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Tangotraum

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 05. Februar 2017

Munich Tango Ensemble gastierte in Haar

Am Sonntagabend, 22. Januar 2017, im Haarer Bürgersaal hörten die Zuschauer nicht nur Tangomusik des Sextetts Munich Tango Ensemble und die Stimme der argentinischen Sängerin Sandra Nahabian, sondern sahen – als Highlight des Abends – die tänzerische Umsetzung des ganz eigenen, so typischen Tangorhythmus.

Der Titel „Tangotraum" des aufgeführten Konzerts vermochte das Publikum in träumerisch, schwärmerische Zustände zu überführen. Einige Tangos aus den 40er-Jahren des letzten Jahrhunderts wurden explizit für den Tanz komponiert, andere wiederum zum Zuhören, so auch vom wohl bekanntesten Tango-Komponisten Astor Piazzolla, wie der Gründer von Munich Tango Ensemble Ezekiel Lezama kurz einleitend ausführte. Das Sextett, 2015 ins Leben gerufen, ist international besetzt: am Klavier Pablo Havenstein, am Kontrabass Bernhard Seidel, an den Bandoneons neben Ezekiel Lezama die Spielerinnen Teresa Brunnmüller und Helena Rossner und an der Violine Ilona Cudec. Das besonderer an ihrem Repertoire ist die Kombination des ursprünglichen Tangos mit Elementen der klassischen Musik.

Die Liedtexte waren allesamt auf Spanisch. Manchmal stellte Sandra Nahabian, die Sängerin, das Liedthema kurz in Deutsch vor, damit das Publikum einen Einblick in die Gefühlslage bekam. Die Musik und die samtige wie gehaltvoll kräftige Stimme der Sängerin überließen dann die Zuhörer ihren Träume.

Wie in „Leidenschaft", ein Liedtitel des Abends, drehen sich die Themen der Musik, der Lieder und des Tanzes um Liebe, versagte und vergangene Liebe, um die Einsamkeit des Zurückbleibenden. Die Musik, voll stiller Melancholie, lautem Temperament und zwischenmenschlichen Emotionen, variierte – ja nach Stimmung – von Staccato über Leggato, von Largo bis Presto. Abrupte Tempiwechsel in der Musik sorgen auch im Tanz für eine Bewegungsvielfalt der Beine, mal fließend, mal abgehackt, während die Oberkörper meist ruhig bleiben.

Den Tanz zur Musik boten die beiden Tanzpaare Gabi und Gustavo Gomez sowie Natalia Hassan und Leonel Mendieta dar. Die Beine der Tänzerinnen flogen hoch. Beine kreisten auf dem Bühnenboden. Mal langsam gedehnt, dann wieder artistisch schnell. Die Tänzer führten die Damen würdevoll über das Parkett. Die für den Tango so typischen Tanzfiguren fanden auf der Bühne in Haar den Raum, den sie für ihren Ausdruck benötigten. Denn Tango ist ein Ausdruckstanz, geprägt von scheinbarer Leichtigkeit und Temperament, ein Dialog zwischen Mann und Frau.

Tangoensemble bild5

Tango für die Sinne mit dem Munich Tango Ensemble, einer Sängerin und zwei Tanzpaaren: Natalia Hassan und Leonel Mendieta (Showtanz), Pablo Havenstein (Klavier), Bernhard Seidel (Kontrabass), Teresa Brunnmüller (Bandoneon), Ensemble-Gründer Ezekiel Lezama (Bandoneon), Ilona Cudec (Violine), Helena Rossner (Bandoneon), Sandra Nahabian (Gesang) und Gabi sowie Gustavo Gomez (Showtanz). 

Musik, Tanz und Gesang – ein leidenschaftlicher Abend für die Sinne, der mit viel Begeisterung von den Zuschauern aufgenommen wurde. Das Konzert „Tangotraum" war ein äußerst gelungener Auftakt zum Jubiläumsjahr des Haarer Kulturvereins, der dieses Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiert. Das Munich Tango Ensemble, die Sängerin Sandra Nahabian und die beiden Tango-Tanzpaare erhielten lang anhaltenden Beifall.

Für Sie berichtete Reinhild Karasek.

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