lesen-sie-auch-andere-ortszeitungen Oberdinger Kurier Logo echinger-echo neufahrner-echo herrschinger-spiegel mooskurier

Helmut Dworzak im feierlichen Rahmen zum Altbürgermeister ernannt

Kategorie: Politik Veröffentlicht: 12. Januar 2016

Helmut Dworzak im feierlichen Rahmen zum Altbürgermeister ernannt
Der 6. Ehrenbürger

Am 11. Dezember 2015 wurde mit einem Festakt im Bürgersaal der ehemalige und langjährige Bürgermeister Helmut Dworzak zum Altbürgermeister ernannt. Außerdem erhielt er die Ehrenbürgerwürde der Gemeinde Haar. Diese Auszeichnung bekommen nur diejenigen, die sich in außerordentlicher Weise um die Gemeinde Haar verdient gemacht haben. Es ist die höchste Auszeichnung, die der Gemeinderat zu vergeben hat, und deshalb ein eher seltener Grund zum Feiern.

Bislang hatten nur fünf Bürger die Ehre: Katharina Eberhard, Peter Leyerer, Hans Pinsel, Willy Träutlein und Hans Stießberger senior. Bürgermeisterin Gabriele Müller stellte schmunzelnd fest, dass nach allen eine Straße in Haar benannt wurde.

Altbuergermeister 1 online 15

In ihrer Rede hob die amtierende Bürgermeisterin Gabriele Müller die Verdienste ihres Vorgängers im Amt, Helmut Dworzak, hervor. Er prägte das Gesicht der Gemeinde in 22 Jahren als Bürgermeister und saß davor selbst 20 Jahre im Gemeinderat. Gabriele Müller unterstrich ihre Rede mit Bildern von Haar aus früheren Zeiten und aus der heutigen Zeit.

Denn ein Steckenpferd von Helmut Dworzak war und ist die Stadtplanung und Ortsentwicklung. Die Menschen wären für Helmut Dworzak immer das verbindende Element gewesen. Und die Erste Bürgermeisterin zitierte ihn mit den Worten: „Als Bürgermeister muss man die Menschen mögen." Deshalb sei es Dworzak in seiner Amtszeit auch so wichtig gewesen, in der Ortsmitte das Rathaus zu erhalten und soziale Einrichtungen wie die Nachbarschaftshilfe, das Pflegeheim, den Seniorenclub, aber auch den Bürgersaal und eine gute bayerische Wirtschaft mit Biergarten anzusiedeln. Noch auf sein Tun gehen das Poststadl zurück, in dem erst seit Kurzem die vhs, Musikschule, Bürgerstiftung und ein paar kleinere Vereine ihre Heimstatt gefunden haben.

Mit dem Jagdfeldzentrum sei es Dworzak gelungen, so Gabriele Müller, mit dem Investor einen Weg zu finden, dem Zentrum wieder Attraktivität zu verleihen und mit Leben zu füllen. Während in anderen Kommunen die Einkaufszentren abgerissen werden müssten, hätte Haar sogar ein Kino. Als Bürgermeister sorgte Dworzak für eine gute Erreichbarkeit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, aber auch für Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte, Apotheken und Kindertagesstätten in fußläufiger Entfernung. All das spiegele sein Anliegen wider, in der Gemeinde ein familienfreundliches- und seniorengerechtes Wohnen zu etablieren.

Dworzak förderte auch die Jugend mit der Errichtung von drei Jugendzentren, unterstützte den Treffpunkt von behinderten und nicht behinderten Kindern und Jugendlichen. Den TSV habe er auf den Breitensport ausgerichtet. Ohne seine Initialzündung und Unterstützung hätte die Bürgerstiftung nicht wachsen können – und ohne ihn keine Gemeindewerke Haar.

Nicht nur Helmut Dworzak mag die Menschen. Sie mögen ihn genauso. Gabriele Müller erzählte, dass man es heute noch sähe, wie sie mit ihm über alltägliche Sorgen, Kochrezepte und über philosophische Themen sprechen. „So wie du als Lehrer mit Herzblut für deine Schüler da warst, so warst du für die Haarer Bürger da." Immer habe er das große Ganze im Blick gehabt und nie die Aufmerksamkeit fürs Detail verloren. Bürgermeisterin Gabriele Müller dankte ihm für seine Leidenschaft, seine Kompetenz und für sein Wirken im Namen aller Haarer Bürger, Haar zu einem besonderen Ort gemacht zu haben.

In seiner Dankesrede blickte Helmut Dworzak auf seine Anfänge zurück, auf die Entwicklungen, die die Gemeinde Haar genommen hat. Auch hier kam seine Leidenschaft für Stadtplanung nochmals zum Ausdruck: „Wir hatten in Haar die Chance, Altes zu erhalten und Neues anspruchsvoll einzufügen. Gute Stadtplanung muss Orte der Begegnung schaffen. Menschen zueinander führen." Die politische Arbeit habe ihm sehr viel Freude bereitet, es habe keinen Tag gegeben, an dem er nicht gerne ins Rathaus gegangen wäre, so betonte er. Gleichzeitig bedankte er sich für die kollegiale Zusammenarbeit über die Parteigrenzen hinweg. „Ich bin sehr dankbar, dass ich die meisten Jahre mit Kollegen zusammenarbeiten durfte, denen es wirklich um die Sache ging."

Skeptisch hingegen blickte der Altbürgermeister in die Zukunft „unserer spätkapitalistischen Zeit". Großen Bedenken hegte er in seiner Rede gegenüber der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und sieht das Fundament für eine friedvolle demokratische Gesellschaft gefährdet. Deshalb mahnte er die Aufgabe an, die vor allem den Gemeinden zufalle: „Gerade wir Kommunen müssen nichtkommerzielle Räume schützen und schaffen", wobei er ausdrücklich die ideellen Räume miteinschloss.

Altbuergermeister 2 online 15

Zum Gratulieren kamen sie alle und auch Münchens Altbürgermeister, Christian Ude, schickte seine Glückwünsche zur Ernennung als Altbürgermeister und Ehrenbürger der Gemeinde Haar, da er zu dieser Zeit mit der Gruppe „Blechschaden" auf Weihnachtstournee war. Bürgermeister aus den Nachbargemeinden Feldkirchen und Grasbrunn, Vertreter aus Politik und Kultur ließen es sich nicht nehmen, Helmut Dworzak zu gratulieren und zu danken. Sämtliche Vertreter der Haarer Vereine, der Kirchen, aber auch der Bürgermeister Helmut Klammer aus der Partnergemeinde, dem Ahrntal, kam an diesem Abend nach Haar, um bei der Feierstunde dabei zu sein.

Altbuergermeister 3 online 15

Für sie berichteten Petra Schönberger und Reinhild Karasek, Fotos: Petra Schönberger

 

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok