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Fischessen der CSU Haar

Kategorie: Politik Veröffentlicht: 15. Februar 2016

Wie jedes Jahr läutete die Haarer CSU die Fastenzeit mit einem Fischessen im Bürgersaal ein paar Tage nach Aschermittwoch ein, so auch dieses Jahr am Freitag, 12. Februar 2016. Die SPD hatte zuvor die Fastenpredigt im Rahmen ihres politischen Aschermittwochs wegen des Bahnunglücks in Bad Aibling abgesagt. Die Veranstaltung der CSU gedachte der Toten, nahm dann jedoch ihren gewohnten Lauf, indem Politisches ernst, lustig und mit Humor aufgegriffen wurde.

 

 

Politisch gestalteten Thomas Reichel, dritter Bürgermeister und Gemeinderat, sowie Dr. Dietrich Keymer, CSU-Ortsvorsitzender und Fraktionsvorsitzender, den Abend. Für beide stand die Diskussion um das Thema Wohnungsbau und die Schulpolitik im Vordergrund.

Forderung nach einem Bürgervotum

Thomas Reichel betonte, dass er die Skepsis der anderen Parteien hinsichtlich einer Realschule nicht verstehe, würde sie doch der Gemeinde einmalige Chancen eröffnen. Zudem würde die Realschule keineswegs 45 Millionen Euro kosten, vielmehr lägen die Berechnungen aus dem Landratsamt bei 15 Millionen Euro. Gleichzeitig wies er auf die wechselseitigen Synergieeffekte der Schulen hin. Auch der Standortvorteil, ein vollständiges Schulangebot in der Gemeinde anbieten zu können, sei im Wettbewerb der Gemeinden untereinander nicht zu verachten, schließlich wäre dann Haar einzigartig im ganzen Landkreis. Sein Wunsch für 2016 sei es, Schritte in Richtung Realisierung zu unternehmen.

CSU Fischessen bild 1

Sie gestalteten das Fischessen der Haarer CSU: Thomas Reichel, dritter Bürgermeister, Gerlinde Stießberger als Frau Gscheit, Dr. Dietrich Keymer und Alois Rath mit Karl Heinz Bitzer als die Haarer Buam

Dr. Keymer schloss sich den Hauptthemen seines Vorredners an. Im Hinblick auf die Realschule stellte er fest, dass es immer nur um alle drei Schulen zusammen gehen könne, also um die Kombination Realschule und BOS/FOS. Er appellierte an die Bürgermeisterin, mit den potenziellen finanziellen Unterstützern, wie Landratsamt und Stadt München, ernsthafte Gespräche und nicht nur pro forma zu führen. Er forderte ein entsprechendes gemeinsames Konzept. Schlussendlich rief Dr. Keymer zu einem aktiven Votum der Bürgerschaft auf, zur Basisdemokratie, da es sich letztendlich um eine generationsübergreifende Entscheidung handeln würde.

 Ein Haarer im Himmel

Nach diesen politischen Reden leiteten die Haarer Buam, Alois Rath und Karl Heinz Bitzer, dem humorvollen Teil des Abends ein. Alois Rath als „ein Haarer im Himmel“ hatte die Aufgabe, die Botschaften von Franz Josef Strauß in den Gemeinderat zu bringen. Das Wehklagen über die Situation in Haar verpackten die beiden Darsteller gesanglich und die Refrains bekannter Melodien luden zum Mitsingen ein. Ihre humorvolle Kritik galt der ersten Bürgermeisterin, der zweiten Bürgermeisterin, der Situation im Gemeinderat und natürlich der Schulfrage. Die Melodie von „Rote Lippen mus man küssen“ inspirierte die Haarer Buam abschließend zu den Zeilen: „Rote Mehrheiten muss man kippen, denn zum Kippen sind sie da!“

CSU-Fischessen bild 2

Die Haarer Buam, Alois Rath und Karl Heinz Bitzer (v.l.) unterhielten die Gäste des CSU-Fischessens mit bekannten Melodien und der humorvollen Einlage „Ein Haarer im Himmel“

Den krönenden Abschluss des Abends bildete Frau Gscheit, die Putzfrau im Rathaus, die über alles und jeden Bescheid weiß und ihren Kommentar dazu abgibt. Gerlinde Stießberger alias Frau Gscheit ist inzwischen eine Institution beim Fischessen der CSU. Auch dieses Jahr nahm sie die gemeindlichen Vorkommnisse aufs Korn, zugespitzt und pointiert.

Eine Putzfrau im Rathaus

Der Seniorenfahrdienst, das Poststadl, die Ernennung von Helmut Dworzak zum Ehrenbürger und Altbürgermeister und  die Bürgerversammlung. Zur großen Freude aller erinnerte sie an den Auftritt von Ernst Weidenbusch „als Samariter der Schüler aus Ottendichl und Gronsdorf“, wie er pressewirksam der Bürgermeisterin die Show gestohlen hätte. Auch die Presse bekam ihr Fett weg, habe sie doch zu wenig darüber berichtet, dass und weshalb die CSU den Haushaltsplan abgelehnt habe. Die fehlende Bedarfsplanung basiere auf einem sogenannten Haarorakel. Und weiter führte sie aus: „In der städtebaulichen Bibel hat der Prophet festgeschrieben, dass nur innerörtlich verdichtet werden darf.“ Alles sei erlaubt, nur kein neues Grundstück. Damit lenkte auch sie ihr Augenmerk auf die Themen Wohnungsbau und Realschule, allerdings von der humoristischen Seite her gesehen. Ihr Fazit: „Das unterscheidet die Parteien. Die CSU rechnet den Finanzplan nieder, damit Geld für die Realschule bleibt, und die SPD rechnet ihn hoch, damit für die Realschule kein Geld mehr bleibt.“

CSU-Fischessen bild 4

Sie belustigte den Saal mit ihrem Ratsch: die geschwätzige Putzfrau Frau Gscheit aus dem Rathaus, gespielt von Gerlinde Stießberger, brachte so manches Gemeindeereignisse auf den Punkt

Von der Bürgermeisterin im Speziellen meinte sie, dass diese wiederum glaube, ohne sie gehe gar nichts. Unter großem Gelächter brachte sie zur Sprache, dass Gabriele Müller als erste Bürgermeisterin gleichzeitig erste Vorsitzende der vhs hätte bleiben wollen. „Wenn ich mit jedem Brief an mich selbst, einen Zuschuss beantragen könnte, den ich mir selber genehmigen darf, ja dann würde ich nur noch Briefe schreiben.“, so Frau Gscheit.

An alle Gemeinderäte richtete sie hingegen ihren Appell: „Vielleicht sollte die Gemeinde in Zukunft das Pferd gleich von der richtigen Seite her aufzäumen!?“ Damit sprach sie das Dilemma um den Haarer Bahnhof an, das Hin und Her mit der Bahn und dem Planungsbüro, das für Schlagzeilen sorgte.

Auch sie wünscht sie ein aktiveres Haar, wünscht sich frischen Wind in den Straßen der Gemeinde, der sich durchaus als Gegenwind zur etablierten Politik entwickeln könnte: „Denn mit so einem starken Gegenwind würde sich tatsächlich etwas rühren in Haar.“ Mit diesen Worten beschloss sie den Redeteil des CSU-Fischessens, der noch zum weiteren Ratschen unter der musikalischen Untermalung der Haarer Blasmusik einlud.

Für Sie berichtete Reinhild Karasek.

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