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Notizen aus dem Gemeinderat

Kategorie: Politik Veröffentlicht: 26. März 2014

(Text: AL) Der Beginn der ersten Gemeinderatssitzung nach der Kommunalwahl stand im Zeichen der Trauer: Die Gemeinderatsmitglieder gedachten mit einer Schweigeminute der verstorbenen langjährigen Haarer Gemeinderätin und früheren Zweiten Bürgermeisterin Gerlinde Würfl. Sie war am 20. März im Alter von 72 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben.

 


Veröffentlichungen
Bürgermeister Helmut Dworzak übermittelte dem Gremium das Lob des Kreisheimatpflegers, der den Entwurf für den Jugendstilpark als „hervorragend" erachtet.
Beschlüsse
Käfer sorgt weiterhin für Ärger
Er selbst ist klein, der Ärger den er verursacht umso größer: Der Asiatische Laubholzbockkäfer hält die Gemeinde Haar weiterhin in Atem. In den beiden betroffenen Ortsteilen Salmdorf und Ottendichl mussten daher auf Veranlassung der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) jeweils 30 Bäume gefällt werden. In Ottendichl mussten Rosskastanien und Ahornarten weichen. In der Gärtnersiedlung vielen der Fällung zusätzlich noch Pappeln, Birken und Weiden zum Opfer. Zur Schadenseindämmung wurden auch Bäume abgeholzt, an denen der Käfer noch keine sichtbaren Spuren hinterlassen hatte. Die Kosten der Fällung übernimmt die Gemeinde. Entsprechende Zuschüsse hat die Verwaltung beim Ministerpräsidenten und beim Landwirtschaftsminister beantragt.
Bürgermeister Helmut Dworzak betonte, dass die Baumfällungen eine von der Landesanstalt für Landwirtschaft vorgeschriebene Maßnahme und keine Gemeindebeschlüsse seien. Die Gemeinde habe hier keinen Handlungsspielraum. Der Dritte Bürgermeister Hans Stießberger (CSU) sprach sich dennoch dezidiert gegen die Fällaktionen aus: „Man schießt hier mit Kanonen auf Spatzen. Was wir hier in vier Wochen kaputt gemacht haben, schafft der Käfer nicht in Monaten." Auch Bürgermeister Dworzak gab zu, den Sachverhalt zunächst genau so gesehen zu haben, verwies aber auf große Schäden in China und Kanada und die Sachkenntnis der LfL. Umweltreferent Michael von Ferrari erläuterte, dass die große Gefahr bestehe, dass sich der Käfer auch auf die Wälder ausbreite. Dies gelte es zu verhindern. Auch Gemeinderat Werner Kozlik von den Grünen zeigte sich den Fällungen gegenüber skeptisch und fragte nach Ersatzpflanzungen. Laut dem Umweltreferenten sollen Eichen und Walnussbäume gepflanzt werden. Er empfiehlt zudem allen Baumbesitzern, einmal monatlich einen genauen Blick auf ihre Bäume zu werfen und sie nach Veränderungen abzusuchen.
Durch den Käferfund auf Haarer Flur wurde auch die Quarantänezone erweitert. Annähernd er gesamte Norden der Gemeinde bis hin zur Bahnlinie liegt nun darin. Das bedeutet, dass nun auch der Wertstoffhof, wo bisher Material aus Grünanlagen außerhalb der Zone abgegeben werden konnten, in der Quarantänezone liegt. Die Verwaltung verhandelt deshalb mit einer Firma, die Äste und Stämme aus privaten Gärten annimmt, häckselt und in einer Biomasseanlage verbrennt.
Der Gemeinderat beschloss einstimmig, diese Verhandlungen bald zum Abschluss zu bringen, die Bevölkerung weiterhin auf dem Laufenden zu halten und eng mit der LfL zusammenzuarbeiten. Die Gemeinde stellt für die Entfernung der betroffenen Bäume Mittel von 50.000 Euro bereit.

 

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