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Corona und kein Ende? DiensTALK im Kleinen Theater

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 19. Februar 2021

Matthias Riedel-Rüppel und Andreas Bukowski im Gespräch

Wenn ein kleines rotes Teufelchen „Darth Vader" zum Plausch bittet, ist garantiert Fasching und der Bürgermeister hat Geburtstag oder es ist schlicht: LIVE-Stream DiensTALK im Kleinen Theater Haar. Erinnert die Kleidung von Matthias Riedel-Rüppel (Intendant Kleines Theater Haar) und Bürgermeister Andreas Bukowski im ersten Moment an das lustige Treiben, das jenseits Corona am höchsten aller närrischen Tage, seinen Höhepunkt erlebt, geht es im Gespräch um ernstere Themen, die sich um das kulturelle Leben drehen. Seit beinahe einem Jahr ist der Alltag des Intendanten durch die die Kulturförderung bestimmt. „Ich hatte an einer bestimmten Stelle keine Lust mehr darauf zu schauen, was alles nicht geht, ich merkte, dass das etwas Destruktives mit mir macht", offenbart Riedel-Rüppel und sagt: „Ich sehe so eine Krise auch immer als Ausgangspunkt für eine positive Entwicklung. Wir haben versucht, unseren Weg zu finden und zu schauen, was für unseren Standort positiv wachsen kann." Aus Sicht von Andreas Bukowski sehr erfolgreich, wie er betont: „Es ist schon sehr beachtlich, was ihr hier im Bereich Live-Streaming auf die Beine gestellt habt, wie ihr euch in dieser Geschwindigkeit umgestellt habt, nachdem ihr festgestellt hattet, dass ihr nicht könnt, aber ein Programm habt."

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Das „rote Teufelchen" Matthias Riedel-Rüppel, Intendant Kleines Theater, im Gespräch mit „Darth Vader", Bürgermeister Andreas Bukowski

 

Der Pieks und falsche Vorstellungen
Nach dem 10.März 2020 ist Riedel-Rüppel schnell bewusst, dass die Krise „nicht so schnell vom Tisch ist": „Ich stellte fest, dass die regierende Partei, die uns Jahre förderte, es nicht mehr tat. Die Grünen legten sich plötzlich wahnsinnig für uns ins Zeug und waren ein bisschen der Stachel im Fleisch." Als regierende Partei sei es schwierig, da sie sich schließlich um „alle Bereiche kümmern" müsse, antwortet Bukowski: „Die Opposition hat sich das Thema herausgepickt, weil es für sie ein „Wohlfühlthema" war, da kann man ja nur alles richtig machen. Es ist ein Leichtes, dieses und jenes zu fordern, anders als für die CSU, die ja viele Felder abdecken muss." Natürlich dürfe man Maßnahmen kritisieren, warum an der einen Stelle mit entsprechenden Maßnahmen Öffnungen möglich seien und an anderer nicht. „Hier hätten sich sicher einige differenziertere Maßnahmen gewünscht", gesteht Bukowski zu. Die Herausforderung in der Pandemie sei das eine, die Vorurteile, die sich durch den Standort des Theaters auf dem Gelände der Psychiatrie ergeben, eine andere Problematik, fürchtet Riedel-Rüppel: „Viele haben wohl Berührungsängste. Im Hinterkopf der Leute ist leider immer noch vereinzelt, dass es gefährlich sein könnte, auf der anderen Seite verbinden sie damit einen elitären „Touch", den das Theater gerade nicht hat." Bukowski kann „eher keine" Berührungsängste ausmachen: „Man sieht immer wieder neue Leute auf den Veranstaltungen vom Banker, Juristen, Patienten oder Leute aus der Pflege oder der Gemeinde. Viele Haarer kennen es nur einfach noch nicht."


Aussichten
Für die nähere Zukunft in einem, drei und fünf Jahren liegen dem Bürgermeister zwei Projekte am Herzen. „Wir wollen die Idee der kleinen Opernfestspiele im Auge behalten." Als „leidenschaftlicher Verehrer des kleinstem Opernhaus Münchens, der Pasinger Fabrik" zeigt sich Bukowski zuversichtlich, das Ensemble für ein Gastspiel gewinnen zu können. „Außerdem schwebt mir ein kleines Kulturreferat vor, um eine Anlaufstelle für Künstler zu sein und gleichzeitig aktiv selbst kulturelle Veranstaltungen mehrfach im Jahr zu veranstalten." Aufgrund des stattfindenden Angebots und der überregionalen Bedeutung könne Haar mit breiter Brust auftreten: „Das ist auch dein Verdienst, Matthias, das das Kleine Theater da steht, wo es steht", betont Bukowski.

 

Für Sie berichtete Manuela Praxl.

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