lesen-sie-auch-andere-ortszeitungen Oberdinger Kurier Logo echinger-echo neufahrner-echo herrschinger-spiegel mooskurier

Kaum Fragen, aber viele Infos

Kategorie: Politik Veröffentlicht: 22. Dezember 2016

Harmonische Bürgerversammlung zum Jahresende

Die Bürgerversammlung im Bürgerhaus der Gemeinde am 7. Dezember 2016 war sehr gut besucht. Im Vorfeld konnten sich Interessenten im Foyer über einige Initiativen, Organisationen und Bauvorhaben an den aufgebauten Ständen selbst informieren, sich selbst ein Bild machen.

So stellte beispielsweise attocube systems, das Nanotechnologie-Unternehmen, das nach Haar kommt, ihr Bauvorhaben mit einem Modell vor. Das S-förmige Gebäude erregte Aufmerksamkeit. So mancher war denn auch wirklich erstaunt, wie viel Gebäude doch auf dem als klein wahrgenommenen Grundstück Platz hat.

Der Haarer Zehner, der dieses Jahr neu eingeführt worden war, präsentierte sich ebenfalls mit einem eigenen Stand. „Er ist ein voller Erfolg", wie Anja Rüffer vom Bürgerbüro zu berichten wusste. Er ist bereits ausverkauft und muss nun nachgedruckt werden. Immer mehr Geschäftsleute würden sich dafür interessieren, als Weihnachtsgeschenk wäre er sehr gefragt. Auch Traudl Vater wollte den Haarer Zehner aus Spenden an den Haarer Tisch einigen Senioren mit in die Weihnachtstüte legen. Dass der Zehner gut ankommt, bestätigte Bürgermeisterin Gabriele Müller später auch im Bürgersaal in ihrem Vortrag. Die Erstauflage des Zehners lag, wie sie ausführte, bei 1.000 Stück.

An weiteren Ständen informierten wie gewohnt unter anderem die Bürgerstiftung Haar, die Polizei, die Gemeindeverwaltung sowie das Gemeindearchiv, das Umweltreferat oder auch der Sportpark.

Die Bürgerinformationen im voll besetzten Bürgersaal begann dieses Jahr Ernst Weidenbusch als Stellvertreter des Landrats. Er berichtete über den Landkreis, der als Zukunftslandkreis Nr. 1 in Bayern vor Fragen der Infrastruktur und des Wohnungsmarktes steht. Er plädierte für kreative Ideen, um all die Herausforderungen hinsichtlich des Mangels an sozialgebundenem Wohnraum und Fachkräften zu meistern. Fachkräftemangel und Bildung gehen Hand in Hand. Weidenbusch betonte: „Wir brauchen Bildung!" Die hohe Verkehrsbelastung des Landkreises sei der Tatsache geschuldet, dass der Landkreis als „Einpendler-Landkreis" gelte. Auch hier forderte der stellvertretende Landrat »kreative Ideen ohne Denkverbote«.

buergerversammlung bild1

Bürgermeisterin Gabriele Müller informierte im voll besetzten Bürgersaal zur Bürgerversammlung am 7. Dezember die Einwohner der Gemeinde

„Die Entscheidung ist noch nicht gefallen", damit eröffnete Gabriele Müller ihre Rede am 7. Dezember, da es zu diesem Zeitpunkt noch nicht feststand, ob sich BMW für die Gemeinde als Standort des neuen Forschungs- und Entwicklungszentrums entscheiden würde. Egal, wie die Wahl des Autoherstellers ausfallen würde, so die Bürgermeisterin, die Gemeinde hätte sich als attraktiven Ort mit funktionierender Verwaltung präsentiert. Sie leitete zum anderen Unternehmen über, deren Votum bereits für Haar gefallen war: attocube systems. Sie erläuterte und die Lage des neuen Firmensitz und das S-förmige Baumodell mit seinen architektonischen Raffinessen näher.

Im Hinblick auf die Finanzen konnte die Bürgermeisterin Positives berichten, denn es sei ein langsamer, aber stetiger Zuwachs der Einnahmen durch Grund- und Einkommensteuer zu verzeichnen. Investiert werden diese Einkünfte in Bauvorhaben.

