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Die Montagsmaler zeigten, was sie können

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 22. September 2016

In jedem brennt ein anderes Feuer

Alljährlich zum Beginn der 3. Jahreszeit luden die Montagsmaler, 9 Frauen und 1 Mann, zur Ausstellung im Bürgerhaus vom 9. bis 11. September 2016 ein. Der Kurs an der vhs-Haar stellt für die Teilnehmer allerdings weit mehr als nur ein Hobby dar.

„Aus Malschülern werden Freunde fürs Leben", so empfindet das beispielsweise Anna Czutka. Mit ihren 87 Jahren ist sie die Älteste unter den Kursteilnehmern. Sie ist dankbar für diese Gruppe, denn das Malen hilft ihr über so manche schwere Stunde hinweg. Fast einen therapeutischen Charakter könnte man nach den Aussagen der Teilnehmerinnen dem Kurs zuschreiben: „Wenn es einem auch mal nicht so gut geht, dann malt man ein Bild. Danach stehst du davor und bist stolz auf dich." So Karin Maeß, die ihrer Malkollegin Czutka beipflichtete.

Ihren Teil dazu trägt Kunsterzieherin Gisela Wunderlich bei, die in Schwabing ihr Atelier hat. Sie leitet den vhs-Kurs in Haar, gibt Themen vor, jedoch weder Stil noch Maltechnik. Schwarz-weiß Vorlagen dienen als Ideengeber, mehr aber auch nicht. Die Kreativität der Kursteilnehmer ist gefragt. „Es ist ganz schön schwierig, frei zu malen", bekannte Petra Ascherl.

So hatten denn auch alle Ausstellungsstücke ihren eigenen Charakter, jede Malerin brachte ihren individuellen Stil zum Ausdruck. „Wir malen nicht ab, sondern jeder schafft sein Eigenes. Das ist das Feuer, das in einem brennt", so Karin Maeß, die sich für das Lichtspiel und die Leichtigkeit des Impressionismus begeistert. Ganz anders hingegen Petra Ascherl, deren abstrakte Bilder zeigten, wie breit gefächert die malerische Ausdrucksform sein kann. Gisela Wunderlich fördert die jeweilige Richtung ihrer Kursteilnehmer. Das war beispielsweise an den Exponaten von Ingrid Walter zu erkennen, mit Künstlernamen Sharah. Die 58-Jährige stellte sogenannte Energiebilder aus, basierend auf den sieben Chakren. Obwohl sie selbst bereits 10 Jahre malt, lernt sie im Kurs bisher ständig etwas dazu: „Ich habe handwerklich sehr vom Kurs profitiert, auch hinsichtlich Farbenverarbeitung und Technik."

An verschiedene Techniken traute sich Lydia Heidenblut, die jüngste in der Gruppe. Sie hält sich im Vergleich zu ihren Malerkolleginnen und zum Malerkollegen noch eng an ein vorgegebenes Motto, probiert aber unterschiedliche Verfahren. Beispiel: nackte Frau am Fenster. In der Ausstellung präsentierte sie zwei Gemälde zu diesem Thema, die das veranschaulichten: einmal als Aquarellbild und ein zweites Mal ein Bild mit Spachtel gearbeitet.

Dass man immer wieder etwas hinzulernt, bestätigte Anna Czutka, die wohl Erfahrenste des Kurses, nach fast 20 Jahren. Doch wie für sie steht bei den anderen die soziale Komponente ganz weit oben. Die Gruppe gibt ihnen allen ein gutes Gefühl. Das schließt kritische Kommentare allerdings nicht aus. Am Ende eines Kursabends stellen die Montagsmaler ihre Arbeiten an die Wand und kritisieren diese. „Da muss man auch mal Kritik aushalten können", lachte Petra Ascherl.

Die Vernissage zeigte nicht nur die aktuellen Werke, sondern Ergebnisse aus mehreren Jahren. Zur Eröffnung kamen ungefähr 80 Interessenten, darunter als Vertreter der Gemeinde der Dritte Bürgermeister, Thomas Reichel, worüber sich die Montagsmalerinnen sehr gefreut hatten. Auch die Bewunderung der Qualität tat den Malerinnen gut. Nach der Finissage am Sonntag, 11. September 2016, packten sie sehr zufrieden ihre Bilder wieder ein. Aber nicht alle Werke, denn das eine oder andere hatte bereits eine neue Heimat gefunden.

Für Sie berichtete Reinhild Karasek.

finissage montagsmaler bild 1

Lydia Heidenblut, die jüngste Montagsmalerin, vor ihren Exponaten; das Thema Schatten und Licht gefällt ihr, weshalb sie hierzu noch ein weiteres Motiv umsetzen möchte.

finissage montagsmaler bild 2

Anna Czutka, die erfahrenste unter den Montagsmalerinnen, sucht immer noch nach neuen Herausforderungen und setzt sich gern intensiv mit ihren Motiven auseinander. An dem Bild oben links hat sie beispielsweise noch bis in der Nacht vor der Vernissage gefeilt.

finissage montagsmaler bild 3

Ingrid Walter vor ihren Energiebildern, die auf den sieben Chakren aufbauen. Auch diese Kunstrichtung wird in der Gruppe der Montagsmaler gefördert.

finissage montagsmaler bild 4

Karin Maeß, die sich für die impressionistische Malerei entschied, und Petra Ascherl, die sich der abstrakten Ausdrucksform zuwendete. Jeder findet im Rahmen des vhs-Kurses seinen individuellen Stil.

 

 

 

 

 

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