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Einweihung einer Wohngruppe in Haar

Kategorie: Politik Veröffentlicht: 11. Oktober 2015

Neun unbegleitete minderjährige Flüchtlinge finden in Haar ein Zuhause

Am Freitag, 2. Oktober 2015, wird eine Wohngruppe in Haar eingeweiht. Es ist ein schöner Tag, die Sonne scheint, die Stimmung fröhlich, wozu auch die lockere Moderation der ganz eigenen Art beiträgt.

 

 

Omar, ein Flüchtlingskind, das seit 9 Monaten in Deutschland ist und fleißig Deutsch lernt, moderiert mit dem Leiter der Evangelischen Kinder-, Jugend- und Familienhilfe der Inneren Mission München, Achim Weiss, die Einweihungsfeier.

Achim Weiss begrüßt die Gäste und Festredner wie Bürgermeisterin Gabriele Müller und Uwe Hacker, Leiter des Kreisjugendamtes, Nachbarn und Mitarbeiter anderer Einrichtungen und Kinder. Es wird viel gelacht, denn Omar stellt Fragen in seinem Part der Moderation, auf die die Festredner antworten.

So fragt der 12-jährige Syrer, dessen Eltern noch in Syrien leben, beispielsweise: „Wie hat Frau Müller reagiert, als sie erfahren hat, dass wir mit unserer Wohngruppe nach Haar kommen sollen?“ Achim Weiss führt aus, dass sie das schon lange vorgehabt hätten, aber es habe halt ein bisschen gedauert. Schon vor einem dreiviertel Jahr habe er die Bürgermeisterin angesprochen, die ihm dann auch versicherte, dass sie herzlich willkommen seien in Haar.

Gabriele Müller stellt in ihrem Grußwort heraus, wie wichtig das gemeinsame und vernetzte Handeln ist. Sie begründet auch, weshalb sie von Anfang an eine Wohngruppe für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Haar befürwortete: „Ich wollte unbedingt so eine Wohngruppe in Haar haben. Denn ich finde, dass vor allem die unbegleiteten, minderjährigen Kinder einen ganz besonderen Schutz genießen müssen."

Die Diakonie in Feldkirchen kann das Personal stellen, was nach Aussage der Haarer Bürgermeisterin auch etwas ganz Besonderes ist. „Diese Kinder werden unsere Zukunft sein“, betont sie. Die Kinder werden in der Haarer Mittelschule zur Schule gehen, weil die schon sehr lange Zeit Übergangsklassen haben. Bürgermeisterin Müller hob hervor, wie schnell Omar, der in Kirchheim auf die Mittelschule geht, Deutsch gelernt hat. Sie lenkt durchaus ein, dass auf beiden Seiten, für die Kinder wie für die Einwohner, es nicht leicht sein wird und fasst zusammen: „Mit solchen Einrichtungen wie diesem Haus sind wir auf einem sehr guten Weg.“

Von Tom Wernek, Leiter des Spielearchivs in Haar, überreicht sie Omar, stellvertretend für die Kinder in der neuen Wohngruppe in Haar, Spiele, die auch ohne Sprachkenntnisse zu spielen sind.

Die Frage, ob es leicht wäre, eine Wohngruppe zu eröffnen, leitet der junge Moderator zu Uwe Hacker, Leiter des Kreisjugendamtes über. Uwe Hacker gibt bereitwillig Auskunft, was alles dafür notwendig ist und stellt auch den Zweck solcher Wohngruppen nochmals heraus: „Wir brauchen Anschlussmaßnahmen in überschaubaren Größen, wie diese Wohngruppe hier mit neun Kindern. Dann gelingt soziale Integration!“

„Wie kommt es dazu, dass wir dieses Haus bekommen haben?“ fragt Omar, eine Frage, die aufwirft, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, solche Unterkünfte für die Kinder und Jugendlichen zu finden. Die Eigentümerin hat das Haus, da sie selbst nach Spanien gezogen ist, an ihren früheren Arbeitgeber, an die Innere Mission München, Evangelische Kinder- und Jugendhilfe Feldkirchen vermietet. Dafür bedankt sich auch nochmals Abteilungsleiterin Karin Willi, auch wenn die Vermieterin selbst nicht vor Ort sein konnte.

Unbegleitete Jugendliche masterfoto 2

Gäste, Verantwortliche und Mitarbeiter freuen sich, eine Wohngruppe für neun Kinder in Haar einzuweihen, darunter auch Katharina Dworzak (5.v.l.), zweite Bürgermeisterin von Haar, erste Bürgermeisterin Gabriele Müller (Mitte), Uwe Hacker (7.v.r.), Leiter des Kreisjugendamtes, Achim Weiss (2.v.r.), Leiter der Evangelischen Kinder-, Jugend- und Familienhilfe der Inneren Mission München Feldkirchen und Omar (3.v.r.) - Foto: Petra Schönberger

Das Gebäude wird von Dagmar Häfner-Becker und Pfarrer MarkusBittner, Diakon Mündlein gesegnet. Mit einer musikalischen Einlage der Kinder aus Afghanistan, Eritrea und Irak endet der Festakt.

Für Sie berichtete Reinhild Karasek, Foto: Petra Schönberger.

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