lesen-sie-auch-andere-ortszeitungen Oberdinger Kurier Logo echinger-echo neufahrner-echo herrschinger-spiegel mooskurier

Die Gemeinde Haar zeigt sich von der romantischen Seite

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 04. Januar 2019

Die Gemeinde Haar zeigt sich von der romantischen Seite

Es gibt viel zu sehen in der Gemeinde Haar, angefangen beim Bürgersaal mit zahlreichen Konzerten, Kunstausstellungen bis hin zum Kleinen Theater mit Kabarett und zahlreichen prominenten Gästen. Genauso kulturell zeigt sich Haar aber auch im öffentlichen Raum und genau darum geht es auch in dem neuen Buch.

Altbürgermeister Helmut Dworzak hat das richtige Auge für die Kunst. Dies stellt er, zusammen mit Ute Dechent, in seinem beeindruckenden Buch „Einblicke – Kunst im öffentlichen Raum" unter Beweis.

Kunstbuch Gemeinde Haar 1 online

In dem informativen Bildband findet man nicht nur einfache Brücken, die zur Kunst in der Gemeinde Haar zählen, sondern auch eine ungewöhnliche Uhr, die an der Außenfassade der Leibstraße 24 zu bewundern ist. Windspiele, einen blauen Baum, ein Mahnmal und eine Geiß mit ihren sieben jungen Geißlein (der Wolf wurde nicht gesichtet), können im öffentlichen Raum in der Gemeinde Haar besucht werden. Das geht natürlich nicht, wenn man unter Zeitdruck steht oder wenn man sich für Kunst keine Zeit nimmt. Um all die Kunstwerke in der Gemeinde zu bestaunen braucht man viel Geduld. Diese hatte sich auch Dworzak genommen, um an dem einfühlsamen Kulturbuch zu arbeiten. Für einen Spaziergang ist die Fülle, die Haar an Kunstwerken zu bieten hat, zu groß und weitläufig.

Neben all den Kunstwerken erwähnen Ute Dechent und Helmut Dworzak aber auch die zahlreichen Künstler, die für die Haarer Kunstwerke verantwortlich sind. Da kommen z. B. Namen wie Hans Kastler, Werner Mally, Susanne Pittroff, Wolfgang Sandt und nicht zuletzt Klaus von Gaffron vor, um nur ein paar wenige zu nennen. An letzteren wird ganz besonders gerne zurück erinnert. Der 2017 verstorbene Künstler und Vorstand des Berufsverbands Bildender Künstler e. V. hat die Gemeinde über viele Jahre bei Kunstprojekten beraten und ihnen bei Kunstwettbewerben Sicherheiten gegeben.
Altbürgermeister Dworzaks und Ute Dechents Liebe zur Kunst kommen durch das Buch auf besonders einfühlsame Weise zur Geltung. Beim Durchblättern des Buches merkt man schon, mit wie viel Liebe im Detail daran gearbeitet wurde. Es ist kein Buch, das auf die Schnelle fertiggestellt wurde. Es war auf alle Fälle eine schöne Zeit, führt Helmut Dworzak aus, die er zusammen mit Ute Dechent an der Arbeit des Buches verbracht hat.
Die ursprüngliche Idee zu einem solchen Buch kam von den beiden Münchner Kunsthistorikern Erika Wäcker-Babnik und Stefan Graupner. Sie lieferten die Anregungen dazu, denn „viel Kunst im öffentlichen Raum muss unbedingt mal dokumentiert und in einem Bildband festgehalten werden".
Das Buch ist aber keine kunsthistorische Bewertung, sondern vielmehr ein Führer, ein Bilderbuch, für die Bürger, in dem u. a. auch das Räumliche, die wahre Qualität der Objekte gezeigt werden.
Alles was man sich von Zeit zu Zeit neu anschaut, entwickelt sich plötzlich ganz anders.
Ein wichtiges Objekt in der Gemeinde ist z. B. die „Pietá" in Gronsdorf.
Dechent und Dworzak haben in dem Buch auch ganz bewusst auf die Malerei verzichtet, da sie in erster Linie die öffentlichen Kunstwerke zeigen wollen.
Dazu gehören z. B. auch die Europakarte in der Grundschule St. Konrad, die Farbgestaltung im Treppenhaus der Grundschule am Jagdfeldring, die „rote Platte" auf dem Jagdfeldsee, aber auch das Kunstobjekt „Restlicht" vor dem Haarer Rathaus.
Nach dem Kunstwettbewerb zur Neugestaltung des S-Bahnhofs in Haar ist auch ein Wettbewerb für die neue Grundschule im Jagdfeld geplant.
Helmut Dworzak als Fotograf würde sich wünschen, wenn sich die Bürger beim Anschauen des Bildbandes Zeit und Ruhe nähmen. Dann lernt man seine Gemeinde aus ganz anderen Blickwinkeln kennen.
Überraschungen gab es keine. Allerdings hätte der Altbürgermeister gerne etwas mehr über die „Geiß´ mit den sieben Geißlein" erfahren. Die Geißlein zeigen eine „neue Heimat" in der Tannenhof-Siedlung. Die Geißenmutter wird als beschützend hervorgehoben und ist mit ihren Jungen ein schönes Bild für die neue familienfreundliche Siedlung. Vom bösen Wolf fehlt jede Spur.
Das Buchcover zeigt ein Feld vom „Blauen Baum" am Ahrntaler Platz.
Am meisten Zeit verbrachte Dworzak bei dem „Engel" an der Konradkirche, der nie von der Sonne angestrahlt wird, egal zu welcher Tageszeit man dort mit seiner Kamera vorbeikommt.
Alles in allem ist der Bildband ein beeindruckendes, einfühlsames und bildgewaltiges Gemeinschaftsprojekt von Bürgermeisterin Gabriele Müller, Ute Dechent und Helmut Dworzak. Mit der ersten Auflage wurden 650 Exemplare gedruckt. Ab Januar 2019 kann der informative und zugleich lehrreiche Bildband zum Preis von 25,00 Euro im Rathaus Haar käuflich erworben werden.
An dem von der Gemeinde Haar finanzierten Buch stecken 90% an ehrenamtlicher Arbeit.

Kunstbuch Gemeinde Haar 2 online

Für Sie berichtete Petra Schönberger.

 

 

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok