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Jagdfeld trifft auf Politik

Kategorie: Politik Veröffentlicht: 01. März 2014

Gabriele Müller und Thomas Reichel stellen sich den Fragen der Jugendlichen aus dem Katholischen Jugendzentrum Haar

(Text/Foto: rk) Ein kommunikativer Rahmen, ein Moderator, der weiß, wie die Jugendlichen ticken, und eine Organisation, die beiden Seiten entgegenkommt. So ist ein Austausch gewährleistet, der in dieser Art und Weise zum allerersten Mal vor einer Bürgermeisterwahl in Haar stattfindet.

 

 

Das angekündigte Kochduell zwischen den Bürgermeisterkandidaten Gabriele Müller (SPD) und Thomas Reichel (CSU) spricht viele an. Das Motto lautet „Koche mit und sprich über die Kommunalwahl am 16. März“. Fast 40 Jugendliche im Alter zwischen 12 und 23 Jahren finden sich am 28. Februar ab 19.00 Uhr in den Räumen des katholischen Jugendzentrums, Jagdfeldring 13c, ein. Ein Erfolg auch für Veronika Hofmann, Jugendpflegerin des katholischen Jugendzentrums BONI, und Tobi Gläser vom Jugendtreff DINO.

Es ist weniger ein Duell, denn ein Miteinander im Sich-den-Fragen-Stellen. Kein gegenseitiger politischer Schlagabtausch, sondern ein gemeinschaftliches Pizzabacken. So öffnen sich die Jugendlichen auch immer mehr und kommen auf die Kommunalpolitiker zu.

Anfangs sitzen die Jugendlichen auf den gepolsterten Sideboards, einige lümmeln sich um das große Sofa, das in einer Ecke steht. Andere lehnen im Türrahmen. Die Kontrahenten, um die es geht, stehen im Raum. Nachdem sie sich nochmals mit Namen und kurzem Werdegang vorgestellt haben, initiiert Veronika Hofmann das erste Spiel. Auch hierin geht es eigentlich darum, die beiden Politiker den Jugendlichen näherzubringen.

Gabriele Müller und Thomas Reichel haben jeweils fünf Eigenschaften von sich auf einzelne farbige ovale Pappkartons geschrieben. Diese Pappen liegen nun auf dem Billardtisch in der Mitte des Raums. Jugendpflegerin Hofmann erklärt das Spiel. Was ist welchem Bürgermeisterkandidaten zuzuordnen? Das bedeutet: aufstehen, auf die Person zugehen und die Pappe an der Kleidung anbringen. Wer traut sich? Wer steht als erstes auf und geht auf die Politiker zu? Die Spannung steigt. Ist erst einmal der Erste aufgestanden, bricht der Bann und gegen Ende wollen sogar mehrere Mutige die Eigenschaften verteilen. Es fängt an Spaß zu machen und die Stimmung wird lockerer.

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Die beiden Bürgermeisterkandidaten haben sichtlich Spaß, wie die Jugendlichen im Katholischen Jugendzentrum Haar BONI, die Eigenschaftskarten jeweils einer Person zugeordnet haben

Dann kommt es zum eigentlichen Kern des Abends: Die beiden kommunalpolitischen Größen stellen sich nebeneinander an ihre Plätze zum Pizzabacken. Während sie einen fertigen Pizzateig mit der Unterstützung von ein paar helfenden Händen belegen, verteilt Tobi Gläser Karten. Darauf stehen Fragen, die sich die Jugendlichen zuvor ausgedacht haben. Durch das Aufschreiben auf die Karten und deren Verteilung werden die Fragen anonymisiert. Zudem braucht Tobi Gläser nur jemanden aus der Gruppe aufzufordern, eine Frage vorzulesen.

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Die Spitzenkandidaten zur Bürgermeisterwahl am 16. März, Gabriele Müller und Thomas Reichel, mit ihren Helfern beim Pizzabacken im Katholischen Jugendzentrum BONI

Sie reichen vom Autotyp über Lieblingsband bis hin zu kritischen Fragen und Anmerkungen, die ins Eingemachte gehen. Weshalb Immigranten Hartz IV erhalten, warum sich die Bundestagsabgeordneten die Diäten erhöht haben, welche Förderungsprojekte für Jugendliche in der Gemeinde bei den knappen Kassen der Gemeinde zu realisieren sind. Konkret zur Sprache kommen unter anderem der Sportpark in Eglfing und der weitere Ausbau des Skateparks.

In den Plänen für die Jugendförderung sind sich beide Kandidaten ziemlich einig. Der eine baut auf dem auf, was die andere anspricht. Die bisherige zweite Bürgermeisterin möchte die Nachmittagsbetreuung ausweiten, weitere Spendenprojekte für Kinder und Jugendliche sowie zusätzliche Musik- und Sportangebote. Gemeinderat Reichel regt zusätzlich an, dass sich die Gemeinde mehr für die Jugendlichen einsetzt beim Übergang von der Schule zum Beruf. Gleichzeitig kann er sich Projekte vorstellen, in die sich die Jugendlichen selbst einbringen könnten, beispielsweise beim Ausbau der Skateanlage.

Ein Unterschied zwischen den Kontrahenten ist bei der Frage nach der Motivation, warum sie sich zur Wahl stellen, herauszuhören. Sie ist diejenige, die Probleme angeht und lösen will. Sie selbst hat am eigenen Leib erfahren, wie das geht. Er hingegen ist derjenige, der strategisch an Aufgaben herangeht. Bereits in der Jugend habe er sich für die Prozessabläufe interessiert und dafür, wie Entscheidungen gefällt werden.

Während die Pizza im Ofen bäckt, nutzen tatsächlich Anwesende die Gelegenheit, mit den Kommunalpolitikern ins Gespräch zu kommen. Das ist das erklärte Ziel. Tobi Gläser freut sich über diesen sehr großen Erfolg.

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Gemeinsam am grünen Tisch: Gabriele Müller und Thomas Reichel spielen mit den Jugendlichen Ahmad Irshad Zakmai und Onur Tekin um den Sieg im Poolbillard (v.r.n.l.)

Mit Poolbillard klingt der Abend aus. Es werden zwei Teams gebildet und jeder Bürgermeisterkandidat spielt mit einem Jugendlichen zusammen. Onur Tekin und Thomas Reichel gewinnen. Ahmad Irshad Zakmai und Gabriele Müller nehmen’s gelassen.

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