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Wohin mit der Realschule?

Kategorie: Politik Veröffentlicht: 05. Februar 2015

Informationen und Diskussionen zur aktuellen Lage hinsichtlich Standort und Finanzierung

(Text/Foto: rk) Den wichtigsten Fragen für die Gemeinde ging Bürgermeisterin Gabriele Müller am Mittwochabend, 4.2.2015, im Kleinen Saal des Bürgerhauses in Haar nach. Denn nach der Genehmigung des Kultusministeriums hat die Gemeinde nun die Aufgabe einen Standort zu finden. Aber wo?

Der SPD-Ortsverband der Gemeinde Haar lud ein und Peter König als Ortsvereinsvorsitzender eröffnete den Vortrag von Gabriele Müller und verabschiedete die Zuhörer nach der anschließenden Diskussion. Das Interesse in der Bevölkerung war jedoch noch nicht so groß, wie es im Rathaus den Anschein gemacht hatte. Denn dort seien bereits Anfragen eingegangen, wann man sein Kind zur Realschule anmelden könne oder auch Lehrer-Kollegen wollten sich schon auf eine Stelle bewerben, so Gabriele Müller einleitend.

Schulstandortfage bild2

Der SPD Ortsverein lud ein zur Information und Diskussion zur Standortfrage der neu geplanten Realschule; Bürgermeisterin Gabriele Müller legte den Status quo dar und beantwortete die vielen aufkommenden Fragen

In ihrem Vortrag stellte sie die aktuelle Schulsituation in Haar dar und ging erläuternd auf den Zweckverband ein. Dieser nimmt Haar einerseits finanziell in die Pflicht, andererseits könnte das auch für die kommende Realschule mit BOS/FOS (Berufsoberschule und Fachoberschule) eine Lösung darstellen. Eventuell ein Zweckverband zwischen Stadt, Land und Gemeinde? Als Sachaufwandsträger wäre das Land in der Pflicht, aber mit dem Zweckverband-Modell ist das noch nicht für die Gemeinde vom Tisch. Die Möglichkeit aus bestehenden Zweckverbänden, beispielsweise mit Vaterstetten, auszusteigen, wäre eine Option, wenn es für Haar unzumutbar werden würde, erläuterte die anwesende Kreisrätin Annette Ganssmüller-Maluche.

Der Schwerpunkt lag, auch in der anschließenden Diskussion, allerdings auf der Frage, wo ein Standort zu finden ist. Was ist bei den Überlegungen zu berücksichtigen? Ein geeigneter Campus ist einerseits auf die Verkehrsanbindung und die bestehende Verkehrssituation hin zu überprüfen und ebenso im Hinblick darauf, ob es mit bestehenden oder geplanten Gewerbegrundstücken kollidiert. Es ist auf die Eigentumsverhältnisse der Grundstücke einzugehen, denn kein präferiertes Grundstück gehört der Gemeinde Haar.

„So wie wir heute dastehen, müssen wir über alles nachdenken!“, betonte Gabriele Müller. Einschränkend wirken sich die Grünzüge aus, die Frischluftschneisen nach München. Sowie der politische Grundsatz, die Ortsteile von Haar Gronsdorf, Salmdorf und Ottendichl in ihrem dörflichen Charakter so gut es gehe zu bewahren. Unter Berücksichtigung all dessen sind derzeit vier Standorte in der Diskussion.

Da wäre das Grundstück an der Gaststätte Jahn, das Gabriele Müller jedoch lieber für die wohl notwendige dritte Grundschule ins Auge fassen würde. Zudem wäre dieses Grundstück für einen Campus zu klein, es könnte allerhöchstes die Realschule allein beherbergen. Ein weiteres Stück Land, das im Gewerbegebiet liegt, das sogenannte „Baseballfeld“, würde das Rathaus nur äußerst ungern weiter in der Planung berücksichtigen. Denn zur weiteren Ansiedlung von Gewerbe will die Gemeinde gerade damit bei Interessenten auch punkten. Das sei das „Kronjuwel“ der Gemeinde, wie es Helmut Dworzak nannte. Der ehemalige Bürgermeister brachte sich mit seinem bauplanerischen Wissen und entsprechenden Erläuterungen immer wieder ein.

Ein weiteres Grundstück in Gronsdorf steht zur Disposition. Vorteil – es ist das einzige Grundstück, das in kommunaler Hand liegt. Es gehört der Stadt München. Doch die Verkehrsanbindung ist hier problematisch. Denn es erscheint eher unwahrscheinlich, dass von der Herzogstandstraße in den Rappenweg ein Straßendurchstich erfolgt.

Das Grundstück hinterm Racketpark Richtung Wertstoffhof käme auch infrage und wird von Gabriele Müller klar favorisiert. Problematisch bleibt hier die Verkehrsfrage, wie sich die Schulansiedlung auf den Durchgangsverkehr in der Keferloher Straße auswirken würde. Eine Verkehrsstudie wird dann noch erfolgen. Wohnungsbau würde sich wahrscheinlich in der Nähe dann anschließen. Auch wären Grundstücke anzukaufen, die Landwirten gehören. Ein ganz anderes Thema käme da noch auf die Gemeinde zu. Helmut Dworzak stimmte allerdings zu, dass von der Erschließung her gesehen, dieses Grundstück im Moment das beste wäre.

Der Bau der Realschule mit BOS/FOS wird auf jeden Fall Straßenbau und Wohnungsbau mit sich bringen, weshalb die Bürgermeisterin festhält: „Die Standortfrage hat das Potenzial Haar weitreichend zu verändern.“

Um so wichtiger wird es sein, dass der Gemeinderat gemeinsam, fraktionsübergreifend an das Thema herangeht. Schon an diesem Abend zeigte sich das: Thomas Reichel, dritter Bürgermeister von der CSU, und andere CSU-Fraktionsmitglieder waren anwesend sowie Werner Kozlik von Bündnis90/Die Grünen.

 

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