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Tatort-Kommissar Ivo Batic liest im Kleinen Theater Haar

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 20. Januar 2019

Tatort-Kommissar Ivo Batic liest im Kleinen Theater Haar

Miroslav Nemec ist nicht nur Musiker, er ist auch Schauspieler und bei seinen Fans bekannt als Tatort-Kommissar Ivo Batic.

Anlässlich einer Benefizveranstaltung kam der Schauspieler am 18. Januar ins Kleine Theater nach Haar. Der Erlös aus dem Kartenverkauf kommt dem kbo-Kinderzentrum München für den Erweiterungsbau, u. a. eine neue Tagesklinik mit ca. 60 neuen Betten, zugute. Geplant ist ein Kinderzentrum, das alles bietet, was eine gesunde Entwicklung der kleinen Patienten fördert und ihnen sowie den Familien mehr Lebensqualität verschafft. „Vor allem aber sollen sie sich bei uns wohlfühlen.", erzählt Prof. Dr. med. Volker Mall, ärztlicher Direktor und Lehrstuhlinhaber für Sozialpädiatrie.

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Der Schauspieler und Musiker ist immer bereit zu helfen. So war es für ihn ein persönliches Anliegen mit seiner Biografie „Miroslav Jugoslav", die im Gerhard Hess Verlag erschienen ist, nach Haar zu kommen und seinen Fans, aber auch allen anderen Theaterbesuchern einen kleinen Einblick in sein Leben zu geben.

In seiner Biografie erzählt Nemec von der Kindheit im sozialistischen Zagreb unter Marschall Tito und seiner Jugend in Bayern, wo er von kinderlosen Verwandten aufgenommen wurde, die ihm eine Ausbildung und damit die Aussicht auf ein besseres Leben ermöglichten. In der Schule wurde er immer nur „Miroslav Jugoslav" gerufen, aber auch seine künstlerische Begabung zeigt sich schon sehr früh. Seit 1977 spielte er Theater und im Laufe der Zeit nimmt auch die Arbeit vor der Kamera mehr und mehr Raum ein.
Mit der Miro Nemec Band steht er bereits seit mehr als 15 Jahren als Sänger, Gitarrist und Keyboarder auf der Bühne.
Zu Beginn des Abends ließ er es sich nicht nehmen, sich ans Klavier zu setzen und zwei Lieder zum Besten zu geben.
Humorvoll wie man Miroslav Nemec kennt, las er verschiedene Textpassagen aus dem Buch vor. Geschichten, die er seiner Tochter Nina gewidmet hat, aber auch politische Witze rundeten den gelungenen Abend ab. Mit österreichischem Dialekt brachte er die Besucher genauso zum Lachen, wie mit seinen Witzen, die er zwischendurch erzählte.
Nemec ist am 26. Juni 1954 geboren. In der Woche seiner Geburt wurden nur Mädchen geboren. Der Name Miroslav war ein Kompromiss, den seine Eltern geschlossen hatten, weil sich die Eltern zwischen Robert und Branco nicht entscheiden konnten. Miro bedeutet Friede.
Unfreiwillig wuchs die Familie vegetarisch auf. Eintöpfe waren billig und machten satt. Fleisch war rar und Eier galten als Luxus. Wenn es mal etwas anderes gab, wurde reingehauen.
Auch das Duschen war zeitlich begrenzt. Zum Waschen ging man samstags in die Waschanstalt.
Das Haus, in dem die Familie lebte, war ein Forsthaus aus den 30er Jahren. Es war die letzte gemeinsame Wohnung, bevor Nemec nach Deutschland kam.
Der Schauspieler entschied sich bewusst, kleinere Kapitel aus seiner frühen Vergangenheit vorzulesen. Als Tatort-Kommissar kennt man ihn ja bereits. Die frühe Vergangenheit des Schauspielers ist garantiert genauso spannend, wie die Tatort-Geschichten.
Außerdem kann Nemec dann auch ein paar kroatische Lieder dazu beitragen, die er mit einzelnen Textpassagen ins Deutsche übersetzte.
Mit 10 Jahren leistete Miro den Pionier-Eid des Marschall Tito. Seine Eltern mussten viel arbeiten, so arbeitete sein Vater nebenbei noch bei Fußballspielen, zu denen er Miro jedesmal mitnahm. Auch in den Lumapark, welches ein Freizeitpark ist, durfte Miro seinen Vater begleiten. Dort ließ man ihn immer Autoscooter fahren.
Bevor es nach gut einer Stunde in eine kurze Pause ging, erzählte der Tatort-Kommissar noch zwei Witze aus der Wiener Zeit.
Aus der Pause kam er frisch erholt zurück und brachte sogleich seine Gitarre mit, auf der er sich nach der Pause für ein paar Songs begleitete, so auch bei dem Song „Winter" von Artmann Jandl.

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Miroslav Nemec unterhielt abwechselnd am Klavier und mit der Gitarre. Zwischendurch las er verschiedene Textpassagen aus seiner Biografie vor.

Einschneidende Erinnerungen und Kirchenbesuche bis hin zur Langhaarzeit verbinden Nemec mit der Stadt Salzburg.
Im Jahr 1972 begann er dort am Salzburger Mozarteum sein Musikstudium. Zur damaligen Zeit noch mit jugoslawischem Pass. Zehn Monate dauerte es, bis er seinen grünen Pass von der BRD bekam.
Sein erstes Gedicht, dass er sich in der Schule merken konnte, handelte vom „Meer". Dann gab es aber auch noch sein Lieblingsgedicht, welches er sich auch gemerkt hat.
Daraufhin lernte er den österreichischen Dichter und Schriftsteller Ernst Jandl kennen. Unter dem Begriff „Kalypso" beschrieb er eine Liebesgeschichte der anderen Art.
Weil aber der Tatort auch zu seiner Karriere dazugehört, ließ er es sich nicht nehmen, den mit dem Kollegen Wachtveitl geschriebenen „Tatort" Song, nach der Melodie von „Auf der Reeperbahn" A Cappella vorzusingen. Bevor sich der „Kommissar" aber aus Haar verabschieden wollte, ließ er es sich auch nicht nehmen, seine Biografie persönlich zu signieren, die auch an dem Abend im Kleinen Theater in Haar verkauft wurde.
Neben dem literarischen unterhielt Miroslav Nemec das Publikum im ausverkauften Kleinen Theater mit musikalischen, poetischen Klängen an der Gitarre und dem Klavier.

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Für Sie berichtete Petra Schönberger.

 

 

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