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„ZAMMA hat zammabracht“ – eine Woche voller Höhepunkte in Haar. Geht´s jetzt ZAMMA weiter? Bilanz eines sensationellen Festivals und Ausblick in das Haar danach

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 14. Juli 2017

Von 1. bis 8. Juli herrschte in Haar Ausnahmezustand. Das Kulturfestival ZAMMA verwandelte das gerade abends sonst teilweise ausgestorbene Münchner Vorort-Städtchen in eine kunterbunte Flaniermeile mit viel Spaß und fröhlichen Gesichtern.

 

Bunt geschmückte Bäume, bereits aufgebaute Kunstprojekte und überall Plakate und Fahnen sorgten bereits am Vorabend des Festivals für eine ganz besondere Stimmung in Haar.

Am 1.7. um 16.16 Uhr war es dann so weit. Bürgermeisterin Gabriele Müller und Bezirkstagspräsident Josef Mederer gaben den offiziellen ZAMMA-Startschuss mit den Worten „Jetzt geht´s richtig los!" und hunderte bunte Luftballons wurden gen Himmel geschickt.

Bild ZAMMA Eroeffnung Hauptbuehne KO

 

Bild ZAMMA Eroeffnung Luftballons KO

Eine Woche später ist das ganze Spektakel dann plötzlich vorbei. Doch ist es das wirklich?

ZAMMA „zammagfasst" – die Kurzfassung

8 Tage ZAMMA, 60 Projekte, 30 Spielorte, über 1.000 Akteure, 120 Veranstaltungen, wobei 90% der Veranstaltungen kostenfrei waren, am Eröffnungswochenende schon mehr als 12.000 Besucher, insgesamt feierten 23.000 Menschen, die über 6.000 Handabdrücke hinterlassen haben.

ZAMMA-Bilanz

Eine Woche lang voller Konzerte, Theater- und Tanzaufführungen, Ausstellungen, Lesungen, kultureller und sozialer Ausprobier- und Mitmach-Aktionen, Gesprächsrunden und gemeinsam lachender und feiernder Menschen, egal ob Jung oder Alt, egal welcher Herkunft, mit oder ohne Behinderung.

„Inklusion ist gelebt worden", bestätigte Josef Mederer, Bezirkstagspräsident, am Samstag den 8.7. im Rahmen der großen Abschlussveranstaltung einer fulminanten Festival-Woche.

Möglich war dies unter anderem, weil alle mitgemacht haben. „ZAMMA ist Alles und von Allen!", so Mederer. Die ganze Gemeinde war dabei, weshalb aus ZAMMA „rundum ein Bürgerfest in der inklusiven Kultur geworden ist".

Bei Ihrer Auftaktrede am 1.7. kündigte Haars Bürgermeisterin Gabriele Müller noch an „ZAMMA ist für Haar etwas ganz besonderes und die Möglichkeit die wesentlichen sozialen Fähigkeiten zu zeigen."
Eine Woche später stand Frau Müller stolz an gleicher Stelle und verkündete: „Durch ZAMMA ist ein neues Zusammengehörigkeitsgefühl in Haar entstanden."
Viele der Veranstaltungen seien sehr voll gewesen, viele Menschen miteinander in Kontakt gekommen, neue Gespräche und Verbindungen entstanden. Durch ZAMMA ist „ein Ruck durch die Gemeinde gegangen und dieses Miteinander wird sicher noch weitergetragen", freut sich die Haarer Rathauschefin.

ZAMMA geht´s in Haar weiter

Die lange Vorbereitung hat sich also gelohnt, denn eine professionell und mit viel Liebe zum Detail organisierte und gelungene Veranstaltung ist entstanden. Und nicht nur das, Teile davon werden Haar weiterhin begleiten.

Neben einigen Veranstaltungsorten, die durch ZAMMA zum Kunstobjekt geworden sind, sollen auch einige der Projekte ganz im Sinne der Nachhaltigkeit im kleineren Rahmen weitergeführt werden.

Zahlreiche Wünsche seien durch die Haarer an die Bürgermeisterin herangetragen worden, über die natürlich nachgedacht werde. Fortsetzungen des inklusiven Sound-Festivals, des White Dinner oder des Blinden-Containers waren, neben vielen weiteren Projekten, besonders gefragt.

Voraussetzung dafür ist für Frau Müller ganz klar, dass „alle Menschen weiterhin so bei der Stange bleiben."

„Das Pflänzchen ZAMMA muss gepflegt werden, es braucht Wasser, es braucht Dünger", zieht der Bezirkstagspräsident Mederer den Vergleich.
Wenn die Gemeinde sich weiterhin so engagiere, spricht aus Sicht des Oberbayerischen Bezirks jedenfalls nichts gegen ein weiteres Engagement für Haar.

„Wenn das inklusive Paket stimmt", formuliert Mederer, sei der Bezirk Oberbayern gerne bereit „Dünger und Wasser zu geben, damit die Gemeinde mindestens eine Ernte zulegt." Weitere sechs Jahre ist der Bezirk mit insgesamt 56.000 Euro als Unterstützung an Bord.

ZAMMA und der Bezirk

Da Haar ohnehin schon ein besonderer Ort für den Bezirk ist, ist eine längerfristige Bindung für beide Seiten von Interesse. Gerade den Eröffnungs-Samstag mit einem Informationsstand des Bezirk Oberbayern, sah Mederer schon im Vorfeld als „gute Gelegenheit, Eigenwerbung zu betreiben".

Sämtliche bezirklichen Einrichtungen, allen voran die Kliniken, sind wesentlicher Bestandteil von Haar. Deshalb wollte man diese auch bei ZAMMA in den Mittelpunkt bringen. Die Aufgaben des Bezirks sollten in ihrer Gesamtheit dargestellt werden:
Verwaltung, Soziales und die Fachbereiche Fischerei, Imkerei, Trachten und Bezirksheimatpflege, sorgten mit Ihren Projekten für eine „Bereicherung der Gesamtheit". So lautete das Urteil des Bezirks-Chefs.

ZAMMA-Sensationen

Ein Highlight jagte das nächste, hier eine kleine Auswahl aus der enormen Vielfalt der nennenswerten Projekte und Aktionen:

Für viele eines der herausragenden Ereignisse dieser Woche war das „verhüllte Rathaus" inklusive „White Dinner" im Haarer Zentrum, das auf die feierliche Eröffnung der langen geplanten Aktionskunst einstimmen sollte.

Bild ZAMMA White Dinner Eroeffnung Publikum KO

Hunderte Haarerinnen und Haarer dinierten ganz in weiß in den Sonnenuntergang hinein und veränderten die Bahnhofstraße in eine festlich geschmückte Augenweide.
Um 22 Uhr folgte dann der Höhepunkt des Abends, den Katharina Dworzak, die zweite Bürgermeisterin, moderierte: die Eröffnung der Rathausverhüllung.

Die Stoffbahnen mit über 6.000 gesammelten bunten Handabdrücken verwandelten das Haarer Rathaus in ein einzigartiges Kunstwerk. Für absolute Spannung sorgte die sogenannte „Spinnenfrau" Ingrid Irrlich, die mit Ihrer Darbietung für ein mucksmäuschenstilles Publikum sorgte.

Bild ZAMMA verhuelltes Rathaus Spinnenfrau nah KO

Zu den Klängen des ZAMMA-Songs „ZAMMA samma" ist es ihr dann gelungen, das Rathaus mit seinen Bürgern im wahrsten Sinne des Wortes zu vernetzen.

Ein ganz großartiges Projekt mit dem Andy Richter von Hand in Hand e.V. und Karl Hertje vom Künstlerkreis Haar den Abend unvergesslich gemacht haben.

Für Gabriele Müller ist das verhüllte Rathaus „der Geist des ZAMMA, der da steht."

Bild ZAMMA verhuelltes Rathaus Spinnennetz KO

Beim Projekt „Haarer Heimatklänge" ging es darum, die Klänge von Haar einzufangen und erlebbar zu machen. Claudia Erl, die Verantwortliche des Projekts, resümierte: „Haar klingt für jeden anders, aber durchweg gut." Ein Song wurde von den über hundert eingefangenen Klängen von Route 66 bereits kreiert. Darunter Vogelgezwitscher, das Mittagsläuten von St. Konrad, die S-Bahn oder der ZAMMA-Song. Zum Anhören gibt es diesen unter: www.haarer-heimatklaenge.de, weitere Remixes sollen folgen.

Ein weiteres für Haar nachhaltiges Projekt ist die Aktion „Barrieren auf der Spur", bei dem die Frage geklärt werden sollte, welche Hindernisse im Gemeindegebiet bestehen. Im Rahmen der ZAMMA-Abschlussveranstaltung wurde eine ausführliche Dokumentation der „Problemzonen" durch Hanna Kollan (Landratsamt München) und Doris Mayer (Route 66) an Gabriele Müller übergeben.

Bild ZAMMA Haarer auf Spur KO

Die mit dem Münchner Bürgerpreis und beim Wettbewerb „andersartig gedenken on stage" in Berlin ausgezeichnete dokumentarische Performance Spurensuche – „Was für ein Mensch willst Du sein?"
verursachte beim Publikum Gänsehaut. Und nicht nur das, es war sogar beteiligt an diesem absolut bewegenden Theaterstück. Präsentiert wurde dieses ZAMMA-Highlight durch das Mittelstufentheater des Ernst-Mach-Gymnasium in Haar unter der Leitung von Thomas Ritter und Farina Simbeck, die als Theaterpädagogin für die Bürgerstiftung Haar arbeitet.

Bild ZAMMA Spurensuche Theater1 KO

Auf der Bühne das Gesellschaftshaus im kbo-Klinik-Gelände überzeugten die Nachwuchs-Talente die Besucher durch hochklassige schauspielerische Leistungen.

„Besser hätte man die dramatische Geschichte der Anstalt nicht verarbeiten können. Die Inszenierung am eigentlich Ort des Geschehens zu erleben ging in einer unvergleichlichen Weise unter die Haut.", bestätigte ein schwer begeisterterer Besucher.

Mit dem Projekt „Die Entstehung und Geschichte Haars" gelang es Peter Juhas, dem Veranstaltungstechniker, in einem faszinierenden Spektakel aus Licht- und Soundeffekten, die Geschichte von Haar als Lasershow zu erzählen. Zu Recht waren fast alle Veranstaltungen ausverkauft, denn die Zuseher wurden nicht nur unterhalten, sondern über die Vergangenheit ihres Wohnortes informiert. Sie erlebten die Geschichte von Haar und wurden aufgerufen „freundschaftlich zusammenzuleben, was auch immer die Zukunft bringt."

Bild ZAMMA Lasershow2 KO

Über einige ausgewählte Highlights des Festivals, wie das „Dunkel-Erlebnis", „Voll Tracht!", die „Haarer Lebensgeschichten" oder „Grenzen überwinden – Brücken bauen", finden Sie in dieser Ausgabe einen ausführlichen Bericht.

ZAMMA-Nachwuchs

Ein wesentlicher Bestandteil von ZAMMA war die Jugend.

Andre Gersdorf, der Vorsitzende des Bezirksjugendrings Oberbayern und Jan Museler, der Vorsitzende des Kreisjugendring München-Land waren beim Abschluss-Resümee mehr als begeistert von ihrer Jugend.

„ZAMMA hat die Jugend noch ein bisschen mehr verbunden mit Haar und damit ein absoluter Mehrwert," freut sich Jan Museler. Wie auch Andre Gersdorf, gefiel ihm das inklusive Sound-Festival natürlich am besten.
Gersdorf betonte außerdem die gelungene Arbeit der Jugendreporter, die „mit ihrem Blick auf das Festival eine andere Perspektive geschaffen haben".

Bild ZAMMA Jugenreporter KO

16 Jugendreporter waren unter der Anleitung von Edith Reithmann, Redakteurin bei BistrickMedia, bei ZAMMA unterwegs und kreierten in der Gläsernen Redaktion mehr als 45 Beiträge für die Online-Tageszeitung B304.de, darunter sogar acht Videos, die man sich unter www.b304.de/category/zamma gerne ansehen kann.

Wie großartig die Arbeit der Jugendlichen war, bewies nicht nur die Tatsache, dass die Jugend-Reporter die Abschluss-Reden moderieren durften. Alle Beteiligten erhielten eine Urkunde als Bestätigung für ihre Leistung und sogar ein weiteres Projekt. Josef Mederer lud die Jugendlichen ein, eine Einrichtung des Bezirks nach Wahl zu besuchen und eine Story über die Besichtigung zu schreiben. Er sicherte den Kids die Veröffentlichung im Bezirksblatt zu.

ZAMMA-Abschluss

Im Rahmen des ZAMMA-Happy Ends ging es rundum die große Bühne am Kirchplatz noch ein letztes Mal rund.
Nach der Präsentation der Projekt-Ergebnisse, der Resümees der Verantwortlichen und Danksagungen an alle Kooperations-Partner und ZAMMA-Mitwirkenden, ging ZAMMA 2017 mit leichtem Wehmut zu Ende.

Bei einem festlichen Barockkonzert, präsentiert vom Ensemble Haar und Bläsern der Musikschule, und den Klängen der Orchester-Suite von Johann Sebastian Bach und Händels Wassermusik, fand das Festival dann einen würdevolen, krönenden Abschluss.

Bild ZAMMA Barockkonzert KO

ZAMMA-Bilder

Eine sensationsgeladene Woche mit Erlebnissen und Eindrücken der Superlative liegt also hinter uns. Ich könnte noch seitenweise von großen und kleinen Projekten berichten. Da Bilder aber mehr als 1000 Worte sagen, lassen sie acht Tage ZAMMA in Haar hier doch einfach nochmal Revue passieren.

Ein Streifzug in Bilden...

Für Sie berichtete Karin Otto.

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