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Verbal-Watschn von Frau Gscheit –Traditionelles Fischessen der Haarer CSU

Kategorie: Politik Veröffentlicht: 09. März 2014

(Text/Fotos: AL) Zwei Tage nach dem politischen Gegner und eine gute Woche vor der Kommunalwahl veranstaltete die Haarer CSU ihr traditionelles Fischessen zum Beginn der Fastenzeit. Mit viel Musik und der spitzzüngigen Fastenrede der „Putzfrau Frau Gscheit" stimmten sich Parteimitglieder und Kandidaten auf den Endspurt des Kommunalwahlkampfes ein.

 

 

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Gehen gestärkt in die letzte Phase des Kommunalwahlkampfes: (v.li.) Gerlinde Stießberger, Susanne Böhm, Alois Rath, Thomas Reichel, Dr. Dietrich Keymer, Ernst Weidenbusch und Hans Stießberger, der in diesem Jahr nicht mehr kandidiert.


Mit einem Auftritt als Chor begrüßten die Gemeinderatskandidaten die Gäste. Bekannte Melodien wie „Marmor, Stein und Eisen bricht" wurden zu Wahlkampfhymnen umgedichtet. Vom amüsierten Publikum gab es dafür anerkennenden Beifall. Als erster Redner trat der Ortsvorsitzende Dr. Dietrich Keymer ans Rednerpult. Er stellte die Kandidaten für den Gemeinderat und den Kreistag vor und widmete sich auch gleich einem der Lieblingsstreitthemen zwischen CSU und SPD: der geplante Neubau eines Hochhauses auf dem Gelände des verlassenen Finanzzentrums an der Münchner Straße und das daraus entstandene Bürgerbegehren. Diese Themen greift auch der Hauptredner des Abends, Bürgermeisterkandidat Thomas Reichel, in seinen Ausführungen auf.
Reichel ließ die vergangenen Monate seit seiner Nominierung zum Bürgermeisterkandidaten Revue passieren und ging wie sein Vorredner besonders auf den möglichen Hochhausneubau und das dagegen gestartete Bürgerbegehren ein. Der Bürgermeisterkandidat sicherte dem Bürgerbegehren die Unterstützung seiner Partei zu. Außerdem ließ Reichel keinen Zweifel offen, dass die CSU „die Realschule will." Ebenfalls zur Sprache kam die Idee eines Wirtschaftsreferenten, der potenzielle Gewerbesteuerzahler nach Haar locken soll. Weitere Themen waren der soziale Wohnungsbau, die weitere Entwicklung der Gemeinde Haar im Bezug auf den Jugendstilpark, der Bahnhof und neue Impulse für die Leibstraße. Auch ein paar scharfe Seitenhiebe in Richtung SPD durften natürlich nicht fehlen, so warf Reichel den Sozialdemokraten unter anderem mangelndes Miteinander – sowohl mit der CSU als auch mit der Kreistags-SPD – und unangebrachte Kritik gegenüber den Gewerbetreibenden auf der CSU-Liste vor.
Mit Seitenhieben ging auch die „Putzfrau Frau Gscheit" alias Gerlinde Stießberger nicht sparsam um bei ihrer Fastenrede. Bevor sie sich mit der Haarer Kommunalpolitik auseinandersetzte, bekam erst einmal der Kontrollwahn der EU sein Fett weg. Der nächste Schuss ging in Richtung Gemeindefinanzen, mit denen ihrer Meinung nach in den vergangenen Jahren wenig pfleglich umgegangen worden sei. Es folgte das Resümee: „G'spart muaß werd'n!" Für Thomas Reichel hatte Frau Gscheit einen todsicheren Tipp parat, wie er die Wahl gewinnen kann: Er müsse es schaffen, Liebling der Frauen zu werden, dann klappt's auch mit der Mehrheit. Das Herz von Frau Gscheit hat er sicher schon gewonnen.
Für die politischen Gegner im Kommunalwahlkampf hatte die resolute Rathaus-Putzfrau auch ein paar Verbal-Watschn auf Lager. So beschleicht sie die Angst, dass die Haarer Kommunalpolitik in Zukunft bei „Familie Müller am Küchentisch" entschieden werden könnte. Auch an dem ihrer Meinung nach nicht vorhandenen Programm der Grünen und der wenig schlagkräftigen Äußerungen der Freien Wähler ließ sie kein gutes Haar. Mit dem fehlenden Zugang von der Garage zum Bürgerhaus, der Baumschutzverordnung, einem möglichen „zweiten Grünwald" im Jugendstilpark und dem „Dworzak-Gedächtnis-Bunker" an der B304 schloss sie ihren Vortrag, für den es vom Bürgermeisterkandidaten einen Blumenstrauß und von den Gästen im Saal begeisterten Applaus gab.

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Thomas Reichel (re.) mit seinem größten Fan, der „Rathausputzfrau Frau Gscheit" alias Gerlinde Stießberger.


Zum Ausklang des Abends trat der Chor noch einmal auf die Bühne und die zwei „Haarer Buam" alias Alois Rath und Karl-Heinz Bitzer nahmen den Zankapfel Hochhaus mit ihrer Darbietung ein weiteres Mal auf die Schippe. So gerüstet geht die Haarer CSU nun in die letzte Phase des Wahlkampfs. Denn nicht am Aschermittwoch, sondern erst am 16. März ist alles vorbei.

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Die Gemeinderatskandidaten hatten als Chor mehrere Lieder einstudiert.

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