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Fünf Jahre Bürgerstiftung Haar

Kategorie: Politik Veröffentlicht: 14. November 2015

Sie helfen dort, wo die Gemeinde an ihre finanziellen Grenzen kommt

Exakt am 4. November 2010 genehmigte die Stiftungsaufsicht der Regierung von Oberbayern das Projekt in Haar. Doch was ist die Bürgerstiftung Haar eigentlich genau und was leistet sie überhaupt?

Wolfgang Weber, heute Geschäftsführer der Stiftung, ging vor fünf Jahren zum damaligen ersten Bürgermeister der Gemeinde, zu Helmut Dworzak, und stellte ihm die Idee einer Bürgerstiftung vor. Aus dem gemeinsamen Baby von Weber und Dworzak, dem sich als Initiatoren noch Hans Stießberger und Jürgen Partenheimer anschlossen, ist mittlerweile ein »lebhaftes gesundes Kind geworden«. So sagt es Jürgen Partenheimer, Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung, zum Jubiläum. Bürgermeisterin Gabriele Müller gratuliert als Vorsitzende des Kuratoriums ihm und dem Geschäftsführer Wolfgang Weber. Das sind die Organe der Stiftung, die drei Säulen, welche die Bürgerstiftung tragen: Stiftungsvorstand, Stiftungskuratorium und die Geschäftsführung. Zusätzlich gibt es noch eine Stifterversammlung.

Die Bürgerstiftung Haar hat sich auf die Fahne geschrieben, überall dort zu helfen, wo es der Gemeinde selbst nicht möglich ist. So fördert die Stiftung in Haar insgesamt 25 Projekte, angefangen bei den Kleinsten aus der Bärenhöhle bis zu den Älteren im Seniorenclub, vom sportlichen Engagement für den TSV Haar bis hin zur Behindertenhilfe, von den Schulen aller Jahrgangs- und Bildungsstufen über die vhs bis zum Sozialamt der Gemeinde sowie viele weitere soziale, kulturelle und karitative Einrichtungen. Beispielsweise finanzierte die Bürgerstiftung Haar komplett den Etat für »Haar United«. Die Gesamtspenden belaufen sich im Jahr 2014 auf fast 35.000 Euro.

Diese Hilfe kommt den Haarer Bürgern selbst zugute. Einzelpersonen und ihre Schicksale werden nicht berücksichtigt, das liegt dem Stiftungszweck nicht zugrunde. Förderungswürdig sind generell Projekte in Haar. Im Einzelnen wird das dann eng mit der Gemeindeverwaltung abgestimmt. Immer mehr Institutionen und Vereine kommen von sich aus auf die Bürgerstiftung zu und bitten um langfristige Unterstützung. Ganz im Sinne des Stiftungszwecks und der Satzungsziele. Die Projekte entstehen dann in den Zusammenkünften von Geschäftsführung, Vorstand und Kuratorium. »Die Haarer verstehen, dass es ihre Stiftung ist, dass das ihnen dauerhaft bleibt«, freut sich Jürgen Partenheimer.

Buergerstiftung Haar bild

Sie freuen sich auf weitere erfolgreiche Jahre der Bürgerstiftung Haar: Jürgen Partenheimer, Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung Haar, Gabriele Müller, Erste Bürgermeisterin der Gemeinde und Kuratoriumsvorsitzende, und Wolfgang Weber, Geschäftsführer der Bürgerstiftung Haar

Aber das war nicht von Beginn an so ... Die Gemeinde unterstützte anfangs die Idee mit einer Zuwendung von 250.000 Euro. Denn ein Grundstockvermögen ist notwendig für eine Stiftungsgründung, die dann im weiteren Verlauf nur mit den Zinsen aus diesem Vermögen Gutes in der Gemeinde leisten kann. Heute beträgt das Stiftungskapital 1,3 Millionen Euro. Das resultiert aus weiteren Zustiftungen und eingehenden Spenden. Für das Jahr 2014 ergeben sich so die folgenden Einnahmen: Zinsen in Höhe von 23.000 Euro. Das ist der geringste Posten. Es folgen Spenden mit knapp 38.000 Euro und Zustiftungen betragen etwas mehr als 60.000 Euro. Die Spenden sind also ein wichtiges zweites finanzielles Standbein der Bürgerstiftung Haar.

Anfangs war es gar nicht so leicht, die Haarer Bürger vom Sinn und Zweck der Bürgerstiftung zu überzeugen. Hier war viel Aufklärungsarbeit notwendig. Doch sie würden immer mehr wahrgenommen, stellt Vorstandsvorsitzender Partenheimer fest. Bürgermeisterin Gabriele Müller bestätigt: »Die Bürgerstiftung Haar ist in der Mitte der Haarer Gesellschaft angekommen.« Die Stiftung fände mittlerweile eine breite Akzeptanz und könne sich an ihren Taten messen lassen. Veranstaltungen mit Prominenten wie Harald Lesch, Michael Lerchenberg, Gerd Anthoff und Axel Hacke oder auch Han’s Klaffl sowie Blechschaden bringen die Stiftung in die Öffentlichkeit und helfen ihr medienwirksam, die Haarer Bürger zu erreichen.

Jetzt könnte man mutmaßen, dass die Kosten der Bürgerstiftung hoch wären. Doch weit gefehlt! Alle arbeiten sie ehrenamtlich und die Kosten für die ­Bürgerberatung, eine feste Institution der Stiftung, sowie Administration, Verwaltung und EDV liegen bei gerade einmal bei 7.000 Euro im Jahr. Die Stiftung aus Haar ist derzeit im Münchner Umland einzigartig. Jedoch auch andere Gemeinden interessieren sich inzwischen für diese Form der Bürgerhilfe und Unterstützung. Das dürfte vor allem vor dem Hintergrund geschehen, dass die Bedürftigkeit, vor allem älterer Menschen, in den nächsten Jahren steigen wird. Deshalb werden Spenden und soziales Engagement mehr denn je gefragt sein. Die Ziele der Bürgerstiftung Haar setzt Jürgen Partenheimer entsprechend ganz klar: In den nächsten fünf Jahren den finanziellen Grundstock auf 3 Millionen Euro zu erhöhen und für die Bürger in der Gemeinde ein unersetzlicher Partner zu sein.

Für Sie berichtete Reinhild Karasek.

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