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Elias-Oratorium

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 22. Oktober 2018

Jubiläumskonzert der Chorvereinigung Haar zu seinem 70. Geburtstag

Sie machten sich selbst das größte Geschenk – die Chorvereinigung Haar sang am Sonntagnachmittag, 14. Oktober 2018, in der Kirche St. Raphael in Haar den Elias von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Trotz der sommerlichen Temperaturen an diesem Herbsttag kamen zahlreiche Zuhörer zum außerordentlichen Konzert in die wundervolle Jugendstilkirche.

Das Oratorium hat die Geschichte des Propheten Elias zum Thema. Sein Wirken, seine Taten, aber auch seine Emotionen finden in der Musik von Felix Mendelssohn-Bartholdy ihren Ausdruck: das Hadern des Volks mit den Göttern Baals aufgrund von Naturkatastrophen, ihre von Elias betriebene Vertreibung, die Bekehrung des Volks, die Erzürnung des Volks gegenüber Elias als er sich gegen das Königshaus stellt, sein Exil in der Wüste und seine Himmelauffahrt.

Der Chor übernahm stimmlich in erster Linie die Rolle des Volks, so gesehen eine aktive Rolle, nicht nur eine passive, das Geschehen kommentierende. Diese Idee entspricht auch dem Konzept der Chorvereinigung Haar: „Der Chor als Aktion erlebende Gemeinschaft, mitten im Geschehen, opernhaft Emotionen darstellen und nicht mehr – einem früheren Verständnis folgend – das kommentierende und deshalb außenstehende Instrument." So Chorleiter Michael Clemens Frey im Programmheft.

In der prachtvollen Jugendstilkirche und dem nicht ausladenden Altarraum fanden Chor, Orchester und Gesangssolisten Platz, wenn auch dicht gedrängt. Die Solisten für Sopran Heidi Manser, Alt Monika Strohmayer, Tenor Andreas Hirtreiter und Bass Daniel Weiler saßen in der letzten Reihe der Musiker, zwischen Blech- und Holzblasinstrumenten. Die Solisten schienen sich mit dieser Enge bereits ab der Mitte des ersten Teils immer besser zu arrangieren, da ihre Mimik, ihr Spiel und ihr Ausdruck noch expressiver wurden.

Die Erweiterung des Orchesters um die Blechbläser sprach bereits Claudia Koller in ihren einleitenden Worten an: „Das Werk braucht das auch!" Die Posaunen und Hörner fanden beispielsweise ihren Einsatz bei der Anrufung der Götter Baals, das Cello bei der Arie Elias, gesungen von Daniel Weiler, in der Wüste sowie die Ophikleide, ein besonderes Blechblasinstrument aus der Familie der Klappenhörner.

Ganz bewusst hatte sich die Chorvereinigung Haar für dieses Oratorium entschieden, denn auch in unseren Zeiten werde wieder die Frage nach der einen wahren Religion gestellt, so Claudia Koller einleitend.

Fast ein Dreivierteljahr hat die Chorvereinigung Haar für diesen Tag geprobt. Der Schlussapplaus und die Bravorufe entlohnten die Chormitglieder für ihre Mühen. Der Chor selbst bedankte sich auch herzlich bei seinem Dirigenten, Michael Clemens Frey, der an diesem Nachmittag die Gesamtleitung, auch des Streichorchesters Ehemaliger Theresianer und Gäste übernommen hatte.

Wer sich für die 70-jährige Geschichte des Chors interessiert, der konnte die Chronik im Programm nachlesen: von der Ära Karl Hackl von 1921 bis 1987 und die von Ernst Hofmann im Anschluss bis 2014. Ihm zollte auch der jetzige Chorleiter Michael Clemens Frey seinen Dank: „Seine herzliche und verbindende Art bleibt mir in Erinnerung und ich darf sagen, dass ohne die vielen Jahre, die er die Chorvereinigung Haar zu diesem großartigen Konzertchor geformt hat, dieser Elias nicht denkbar wäre."

Für Sie berichtete Reinhild Karasek

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70Jahre Chorvereinigung Haar – zum Jubiläum machte sich der Chor selbst ein Geschenk und sang das Elias-Oratorium von Felix Mendelssohn-Bartholdy mit dem Streichorchester ehemaliger Theresianerund Gästen und den Gesangssolisten Heidi Manser(Sopran), Monika Strohmayer(Alt), Andreas Hirtreiter (Tenor) und Daniel Weiler (Bass) unter der Gesamtleitung von Michael Clemens Frey

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Die Gesangssolisten Heidi Manser (Sopran), Monika Strohmayer (Alt), Andreas Hirtreiter (Tenor) und Daniel Weiler (Bass) unterstützten die Chorvereinigung Haar in ihrem Jubiläumskonzert zum 70-jährigen Bestehen bei der Aufführung des Elias-Oratoriums von Felix Mendelssohn-Bartholdy

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