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Informationsabend der CSU zum Schulcampus

Kategorie: Politik Veröffentlicht: 16. März 2016

Zahlreich kamen die Interessierten zur Ortsteilversammlung der CSU am 10. März 2016 ins Kleine Theater Haar. Als Themen waren Schulcampus sowie der Bahnhof angekündigt worden. Über die Parteigrenzen hinweg nahmen interessierte Bürger, Gemeinderäte und Lokalpolitiker am Diskussionsabend teil. Es versprach ein spannender Abend zu werden.

 

Und die Diskussionen waren lebhaft. Dr. Dietrich Keymer, Ortsvorsitzender und Fraktionsvorsitzender der CSU, erörterte einleitend, weshalb die CSU eine Unterschriftenaktion initiiert habe. „Uns ist diese Frage so wichtig, dass wir gesagt haben, hier gehen wir auf die Bürgerschaft zu und bitten schlicht um Meinungsäußerung. Meinungsäußerung durch Unterschriften. Das ist unser Anliegen!“

Eglfing CSU bild 5

 

Ortsvorsitzender und Fraktionsvorsitzender der Haarer CSU, Dr. Dietrich Keymer, freute sich über den Zuspruch, den die Einladung zur Bürgerinformation am Donnerstag, 10. März 2016, gefunden hatte

Thomas Reichel, 3. Bürgermeister, führte mit Informationen zu den möglichen Grundstücken, zum Bedarf und zur finanziellen Frage bzw. zu den Kosten zur Diskussion hin. Dem Einwand, in Riem sei ebenfalls eine Realschule in Planung, entgegnete Reichel, auch mit dem Gymnasium in Trudering sei der Zuspruch zum EMG ungebrochen. Er vertrat die Meinung, dass in den Grundstücksverhandlungen ein Entgegenkommen der Eigentümer eher zu erreichen wäre, wenn die Gemeinde sich klar für einen Schulcampus positionieren würde. Gleichzeitig betonte er die Synergieeffekte eines Schulcampus und verwies darauf, dass sich die Stadt München und der Landkreis Ebersberg beteiligen könnten.

Im Anschluss entstand ein sehr kontroverser Disput, währenddessen SPD-Gemeinderatsmitglieder vorzeitig gingen. Professor Alfons Meindl (SPD) verwahrte sich gegen die Annahme, es fänden zwischen der Bürgermeisterin mit den Entscheidern keine Gespräche statt. Cherin Sakkal (SPD) sah vor allem die finanziellen Verhandlungen mit dem Landratsamt durch das Vorgehen der CSU eingeschränkt. Ernst Weidenbusch (CSU), der am Abend in seiner Funktion als stellvertretender Landrat zugegen war, stellte dazu jedoch klar, dass eine Verhandlungsposition nicht vorläge, da es Richtlinien gäbe, an die sich die Gemeinde Haar zu halten habe.

Eifrig diskutiert wurde was wer wann zur Realschule und dann zur BOS/FOS beschlossen hätte und Meindl (SPD) sagte noch: „Ich möchte weg, von dieser unsäglichen parteipolitischen Diskussion.“ Parteipolitisch würden sie sich doch nur in der Betrachtung der Dringlichkeit unterscheiden, die – seiner Meinung nach – jedoch erst nach der Entscheidung der Sachthemen wie Grundstück und Finanzierung zu klären wäre. Auch Alois Rath (CSU) forderte die Gemeinderatskollegen auf, am gleichen Strang zu ziehen.

Ernst Weidenbusch (CSU) ergriff schließlich im Namen des Landrats das Wort und drückte die Verwunderung des Landratsamts aus, dass einerseits die Kreis-SPD den CSU-Landrat angreife, er tue nichts, und die Orts-CSU die SPD-Bürgermeisterin. Er stellte fest, Bürgermeisterin und Landrat seien sich einig, dass das Grundstück in Gronsdorf sich als ideale Lösung anbieten würde. Die Kosten bezifferte er für die Realschule mit Bezug Taufkirchen auf 22 Millionen Euro. Abzüglich der Landratsamtszuschüsse und der FAG-Fördermittel läge bei einer Worst-Case-Betrachtung der Anteil der Gemeinde bei knapp 11,5 Millionen. Worst-Case wäre, dass kein kommunaler Nachbar noch etwas dazu beisteuern würde. Er ging nochmals darauf ein, wie sich der Bedarf an Schulen durch den Neuzuzug von jungen Familien seit 2013 verändert habe. Er warf sogar die Frage auf, ob nicht am Standort Gronsdorf eine Grundschule in den Campus-Standort mitaufgenommen werden könnte. Vorausblickend beschloss er seinen Beitrag mit den Worten: „Ich wollte nur informieren, wie der Stand ist.“ Und weiter: „Wir (Landrat Göbel und Weidenbusch, A.d.R.) haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, ob wir das sagen oder nicht. Aber die Grenze war überschritten, deshalb habe ich das heute Abend richtiggestellt.“ Er rechtfertigte das Vorgehen, denn auch das Landratsamt müsse sich entschieden gegen Verleumdungen wehren, nichts zu tun.

Peter Schießl (SPD) bemängelte an Weidenbuschs Ausführungen, dass Bürgermeisterin Müller bis zum Abend diese Zahlen von Landrat Göbel noch nicht schriftlich bestätigt bekommen habe.

Es rumorte im Saal als Professor Meindl (SPD) die Notwendigkeit einer Realschule in Haar neben Vaterstetten und dem städtischen Angebot infrage stellte. Auch Cherin Sakkal (SPD) warf ein: „Aber wir haben doch bereits eine Realschule!“ Ihm entgegnete eine Mutter, deren Tochter auf die Realschule in Aschheim geht. „Jedes Haarer Kind würde sich 5 Stunden in der Woche sparen!“ Die Schule in Vaterstetten mit 1.200 Schülern ist ihr wie auch einer anderen Mutter zweier Töchter zu groß. „Ich hätte mir sehnlichst gewünscht, in Haar eine Realschule zu haben“, pflichtete diese ihrer Vorrednerin bei. Dass die Realschul-Situation unbefriedigend ist, prangerte auch Karl-Heinz Bitzer (CSU) aus eigener Erfahrung an. Seine Tochter wäre vor drei Jahren in Vaterstetten weggeschickt worden, mit dem Argument „Überfüllung“.

Michael Bernhard (CSU) als Mitarbeiter eines Technologieunternehmens und Betriebsrat unterstrich die Notwendigkeit eines Schulcampus für den Konzern, für die Mitarbeiter und für das Umfeld der Familien. „Wenn Haar für die Zukunft gerüstet sein will, dann brauchen wir diese Schulen.“ Im Umkehrschluss würde sich ja dann auch vielleicht mehr Gewerbe ansiedeln, folgerte daraus eine Diskussions-Teilnehmerin.

„Die ganze Diskussion, das Parteiengeplänkel hat mich gestört. Die Informationen waren gut“, resümierte ein interessierter Zuhörer zum Schluss.

Für Sie berichtete Reinhild Karasek.

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