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Bürgerinformationsabend zum geplanten BMW-Standort

Kategorie: Politik Veröffentlicht: 03. Dezember 2016

Die größte Sorge der Bürger betrifft das Verkehrsaufkommen und den Lärm

Bürgermeisterin Gabriele Müller und Sebastian Kuhlen, Leiter Standort- und Projektentwicklung bei der DIBAG, hatten am Donnerstag, 24. November 2016 zu einer Informationsveranstaltung eingeladen, um die Haarer Bürger über das geplante Vorhaben an der Finckwiese zu informieren.

 

 

Die Veranstaltung war sehr gut besucht. Generell kamen keine Bedenken gegen die Bebauung der Finckwiese an sich zur Sprache, doch es wurde deutlich, was die Bürger umtrieb.

Insgesamt stehen die Chancen für den Standort nicht schlecht. Die Gemeinde geht davon aus, dass es noch einen Mitbewerber gibt. Nachdem Bürgermeisterin Müller und Projektleiter Kuhlen von der DIBAG die wesentlichen Fakten inklusive der Baupläne den Anwesenden vorgestellt hatten, luden Sie die Haarer Bürger ein, ihre Fragen zu stellen.

Die DIBAG besitzt das Grundstück und würde ausschließlich für den Bau eines BMW Forschungs- und Entwicklungszentrums für autonomes Fahren an die BMW AG vermieten. Bedenken in dieser Hinsicht, dass damit anderes Gewerbe auf der Finckwiese angesiedelt werden könnte, zerschlugen Gemeinde wie Grundstückseigentümer im Ansatz. Mit der Ausweisung als Sondergebiet Forschung und Entwicklung im Flächennutzungsplan ist dem Sorge getragen worden. Damit konnte aber auch gleichzeitig die Frage nach den Gewerbesteuereinnahmen beantwortet werden. Denn nicht das Forschungszentrum selbst tritt als Mieter in Erscheinung, sondern die BMW AG, die entsprechend gewerbesteuerpflichtig sein wird.

Buergerinfo BMW bild 2

Bürgermeisterin Gabriele Müller und Sebastian Kuhlen stellten sich am Donnerstagabend, 24. November 2016, am Informationsabend im Bürgersaal der Gemeinde den Fragen der Haarer Bürger 

Die Verkehrssituation ist aufgenommen, Verkehrszählungen werden vorgenommen. Doch genau das ist für viele der springende Punkt. Bei einem Autohersteller könne man davon ausgehen, dass die 2.000 Mitarbeiter autoaffin seien und mit ihrem Auto zur Arbeit fahren. Es ist allerdings nur eine Zufahrt zum Forschungs- und Entwicklungszentrum von der Wasserburger Landstraße her vorgesehen. Die Breite der Straße, in deren Mitte derzeit ein Grünstreifen verläuft, soll nicht verändert werden. Der Grünstreifen soll von der Autobahn und von ortsauswärtskommend als Linksabbieger umgewandelt werden und eine Ampel den Linksabbiegerverkehr steuern.

Das scheint den meisten Anwesenden nicht ausreichend, denn bereits heute gibt es morgens einen Rückstau, da das Verkehrsaufkommen so hoch ist. Kuhlen versicherte, dass ihnen die Problematik bewusst sei, sie ein Gutachten in Arbeit hätten und eine Lösung noch erarbeitet werden solle. Jedoch verdeutlichten Aussagen wie "Der Verkehr wird eine Katastrophe!" oder "Es wird heute schon von Tag zu Tag schlimmer!", dass die Skepsis der betroffenen Anwohner an diesem Abend nicht aus der Welt geschaffen werden konnte.

Die Kreuzung der beiden Bundesstraßen wurde ebenfalls als Problemzone wahrgenommen sowie die kleine Forsthausstraße, die westlich am geplanten Standort vorbeiführt. Es werden Wildparker in der engen Straße zu den dortigen Einfamilienhäusern befürchtet. Aber auch eine Minderung der Wohnqualität allein durch die Bauhöhe der Bürogebäude, des Parkhauses und der Werkstatt. Und falls im dritten Bebauungsabschnitt dort auf dem südlichen Gelände Wohnungen entstehen sollten, wie würde es dann aussehen? Das Lärmthema war ebenso nicht von der Hand zu weisen.

Buergerinfo BMW bild 1

Sebastian Kuhlen räumte ein, dass die Lage in der Forsthausstraße im Detail noch nicht näher untersucht worden wäre und er die Situation in diesem Fall auch zu wenig kenne. Zudem nahm er die Anregung mit, im nächsten Schritt, wenn Haar den Zuschlag bekäme, eine 3D-Darstellung vorzubereiten.

Auf die Frage, welche Vorteile der Mieter BMW AG mit dem Forschungs- und Entwicklungszentrum denn für die Gemeinde außer des Imagegewinns habe, war sich die Bürgermeisterin sehr sicher: Haar könne sich finanziell erholen, sich breiter aufstellen. Die Gewerbesteuereinnahmen kämen letztendlich der Infrastruktur zugute und die Finanzkraft der Gemeinde könne auf ein gutes, stabiles Niveau angehoben werden. "Das ist ein Schritt dazu! Und ich werde alles tun, dass wir es bekommen." Dafür erntete sie an diesem Abend von allen Seiten großen Applaus.

Für Sie berichtete Reinhild Karasek.

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