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Aktueller denn je: Fracking

Kategorie: Politik Veröffentlicht: 18. November 2014

Was ist das, wo führt es hin – ein Informationsabend der Haarer Grünen

(Text/Foto: rk) Fracking in aller Munde. Die Ortsgruppe der Grünen lud zu einer öffentlichen Veranstaltung in den Seniorenclub am Montagabend, 17. November 2014, ein. Werner Weindorf, Sprecher des Landesarbeitskreises Energie der Grünen in Bayern, informierte als Vortragsredner über Fracking. Anschließend diskutierten die Anwesenden vor allem über die augenblickliche Entwicklung.

 

 

Gerade hat das Thema in den Medien wieder einen Aufschwung erlebt. So vermeldeten einige Medien einen geplanten Kompromiss der Bundesregierung zum Erdgas-Fracking. Es war bisher durch einen Passus im Koalitionsvertrag vorläufig gestoppt worden. Das Fracking-Moratorium droht nun aufzuweichen, indem wissenschaftliche Probebohrungen zugelassen werden könnten.

Damit waren die Haarer Grünen in ihrer Fragestellung „Fracking! Gefahr für Mensch und Umwelt?" äußerst aktuell. Werner Weindorf, den Ortssprecher Andreas Wichmann als Redner des Abends begrüßen konnte, hatte viele Informationen mitgebracht.

Werner Weindorf arbeitet bei einem unabhängigen Technologie- und Strategieberatungsunternehmen, weshalb er auch beruflich mit dem Thema Energie zu tun hat. Das Unternehmen erstellt Bilanzen zu Energiefragen, so auch eine Studie für das Europaparlament, mit welchen Umweltauswirkungen beim Fracking zu rechnen ist.

Mit Daten und Fakten legte Werner Weindorf dar, was Fracking sei und welche Umweltschäden damit einhergehen würden. Die Präsentation war sehr detailliert, präsentierte eindrucksvoll die Zahlen, die von verschiedenen Fracking-Feldern in den USA gewonnen worden waren. Auch in den USA habe das Fracking erst ab 2005 zugenommen, als durch die Bush-Regierung der Safe Drinking Water Act gelockert worden sei und der Energy Policy Act diese Art der Erdgas-Förderung unterstützt habe, erklärte der Energie-Experte.

Im Vortrag ging es auch um die Ressourcen, die allein im Vorfeld für die Bohrungen notwendig sind: angefangen vom Stahl über die Maisstärke, die man als Gelbilder benötige, bis hin zum Schwerlastverkehr. Es müssten Pipelines gelegt, Maschinen und Anlagen aufgebaut werden, so Weindorf. Von den Auswirkungen des Frackings selbst ist hier noch gar nicht die Rede.

Die Förderung habe einen hohen Wasserverbrauch zur Folge und einen hohen Bedarf an Quarzsand. Die Luft könne durch austretende Gase wie Methan verunreinigt werden, Trinkwasser sei durch Chemikalien und radioaktive Substanzen gefährdet. Abgesehen von den geologischen Störungen, die auftreten könnten.

Selbst wenn die Förderfelder wieder geschlossen werden – sie werden zubetoniert – könnte immer noch Methan aus der Erde dampfen. Den Versicherungen in Europa alles „sauberer" zu machen, Stichwort „Clean Fracking", begegnete Werner Weindorf äußerst skeptisch. Diese Skepsis war durchaus auch im Publikum zu finden.

Fracking Infoabend bild5

Das aktuelle Thema „Fracking“ hatte viele Interessierte zum Vortrag und der anschließenden Diskussion in den Seniorenclub am Montagabend, 17. November 2014, kommen lassen; die Haarer Grünen hatten eingeladen und den Energie-Experten Werner Weindorf als Referenten gewonnen

Interessant sei vor allem, dass selbst in den USA nur bevölkerungsarme Gegenden für die Bohrungen gewählt worden seien und New York sich gegen das Fracking ausgesprochen habe. Dort sei es ganz verboten. Das berichtete das Mitglied des Landesarbeitskreises Energie der Grünen in Bayern.

Hingegen wird gemutmaßt, dass Terrain Energy, ein britisches Energie-Unternehmen, sich mit der Erlaubnis, im Süden von München nach Erdgas und Erdöl zu suchen, auf Umwegen Fracking-Probebohrungen genehmigen lassen könnte. Denn Bohrungen könnten im Rahmen einer wissenschaftlichen Untersuchung erlaubt werden, selbst wenn weiterhin aus wirtschaftlichen Gründen das Fracking verboten bliebe.

Aber selbst die Wirtschaftlichkeit einer solchen Energiegewinnung bezweifelte der Vortragsredner Werner Weindorf. Als Alternativen schlug er die erneuerbaren Energien vor. Er erinnerte an das Energiesparen und an die Möglichkeiten der Wärmedämmung. „Die erneuerbaren Energien bekommen wir geschenkt", so zitierte Andreas Wichmann in der anschließenden Diskussion den Physiker Harald Lesch. Weiterhin wurden Fragen zur Energiepolitik in Bayern erörtert, zur Windkraft und Sonnenenergie. Zum Schluss bleib folgender Satz im Raum stehen: „Wäre die Welt eine Bank, sie würde gerettet werden."

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