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Die Realschule in der Diskussion

Kategorie: Politik Veröffentlicht: 07. März 2016

Pressekonferenz der Bürgermeisterin Gabriele Müller

In einer Pressekonferenz, die die Erste Bürgermeisterin der Gemeinde am 2. März 2016 im Rathaus einberufen hatte, legte sie den Stand der Dinge zu verschiedenen gemeindlichen Projekten dar. Aufgrund der ins Leben gerufenen Unterschriftenaktion der CSU stand der Themenkomplex Realschule mit BOS/FOS im Vordergrund.

Gabriele Müller, Erste Bürgermeisterin der Gemeinde, wehrte sich jedoch entschieden gegen die Vorwürfe der CSU, sie würde nichts für die Realschule mit BOS/FOS tun. Es fänden ständig Gespräche statt, es sei ein Arbeitskreis Schule eingerichtet worden, weshalb sie den Sinn der Unterschriftenaktion nicht sehe, gab sie zu bedenken. Sie erklärte, dass die Unterschriften nichts bewirken könnten, da würde den Bürgern Haars etwas vorgespielt werden. „Kann ich diese Unterschriften überhaupt annehmen?", fragte sie sich, denn sie, Gabriele Müller, könne gar nichts tun. „Es ist Augenwischerei", meinte sie.

Richtig vonseiten der CSU sei hingegen die Feststellung, dass weder ein Standort noch ein Finanzierungskonzept vorlägen. Das gab sie unumwunden zu. Dem Ruf nach einem „Runden Tisch" entgegnete sie, dass es diesen bereits gäbe. Es säßen drei Personen am Tisch: vom Landkreis Christoph Göbel als Landrat, vom Bezirk Oberbayern – als maßgeblicher Grundstücksbesitzer in der Gemeinde – der Bezirkstagspräsident Josef Mederer und von der Gemeinde sie, die Erste Bürgermeisterin. „Diese drei Personen müssen miteinander ringen und vertreten die Körperschaften, die das Projekt auf den Weg bringen", so Gabriele Müller auf der Pressekonferenz.

Gern sähe es die Bürgermeisterin, wenn die Realisierung der Realschule zeitlich nach hinten verschoben werden könnte. Denn eine BOS/FOS in Gronsdorf könnte nach einem Verkehrsgutachten des Landratsamts, den Weg für eine Tangente freimachen, und damit auch für eine Realschule. Diesen Standort würde sie befürworten und den Vorschlag, hat sie gerade dem Landrat unterbreitet.

Gabriele Müller betonte, dass die Zusammenarbeit und die Verhandlungen mit Landrat Göbel gut liefen, er unterstütze sie sehr. Trotzdem rechnet die Bürgermeisterin allein mit 45 Millionen Euro für die Realschule, für den Bau mit Mensa und Erstausstattung, ohne Grundstück. Ganz anders die CSU. Christoph Göbel schlug vor, mit einer BOS/FOS würden sich die Grundstückskosten eventuell auf die BOS/FOS übertragen lassen, vielleicht auch noch andere Kostenstellen. „Das klingt sehr gut", so die Bürgermeisterin. Doch sie warte noch auf die konkreten Zahlen vom Landratsamt, die sie nun schriftlich angefordert habe, um Klarheit hinsichtlich der Kosten zu gewinnen. „Ja es gibt keine belastbaren, vernünftige Zahlen", räumte sie ein, was in etwa erklärt, weshalb die Berechnungen der Haarer CSU ganz anders aussehen.

Pressekonferenz Mueller

Es fehlen das Geld und die Grundstücke, so beschrieb Bürgermeisterin Müller ihr Dilemma. Sie würde sich jedenfalls einen anderen Zeithorizont wünschen. Zudem verspüre sie auch keinen Druck aus der Bevölkerung, die Realschule als finanzielles Großprojekt der Gemeinde unbedingt sofort realisieren zu müssen. Sie würde aufatmen, wenn die Projekte zeitlich zu trennen wären, auch im Hinblick auf die Dringlichkeit einer Grundschule, die nun wirklich sein müsse. Für die Realschule bräuchte sie Zeit, um die Finanzen der Gemeinde nicht Spitz auf Knopf rechnen zu müssen. „Ich bin Lehrerin. Ich will Schulen, glauben Sie mir!", so versicherte sie.

Gabriele Müller stellte infrage, worin die Notwendigkeit läge, das Bauvorhaben Realschule mit BOS/FOS sofort an einem Ort zu realisieren, warum man es nicht trennen könnte. Sie fragte, weshalb es nicht möglich wäre, den Schulcampus in zwei Schritten anzugehen. Und dann auf jeden Fall zuerst die BOS/FOS, denn die Münchener BOS/FOS seien voll und manche Haarer führen sogar nach Erding. Nicht gerade der nächste Weg.

Weiterhin informierte die Bürgermeisterin über den aktuellen Stand zum Jugendstilpark II und der Errichtung des Maria-Stadler-Hauses in diesem Areal. „Ich hänge an der Baugenehmigung", so erklärte sie die Bauverzögerung des Pflegeheims, das dringend benötigt werde. Doch isoliert kann sie dieses Bauvorhaben nicht angehen. Weitere Bauprojekte sind nach wie vor die Grundschule, deren Notwendigkeit sie nochmals betonte. Bereits im September 2016 werde es sechs erste Klassen geben und die Schulen müssten immer mehr dem Bedarf der Eltern nach einer Ganztagesbetreuung entsprechen. „Die Schulen müssen für ganztags gerüstet sein", so Bürgermeisterin Müller. Ein Architekturwettbewerb soll nun für einen Ausbau am Jagdfeldring, am Standort der Jagdfeldschulen beauftragt werden. Auch der Wohnungsbau sei unabdingbar, weshalb sie das aktuell beschlossene bayerische Wohnungsförderungsprogramm sehr lobte: „Für Kommunen ist das ideal!" Ein Lichtblick.

Für Sie berichtete Reinhild Karasek.

 

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