lesen-sie-auch-andere-ortszeitungen Oberdinger Kurier Logo echinger-echo neufahrner-echo herrschinger-spiegel mooskurier

„Hurra, wir dürfen bauen!“

Kategorie: Politik Veröffentlicht: 13. Januar 2015

Neujahrsempfang der CSU Haar steht im Glanz der geplanten Realschule und spannt den Bogen von lokal über regional bis international

(Text/Fotos: rk) Alljährlich lädt die CSU Haar zu einem Neujahrsempfang ein, der dieses Jahr am Sonntag, 11. Januar 2015, im Bürgerhaus stattfand. Das Lokale steht zwar im Mittelpunkt, aber die internationalen Ereignisse der Woche, die Pariser Anschläge, werfen ihre Schatten bis nach Haar.

 

 

Bereits in seiner Eröffnung spricht Dietrich Keymer das brandaktuelle Thema der Gemeinde an – die Realschule in Haar. Die uneingeschränkte Freude, dass Haar den Zuschlag für den Bau einer solchen Schule erhielt, thematisiert auch Thomas Reichel, der als 3. Bürgermeister der Gemeinde anschließend das Wort ergreift.

Der Forderung nach einer Realschule in Haar sind sie seit dieser Woche ein gutes Stück näher gekommen, denn Bildungs- und Finanzminister haben die Genehmigung hierzu erteilt. Das schreibt sich der Ortsverein Haar der CSU stolz auf die Fahne mit den Worten: „Hurra, wir dürfen bauen!“ Da jedoch weder der Standort noch die Finanzen geklärt sind, weist Thomas Reichel darauf hin, dass noch viel Arbeit auf sie zukommen wird.

Neujahrsempfang CSU bild 1

Thomas Reichel berichtet als 3. Bürgermeister der Gemeinde Haar über die Arbeit im Gemeinderat während des Neujahrsempfangs der CSU Haar am 11. Januar 2015 im Haarer Bürgersaal; links Christoph Göbel (Landrat) und rechts Ernst Weidenbusch (stellv. Landrat), die ihm als Redner folgen

Den gemeindlichen Wohnungsbau mit dem Jugendstilpark greift er in seiner Rede als wichtige Themen auf, an denen er im Gemeinderat mit seinen Fraktionskollegen dran bleiben will. Auch zum geplanten Hochhaus äußert er sich zukunftsweisend: Vonseiten der CSU werde es zur derzeitigen Planung keine Zustimmung geben.

Im Zuge der Hochhaus-Diskussion erinnert er an die Meinungsfreiheit, die gerade in diesem Moment, unter dem Eindruck der Anschläge in Paris, als hohes Gut der Demokratie noch mehr an Gewicht erhält. Er plädiert dafür, die wahlfreie Zeit auch als Zeit der Diskussion zu nutzen, um verschiedene Meinungen offen zu diskutieren. Auf die Stimmung im Gemeinderat gemünzt, verdeutlicht er, dass das keineswegs bedeute, man wäre immer per se anderer Ansicht und belegt das mit dem Bauausschuss, in dem die Gemeinderäte oft einstimmig – über die Fraktionsgrenzen hinweg – Beschlüsse fassen würden.

Als letzten Punkt geht er auf die Gemeindefinanzen ein. Die Kampagne „Workside Haar“ sei bis jetzt erfolglos geblieben, obwohl die Infrastruktur gut wäre. „Aber die Konkurrenz schläft nicht“, ermahnt er und blickt auf die Gemeinde Garching. Es müsse mehr getan werden. Denn nicht nur die Gewerbesteuereinnahmen seien bei der Gewerbeansiedlung zu bedenken, sondern auch die Schaffung von Arbeitsplätzen.

Anschließend tritt Landrat Christoph Göbel an das Rednerpult. Nachdem er sich bei den Mitgliedern für den engagierten Wahlkampf bedankt, kommt er auf die schrecklichen Ereignisse der Woche in Paris zu sprechen. Und er stellt sie in einen Kontext, „der uns alle berühren muss!“ Damit schwenkt er auf das Flüchtlingsthema und erläutert, wie wichtig es ist, sich intensiv mit den Menschen auseinanderzusetzen. Mit den Flüchtlingen wie mit den Einwohnern einer Gemeinde. Auch in Haar werden Unterkünfte gesucht, auch Haar wird mit einem Zuwachs an Flüchtlingen zu rechnen haben. Er schildert, wie wesentlich der Kontakt untereinander, der Menschen zueinander für die Integration ist.

Es gibt viele Herausforderungen für den starken Landkreis München. „Die Region ist erfolgreich und muss auch erfolgreich bleiben“, sagt er. „Die Zeiten der Trennung von Stadt, einem sogenannten Speckgürtel um die Stadt mit dem Landkreis und dann eine große Region mit ländlichem Raum sind vorbei“, meint er und fordert eine Fortführung der guten Zusammenarbeit. Ein Ergebnis ist seiner Meinung nach beispielsweise die wohnortnahe Bildung. „Wir brauchen hier eine Realschule, wir brauchen hier eine Fachoberschule und Berufsoberschule.“ Es sei nicht lange her, da seien sie bei der Forderung aller drei Schularten noch ausgelacht worden, aber diese Bausteine seien für Haar wichtig.

Schmunzelnd übergibt er dann an einen noch „berühmteren Politiker“, an seinen Stellvertreter Ernst Weidenbusch, der aus dem Haarer-Ortsteil Salmdorf kommt. Ernst Weidenbusch geht auf die Herausforderungen des Landkreises ein, benennt die 3. Startbahn des Flughafens, die 2. Stammstrecke in München, die Energiepolitik.

Zum Ende seiner Rede geht Weidenbusch ebenfalls auf die Attentate in Frankreich ein. Vom Großen kommt er auf das Kleine und bringt ein einprägsames Beispiel der Gemeinde Unterschleißheim, das zeigt, welchen Weg der Landkreis München geht, um erfolgreich den Ängsten der Flüchtlinge und den Ängsten der Einwohner einer Gemeinde zu begegnen. Informieren und Hinweisen. Mitmachen. Integration statt Eskalation. Eskalation breche nur dann aus, wenn Angst voreinander wachse.

Letztendlich betont auch er seine Freude über die Realschule für Haar und ist guten Mutes, in absehbarer Zeit auch die Genehmigungen für die weiteren Schulen, wie Fachoberschule und Berufsoberschule, zu erhalten.

Neujahrsempfang CSU bild 8

Die zahlreichen Jubilare mit den Rednern Christoph Göbel (Landrat), Thomas Reichel (3. Bürgermeister von Haar) und Ernst Weidenbusch (stellv. Landrat) auf dem Neujahrsempfang der Haarer CSU am Samstag, 11. Januar 2015, im Haarer Bürgersaal 

Ortsvorstand Michael Bernhard ehrt die zahlreichen Jubilare, die aufgrund ihrer Mitgliedsjahre – von 10 bis 50 Jahren – ausgezeichnet wurden. 

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok