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Vergnüglicher bayerischer Abend mit Michael Lerchenberg und dem Niederbayerischen Musikantenstammtisch

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 09. Oktober 2016

Vergnüglicher bayerischer Abend mit Michael Lerchenberg und dem Niederbayerischen Musikantenstammtisch

Ein Glück, dass Josef Filser kein Kind der heutigen Zeit ist, sonst hätte er seine Erlebnisse getwittert oder in einem sozialen Netzwerk gepostet.

Ludwig Thoma hat die Erlebnisse des Abgeordneten Filser niedergeschrieben und genau diese Briefe hat Michael Lerchenberg am Samstagabend, 8. Oktober in einem familiären Rahmen im Haarer Bürgersaal vorgelesen. Die Stimmung war gut und Lerchenberg freute sich auch über den Besuch von Haars Bürgermeisterin Gabriele Müller.

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Ludwig Thoma wäre am 21. Januar 150 Jahre alt geworden. Er war ein deutscher Schriftsteller. Bekannt ist er aber als Rechtsanwalt. Durch seine realistischen wie satirischen Schilderungen des bayerischen Alltags und der politischen Geschehnisse seiner Zeit wurde er ebenso populär.
Der Briefwexel von Jozef Filser ist ein humorvoll-satirisches Buch von Ludwig Thoma, das erstmals im Jahre 1912 erschien. Darin beschreibt Thoma die Erfahrungen des fiktiven bayerischen Landtagsabgeordneten Josef Filser, der seine Erlebnisse und politischen Kommentare von München aus in Briefform an seine Frau Mari und verschiedene Freunde und Kollegen verschickt.
Thoma war der erste, der den bayerischen Dialekt in einer Art Lautschrift niederschrieb. Damit machte er das Lesen des „Briefwexels" nicht gerade einfach, erklärte Michael Lerchenberg zu Beginn der Veranstaltung.

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Bevor die Briefe als Buch erschienen, wurden sie in der Münchner Wochenschrift „Simplicissmus" veröffentlicht.
Nun schlüpft Lerchenberg nicht nur in die Rolle des erzkonservativen Ökonoms „und Krist" sowie als Mitglied der Zentrumspartei. Er verkörperte auch die Rolle der streitsüchtigen Gattin Marie. Die vermeintliche „Baronessin", die Filser wegen einer Vaterschaft nachstellt, gelang Lerchenberg besonders köstlich. Die ist doch keine Baronessin, sondern vielmehr „die abscheulichste Schlampen von Giesing."
Das Publikum dankte dem Schauspieler, der die Lesung humorvoll und mit unterschiedlichen Gesten, mit denen er die Besucher zum Lachen brachte, mit tosendem Applaus und regelmäßigem Zwischenapplaus.
Zwischen den einzelnen Briefen, die Lerchenberg in unterschiedlichen Stimmlagen vorgetragen hat, wurden die Besucher musikalisch von den Musikern vom „Niederbayerischen Musikantenstammtisch unterhalten.
Obwohl die Veranstaltung nicht ausverkauft war, wurde es für Künstler und Publikum ein wunderbarer, humorvoller und unterhaltsamer Abend im „familiären" Kreis.

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Es war ein bayerischer Abend, den vereinzelte Besucher dazu nutzten, die Tracht noch einmal, eine Woche nachdem die Wiesn zuende gegangen ist, aus dem Schrank zu holen.
Lerchenberg las auch einen Brief, in dem Filser vom Oktoberfest und einem Besuch mit dem Minister auf dem Landwirtschaftsfest geschrieben hat.
Der unterhaltsame Abend wurde von der Bürgerstiftung Haar veranstaltet, die sich nicht nur um die Belange der bedürftigen Bürger kümmern, sondern auch bei kulturellen Veranstaltungen aktiv werden.
Der Volksschauspieler und Regisseur, der nicht nur aus Serien wie „Löwengrube" und „Der Bulle von Tölz" bekannt ist, las die Briefe mit zittriger, ängstlicher Stimme genauso wie mit humorvoller und gefühlvoller Stimmlage. Das Publikum bekam an dem literarischen Abend sehr viel zum Lachen.
Ludwig Thoma schrieb auch einen Bauernschank über Josef Filser, mit dem Lerchenberg den Abend in den unterschiedlichsten Stimmlagen, beendete.
Gut zwei Stunden dauerte der unterhaltsame Abend im Haarer Bürgersaal. Langeweile kam keine auf. Das wusste Lerchenberg zu verhindern und auch sonst verflogen die zwei Stunden wie im Nu.

 

Für Sie berichtete Petra Schönberger.

 

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