten und zitiert eine Aussage gegenüber der FAZ: „Das ist Bayern, da fühle ich mich sicher!"

Christoph Göbel warb als Erstes angesichts der Bundestagswahl 2017 bei den Zuhörern für Florian Hahn. Er begründete dies mit der Außen- und Sicherheitspolitik – Florian Hahn arbeitet in den entsprechenden Bundes-Ausschüssen in Berlin –, die wichtiger denn je wäre.

Im Anschluss ging auf seine Politik im Landkreis ein und veranschaulichte nochmals seinen dezentralen Weg in der Frage der Flüchtlingsunterbringung, der ein normales Lebensumfeld fördere. In diesem Jahr folge die Integration der Logistik der Unterbringung im letzten Jahr. Er kam auf den Wohnungs- und Verkehrsausbau im Landkreis zu sprechen und forderte den Schulbau für den notwendigen Nachwuchs an Fachkräften ein. Speziell hinsichtlich des Schulcampus richtete er sich direkt an die Anwesenden: „Wir werden drängen müssen, dass hier dringend etwas passiert." Er wiederholte, dass die finanzielle Belastung nur „ein paar wenige Euro" ausmachen würde, und führte mahnend an, dass auch andere Gemeinden Interesse am Schulcampus hätten.

Auf die allgemeine Stimmungslage in der Gesellschaft, die eng mit der Sicherheitsfrage gekoppelt ist, verdeutlichte er am Beispiel der Vereine, wie sich die Zeiten ändern: weg vom Gemeinschaftssinn hin zu immer mehr Individualismus. Das sei ebenso in der Politik. Doch mit der Individualisierung trete eine Verunsicherung ein, die, gepaart mit Veränderungen, zu Angst führe. Er plädierte nochmals für Sicherheit und Verantwortung gegen die Angst in der Bevölkerung und appellierte an die persönliche Verantwortung, die jeder Mensch trage. „Freiheit heißt wir", so brachte er es abschließend auf den Nenner und meinte, dass man nur gemeinschaftlich dieser Verantwortung gerecht werden könnte.

Im Anschluss ehrte der Ortsverein traditionsgemäß langjährige verdiente CSU-Mitglieder.

Für Sie berichtete Reinhild Karasek.

Neujahrsempfang der CSU bild1

Die CSU-Politiker aus Haar mit den geladenen Rednern des Neujahrsempfangs (v.l.n.r.): Thomas Reichel (3. Bürgermeister der Gemeinde), Christoph Göbel (Landrat), Ernst Weidenbusch (stellvertretender Landrat), Dr. Dietrich Keymer (Ortsvorsitzender der CSU Haar und Fraktionsvorsitzender) und Florian Hahn (Bundestagsabgeordneter).

Neujahrsempfang der CSU bild2

 

Das wichtigste sind die Gespräche mit den Mitgliedern vor Ort, die Gespräche mit der Basis - die CSU Politiker trafen sich zum Neujahrsempfang der CSU Haar im Bürgersaal am Sonntagnachmittag.

Neujahrsempfang der CSU bild3

Aufmerksame Zuhörer beim Neujahrsempfang des Ortsvereins der CSU Haar.

Neujahrsempfang der CSU bild5

Politiker ehren die langjährigen Mitglieder des Ortsverbands der CSU Haar (v.l.n.r.): Ernst Weidenbusch (stellvertretender Landrat), Peter Gröger (10 Jahre Mitgliedschaft), Dr. Dietrich Keymer (Ortsvorsitzender der CSU Haar), Sabine Reske (10 Jahre Mitgliedschaft),  Christoph Göbel (Landrat), Karl Vincenti (20 Jahre Mitgliedschaft) und Florian Hahn (Bundestagsabgeordneter).

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok