lesen-sie-auch-andere-ortszeitungen Oberdinger Kurier Logo echinger-echo neufahrner-echo herrschinger-spiegel mooskurier

Haar wächst – aber nicht in die Höhe?

Kategorie: Politik Veröffentlicht: 16. März 2014

(Text: AL) Die letzte Gemeinderatssitzung vor der Kommunalwahl stand ganz im Zeichen des Wachstums – einerseits der Einwohnerzahl der Gemeinde, andererseits der Wohnhäuser in die Höhe.


Veröffentlichungen
Der Asiatische Laubholzbockkäfer hat den Münchner Osten noch immer fest im Griff. Anfang Februar wurde er in Salmdorf und Ottendichl gefunden. Nun müssen rund 50 Bäume gefällt werden. Diese werden vor Ort gehäckselt und in ein Biomassekraftwerk überführt.
Als völlig ungefährlich hingegen erwiesen sich die am Haarer Bahnhof gesichteten Rattenfallen, die von einer professionellen Firma dort aufgestellt wurden und sowohl für Menschen, als auch für Hunde und Katzen völlig ungefährlich sind.
Haar wächst und wächst
In Zukunft wird es immer mehr Haarer geben: Der Carola Seis vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum stellte die Prognose zur Bevölkerungsentwicklung bis zum Jahr 2030 vor. Angesichts der Zahlen stockte einigen Gemeinderäten sichtlich der Atem.
Die Gemeinde Haar wächst am meisten durch Zuzug von außen. Rund 150 Einwohner kommen pro Jahr durch nachverdichtende Baumaßnahmen hinzu. Großer Zuzug ist zu erwarten, wenn das Klinikgelände Haar II seine Metamorphose in das Wohngebiet Jugendstilpark vollzogen hat und außerdem in Gronsdorf gebaut wird. CSU-Gemeinderätin Gerlinde Stießberger warf ein, dass die Kommune in der Lage sei, die Bevölkerungsentwicklung zu steuern. Bürgermeister Helmut Dworzak hielt dagegen, dass die Gemeinde keinen Einfluss auf Nachverdichtung habe. Laut der vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum könnte die Einwohnerzahl der Gemeinde auf über 30.000 Personen anwachsen. Über 3500 Neu-Haarer werden allein im Jugendstilpark erwartet. „Die Integration der neuen Bürger ist eine große Aufgabe", betonte Grünen-Fraktionssprecher Mike Seckinger. Für die Gemeinde stellt sich in diesem Zusammenhang besonders die Frage, wie viele Kinder hinzukommen und wie sich gegebenenfalls die Schulen entwickeln müssten. Nicht nur ein Grundschulneubau könnte notwendig werden, auch eine Erweiterung des Ernst-Mach-Gymnasiums wird unumgänglich werden. Zweite Bürgermeisterin Gabriele Müller mahnte, sich zeitnah um eine neue Grundschule zu kümmern, da diese auch rechtzeitig fertiggestellt werden müsse.
Vom Pausenhof zum Natur-Erlebnis-Schulhof
Die Konradschule gibt es bereits und in diesem Jahr wird sie für ihre Schüler noch schöner: Der herkömmliche Schulhof wird in einen 1800 Quadratmeter großen Natur-Erlebnis-Schulhof umgestaltet. Barbara Stark vom Netzwerk Blühende Landschaften stellte die Planungen vor, die sie gemeinsam mit der Schulleitung der Konradschule und besonders mit den Schülern selbst erarbeitet hatte. Aus den Ideen entstand in Zusammenarbeit von Barbara Stark mit Gartenbautechniker Fred Fuchs ein Gesamtplan mit 25 Einzelstationen. Darunter sind auch Rückzugsorte, an denen die Kinder in Ruhe ihre Brotzeit essen und entspannen können. Auf Wunsch der Schüler wird es auch einen Wasserspielbereich geben. Die Oberfläche des neuen Pausenhofs soll bewegt sein, es werden auch Areale geschaffen, die von Tieren bewohnt werden sollen und die von den Kindern nicht betreten werden sollen.
Rund 256.000 Euro wird es kosten, den Natur-Erlebnis-Schulhof Realität werden zu lassen. Durch die tatkräftige Mithilfe der Eltern sollen die Kosten noch gesenkt werden. Auch die Kinder sollen von Anfang an dabei sein, wenn ihr neuer Erlebnishof entsteht. 200.000 Euro sind bereits im diesjährigen Haushalt eingestellt.
Nach 19 Metern ist Schluss?
Aus ganz aktuellem Anlass hatte es noch ein Nachtragspunkt auf die Tagesordnung geschafft: Die Gemeindeverwaltung prüft die Möglichkeit eines Ratsbegehrens gegen die Bürgerinitiative „Mia san Haar", das nicht nur das geplante Hochhaus an der Ecke Münchner Straße/Jagdfeldring verhindern möchte, sondern die Höhe für Neubauten in Haar grundsätzlich auf 19 Meter begrenzen will. Damit das von der Initiative angestrebte Bürgerbegehren bei der Gemeinde eingereicht werden kann, müssen es rund 1500 Bürger unterschreiben. Danach entscheidet der Gemeinderat über die Zulässigkeit des Begehrens. Ist es zulässig, kommt es zu einem Bürgerentscheid, der dieselbe Wirkung wie ein Beschluss des Gemeinderats hat. Soweit die Theorie. Ob wirklich ein Bürgerentscheid stattfinden wird, hängt davon ab, ob die Gemeinde ein Ratsbegehren anstreben kann. Mit ihrer Forderung, die Maximalhöhe von Neubauten in Haar auf 19 Meter zu beschränken greift die Bürgerinitiative laut Aussage der Verwaltung in die Planungshoheit und auch in eigentumsrechtliche Belange der Gemeinde ein. Die Verwaltung soll laut Beschlussvorschlag prüfen, welche Voraussetzungen es für ein Ratsbegehren gibt, um den Bürgern eine „sachgerechte Entscheidung" zu ermöglichen. Während die SPD mit ihrer Ablehnung der 19-Meter-Grenze nicht nur zur Sparsamkeit mit den Bauflächen anhalten, sondern auch die „städtebauliche Vielfalt in Haar" erhalten möchte steht die CSU klar hinter der Initiative.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok