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Zum ersten Mal: Starkbierfest in Haar

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 12. April 2017

Premiere im Kleinen Theater Haar mit Fastenpredigt und Unterhaltungsprogramm

Es war voll. An den im Zuschauerraum aufgestellten Biergarnituren drängten sich die Interessierten, auch die Galerie war bis auf den letzten Platz besetzt. Das kleine Theater Haar hatte am 31. März 2017 zum ersten Mal um 18:00 Uhr zu einem Starkbierfest eingeladen.

Politische Prominenz blieb zu dieser Premiere nicht aus. Bundestagsabgeordneter Florian Hahn, der stellvertretende Landrat Ernst Weidenbusch, Landtagsabgeordneter Peter Paul Gantzer sowie Josef Mederer und Friederike Steinberger vom Bezirk Oberbayern kamen neben den Vertretern der politischen Gemeinde, allen drei Bürgermeistern und zahlreichen Gemeinderäten sowie Professor Markus Witzmann, Geschäftsführer vom kbo Sozialpsychiatrischen Zentrum. Veranstalter waren das kleine Theater Haar, die Gemeinde Haar, der Bezirk Oberbayern, das kbo sowie Ayinger Bräu.

Großes Hallo rief bereits die Begrüßung von Matthias Riedel hervor, der im schönsten Norddeutsch mit „Moin, moin" die Anwesenden als Gastgeber des Kleinen Therater Haars begrüßte. Die Gäste im Saal wurden vom Cateringpartner Regenbogen Arbeit mit Essen und Trinken versorgt, musikalisch begleitet vom Quartett Hopfen4ra, bestehend aus Posaune, Bassgeige, Akkordeon und Gitarre. Das Unterhaltungsprogramm startete mit den „Schwuhplattler", die Stimmung im Saal stieg. Als nach einer guten Stunde das Fass auf die Bühne gerollt wurde, stellten sich die Vertreter aller Veranstalter zum Anstich auf die Bühne: Bezirkstagspräsident Oberbayern Josef Mederer mit Stellvertreterin Friederike Steinberger, von Ayinger Bräu Gebietsverkaufsleiter Markus Schleu, Theaterleiter Matthias Riedel und Haars Erste Bürgermeisterin Gabriele Müller. Sie beschränkte ihre kurze Ansprache auf vier Worte, die es auf den Punkt brachten: „Schee, dass do seids".

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Der erste Starkbieranstich im Kleinen Theater Haar (v.l.n.r.): Bezirkstagspräsident Oberbayern Josef Mederer, Haars Erste Bürgermeisterin Gabriele Müller, die stellvertretende Bezirkstagspräsidentin Friederike Steinberger, Gebietsverkaufsleiter Markus Schleu von Ayinger Bräu und sowie Theaterleiter Matthias Riedel.

Der Fastenprediger Jürgen Kirner war dann allerdings sehr viel ausführlicher und nahm gemäß der bayerischen Tradition des „Derbleckens" die Politiker ins Visier. Der Künstler hatte sich über die politischen gemeindlichen Ereignisse der letzten Zeit gut informiert. „Liebe Brüder und Schwester im Starkbier", so sprach er die Gäste im Kleinen Theater Haar an. Er kam schnell auf die „Scharmützel" im Gemeinderat zwischen der Bürgermeisterin und der CSU zu sprechen. „Das hat doch im Gemeinderat nichts zu suchen, wenn man das Wohl des Bürgers wirklichlich im Viesier hat," so seine klaren Worte.

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Die erste Fastenpredigt im Kleinen Theater Haar zum Starkbierfest am 31. März 2017 mit Jürgen Kirner als Mönch, der das Derblecken gekonnt auf die Gemeinde-Themen lenkte.

Er leitete auf die Weltpolitik über. Den Geschehnissen kann Kirner sogar etwas Positives abgewinnen. „Der reine Ekel angesichts dessen, was täglich aus der Türkei und aus den USA rüberschwappt, wirkt identitätsstiftend." Er plädierte für Toleranz, Offenheit und forderte: „Begegnet dem Hass mit Hoffnung und Freude." Und er schwenkte wieder auf die kommunale Ebene, betonte, dass er den Haarer Bürgern auch Freude schenken wolle und rief Bürgermeisterin Gabriele Müller und CSU-Fraktionschef Dr. Dietrich Keymer zur Versöhnung auf. „Denn euer Treiben in Haar trägt Parallelen zu einem Kindergarten", so setzte der Kritiker in Mönchskutte nach. Man treibe sich gegenseitig an, zeige sich gegenseitig an. „Reden bringt die Leute zusammen", mahnte er an. Gesprächskultur und ein Aufeinanderzugehen würde auch Kräfte schonen. So gab der Fastenprediger der Bürgermeisterin den Ratschlag, auch einmal die Stellvertreter machen zu lassen, um ihre eigene Energie zu schonen.

Hingegen zeige die CSU seiner Ansicht nach ADHS-Symptome und sei hyperaktiv. Damit sprach er die Aktivitäten von Gemeinderat und von Ortsgeschäftsführer Alois Rath an. Nur deshalb habe die Gemeindeverwaltung das Personal für die Öffentlichkeitsarbeit aufgestockt.

Aber auch die Freien Wähler und die Grünen bekamen als „anschmiegsame" Partner ihr Fett ab. Dann sprach er direkt Dr. Dietrich Keymer an: „Komm, mach uns mal den Horst," so die Aufforderung von Jürgen Kirner, „was Horst und Angela können, das schaffts' doch auch Ihr." Und unter Applaus und Gejohle standen CSU-Ortsvorsitzender und Fraktionsvorsitzender Keymer und SPD-Bürgermeisterin Müller auf und stießen mit dem Masskrug an. Jürgen Kirner: „Was ein Starkbierfest nicht alles schafft! Prost."

Sein „Derblecken" galt der Arbeit der Gemeindeverwaltung im Speziellen, kam auf die Religionen im Allgemeinen zu sprechen, spannte den Bogen von der Gemeinde- über die Bundes- bis hin zur Weltpolitik. Immer wieder hob er Bürgermeisterin Gabriele Müller hervor, sprach diese direkt an – ganz in der Tradition des Politikerderbleckens auf dem Nockherberg. Am Ende forderte er die Bürger in Haar auf, zur Urne zu gehen, die Wahl nicht russischen Hackern zu überlassen, denn das habe Konsequenzen auch für die Haarer. „Machen Sie Ihr Kreuz hier in Haar für Berlin."

Der Applaus seiner durch und durch politischen, aber auch sehr unterhaltsamen Fastenpredigt war langanhaltend. Abschließend spielte die Couplet-AG auf, deren Mitglied auch Jürgen Kirner neben Bianca Bachmann, Berni Filser und Bernhard Gruber ist. Es gab nicht wie angekündigt ein „Singspiel", sondern sie würden spielen und singen, wie Kirner gleich verdeutlichte. Die Couplet-AG spielt Wirtshauslieder mit Refrains, die zum Mitsingen und Mitklatschen einladen, aber durchaus kritisch auf gesellschaftliche und politische Gegebenheiten blicken. Sie setzen die Tradition des Volkssängers Karl Valentin fort, der wiederum auf bekannte Melodien neue Texte schrieb. Die Couplet-AG traf mit ihrem süffisanten Programm die Stimmung im Publikum und riefen Begeisterungsstürme hervor. Die Stimmung im Saal sprang auf die Bühne über und die Freude am Spiel war den Akteuren anzusehen.

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Jürgen Kirner sucht seine Rente – eine Gesangsstück der Couplet-AG im Rahmen des Starkbierfests im Kleinen Theater Haar: Bernhard Gruber, Jürgen Kirner, Bianca Bachmann und Berni Filser (v.l.n.r.).

Das Publikum genoss einen bierseligen, heiteren und sehr unterhaltsamen Abend. Eine gelungene Premiere im Kleinen Theater Haar.

Für Sie berichtete Reinhild Karasek.

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Matthias Riedel, Theaterleiter des Kleinen Theater Haars eröffnete am 31. März 2017 das erste Starkbierfest in der Gemeinde.

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Starkbierfest in Haar am 31. März 2017. Eine Premiere, die von den Hopfen4ra in den Pausen musikalisch begleitet wurde.

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Die Schwuhplattler unterhielten die Gäste des Starkbierfests im Kleinen Theater Haar mit ihrem Auftritt vor dem großen Finale mit Fastenpredigt und Singspiel.

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