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Flüchtlingshilfe in Haar

Kategorie: Politik Veröffentlicht: 19. Juli 2015

Die Haarer Grünen diskutieren, wie die Flüchtlingshilfe zu verbessern wäre

(Text/Foto: rk) Anlass zur Diskussion unter Interessierten und Mitgliedern der Haarer Grünen war die Informationsveranstaltung der Gemeinde mit Bürgermeisterin Gabriele Müller und Landrat Christoph Göbel am 9. Juli 2015. Die Haarer Grünen trafen sich am Montag, 13. Juli 2015, im Bürgerhaus, um ihr weiteres politisches Vorgehen abzustimmen.

Vor allem die Notunterkunft, die für das Grundstück Vockestraße, Ecke Brunnerstraße geplant ist, löste heftigen Widerstand aus. Denn nach Ansicht der Runde, die sich am Montagabend traf, ist das Bauvorhaben des Investors so nicht wünschenswert. Mit der Vergabe an einen Investor umgeht das Landratsamt eine Ausschreibung. Das ist auch dem Zeitdruck geschuldet, der nun herrscht.

Die Korrelation zwischen schäbig und günstig bestätigte Ulrich Leiner. Zudem ist kein weiteres Stockwerk vorgesehen. Ein zusätzliches Stockwerk wäre allerdings auch im Sinne der Bürgermeisterin, wie Sven Rudolph vom Informationsabend der Gemeinde berichtete. Denn man müsse doch auch damit rechnen, dass weiterhin Flüchtlinge kommen und vielleicht sogar noch mehr. Doch bisher steht die Nachhaltigkeit im Gegensatz zur Dringlichkeit.

Die Grünen wollen im Gemeinderat einen Antrag auf ein Haus stellen, das eine dauerhafte Einrichtung darstellen kann. Die Wohnungen könnten dann langfristig gegebenenfalls auch zu Sozialwohnungen umgebaut werden. „Das Problem ist doch: Das Thema wird zwischen den Instanzen so lange hin und her geschoben, bis die Menschen da sind. Und dann muss plötzlich was passieren“, so Mike Seckinger.

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Doris Below, Mike Seckinger, Werner Kozlik, Andreas Wichmann, Dorothee Kiel, Georg Feifel und Sven Rudolph (v.l.n.r.)

Sie fordern, dass die Notunterkünfte nachhaltiger gebaut und auch an die unterschiedlichen Lebensgewohnheiten gedacht werden sollten. Von Privatatmosphäre könne nicht die Rede sein, die Flüchtlinge könnten nur dahinvegetieren. Das kann kein Wohlfühlen auslösen, sondern führt zu Aggressionen. Die Gemeinde müsse sich darum kümmern, dass das nächste Gebäude anders auszusehen habe.

Es gibt Mindestanforderungen für die Flüchtlingsunterkünfte. Sobald dieser Mindeststandard jedoch überschritten wird, ist die Refinanzierung seitens des Bezirks infrage gestellt, wie die Gemeinderäte Mike Seckinger und Werner Kozlik erklärten. Das spielt bei der finanziellen Lage der Gemeinde Haar eine unwesentliche Rolle.

Ein entscheidender Faktor, baulich gesehen, wäre es allerdings, den Flüchtlingen zumindest eine annehmbare Bleibe einzurichten. Beispielsweise entstehen Konflikte, wenn sich zu viele Menschen eine Küche teilen und keinen anderen Aufenthaltsraum haben, so der Erfahrungsbericht der im Helferkreis Tätigen. Auch die unterschiedlichen Nationen mit den verschiedenen Mentalitäten bergen Konfliktpotenzial, wie Dorothee Kiel vom Helferkreis in Haar berichtete.

Die Arbeit von Eva Eggemann, die den Asylhelferkreis koordiniert, wurde grundsätzlich gelobt, doch auch hier reiche der Status quo bei weitem nicht aus, um effektiv Hilfe zu leisten. Zur Professionalisierung der Flüchtlingshilfe bedarf es auch hier ein Mehr, darüber waren sich alle einig.

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