Der Straßenbau werde 2017 jedoch ruhen, teilte die Bürgermeisterin mit. Aufgrund der Straßenausbaubeitragssatzung müsste die Gemeinde die Anwohner am Straßenbau finanziell beteiligen. Dass dies bisher nicht der Fall gewesen wäre, läge daran, dass die Kommune das Wörtchen „Soll" in der Satzung als „Kann" ausgelegt hätte, jetzt aber ein „Muss" daraus geworden sei. Die Verwaltung lote allerdings noch die Möglichkeiten aus, die Anwohner davor zu bewahren, so Müller.

Gebaut werden hingegen neue Krippenplätze, neue Schulen und Wohnungen. Eine eigene Wohnungsbaugesellschaft, das Kommunalunternehmen Wohnungsbau Haar (KWH), soll dazu beitragen, dass die Gemeinde unternehmerisch gesehen freier handeln kann, als die Verwaltung es vermag. Damit will Bürgermeisterin Müller den sozialen Wohnungsbau auf eigene stabile Füße stellen, wie es beispielsweise die österreichische Hauptstadt Wien praktiziert. Denn die Bevölkerung Haars wächst weiter. Derzeit leben 21.000 Menschen im Ort und wenn man diejenigen mit 2. Wohnsitz dazu zählt, sind es fast 23.000. Gemäß der kommunalen Statistik sind davon weniger als 4.700 Einwohner aus dem Ausland, genauer gesagt aus 114 Nationen.

Abschließend stellte die Bürgermeisterin noch zwei Neuheiten vor. Die Initiative: „Zeit für Zuwendung" wird von der Bürgerstiftung Haar und dem Maria-Stadler-Haus getragen. Das Projekt beinhaltet die Zusatzausbildung von Pflegekräften in palliativer Pflege, der sogenannten „Palliative Care". Auch MSD hatte sich dieses Jahr bereits mit 50.000 Dollar daran engagiert. Ein neues Fest wird es 2017 geben. Das Kulturfestival „Zamma" kommt nach Haar. Bereits über 60 Ideen – von der musikalischen Gestaltung bis hin zum Vorschlag ein „weißes Dinner" in der Bahnhofstraße – seien, so berichtete die Bürgermeisterin, eingegangen. Und auch mit einer Einladung zu einem Fest schloss Gabriele Müller ihre Rede: Die Einladung zur gemeindlichen Silvesterfeier.

Karl Heinz Schilling, Leiter der Polizeiinspektion, gab noch einen Einblick in die Kriminalitätsstatistik des Landkreises und machte auf eine neue Betrugsmasche aufmerksam: Anrufer geben sich als Polizei aus und entlocken dem Angerufenen persönliche Daten wie beispielsweise die Bankverbindung. Sie verwenden betrügerisch die Notrufnummern der Polizei, die 110 oder 1210. Schilling wies jedoch darauf hin, dass dies Eingangsnummern sind, die von der Polizei selbst nie für Anrufe verwendet werden.

Die anschließende Fragerunde kam nur sehr zögerlich in Gang. Die Fragen bezogen sich auf eine bessere Straßenbeleuchtung oder auf den Kerzenverkauf auf dem Christkindlmarkt. Die Bürgermeisterin bestätigte, dass die Mauerhöhe der Tierklinik dem Schutz der Bevölkerung diene. Die Frage nach den nicht ordnungsgemäß abgestellten osteuropäischen Fahrzeugen griff Polizeiinspektionsleiter Schilling auf. Es sei ihnen gelungen, trotz schwieriger Halterklärung, die Fahrzeuge zu entfernen. Falls das wieder vorkomme, solle man sich bei der Polizeiinspektion melden.

Für Sie berichtete Reinhild Karasek.

buergerversammlung bild3

attocube systems, das Nanotechnologie-Unternehmen, stellte im Rahmen der Bürgerversammlung seinen neuen Firmensitz in Haar der Öffentlichkeit vor; 2.v.l.: Karin Höfling, Manager human Resources von attocube systems AG

buergerversammlung bild4

Die Bürgerstiftung Haar engagiert sich immer wieder mit neuen Projekten für die Einwohner Haars, ob alt oder jung; im Bild: Vorsitzender Jürgen Partenheimer, rechts, und Alfred Feicht, sein Stellvertreter, vorne 

 

buergerversammlung bild5

Sich informieren, miteinander reden – das ist das Wesentliche der Informationsbörse mit Ständen im Foyer des Bürgerhauses, die alljährlich zur Bürgerversammlung stattfindet

buergerversammlung bild6

Stolz präsentierte Kirsten Stahmann Exponate des Gemeindearchivs auf der Informationsbörse im Foyer des Bürgerhauses am 7. Dezember zur Bürgerversammlung

 

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok