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Gratis Obst und Gemüse für Bürger in Haar, der ersten „essbaren" Gemeinde im Landkreis München

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 11. April 2016

Gratis Obst und Gemüse für Bürger in Haar, der ersten „essbaren" Gemeinde im Landkreis München

„Haar zum Anbeißen" startet in die dritte Saison. Am 2. April starteten die freiwilligen Helferinnen und Helfer, darunter auch zwei Asylbewerber, mit dem Ernten von goldgelben Kartoffeln, knackigen Karotten und zartem Kohlrabi.

An unterschiedlichen Freiflächen in Haar können Bürger gratis Obst und Gemüse ernten, z. B. vor dem Schulzentrum St. Konrad in der Konradstraße, in Eglfing an der Richard-Reitzner-Allee oder im Kindergarten in der Dianastraße. Auf diesen Freiflächen sind nahezu paradiesische Gärten entstanden, in denen neben Kartoffeln und essbaren Blumen auch Kohlrabi, Salat, Himbeeren, Rhabarber und Kräuter gedeihen.
Durch das milde Klima in Bayern, suchen Bienen, Hummeln und Schmetterlinge auf den Flächen mit seltenen Blumen nach Nektar. Überall in Haar duftet es im Frühsommer nach Blüten, frischem Grün und feuchter Erde. Ein Geruch eines echten Natur-Supermarktes!
Anfangs gab es ein paar Bedenken, von der Idee, die Umweltreferent Michael von Ferrari Anfang 2014 aus Andernach nach Haar brachte. Mittlerweile sind viele Haarer von der Idee begeistert. Es zieht sie regelmäßig an die Beete. Schließlich steht der Obst- und Gemüsegarten allen Bürgern offen. Leider sind die Bürger oft sehr ungeduldig. Sie ernten bevor das Gemüse erntereif ist. „Wir appellieren daher sehr an alle Nutzer des Gemüses: Gebt ihm eine Chance die Endgröße zu erreichen! Dann hat man auch viel mehr davon auf dem Teller", so Michael von Ferrari.
Neben den Feldern stehen kleine Tafeln mit Ampeln drauf. Rot signalisiert „noch nicht reif", orange „fast reif" und grün bedeutet so viel wie „jetzt ernten".
Wo früher nur leere Felder und Wiesen waren, wächst jetzt was Essbares, und das Pflücken ist ausdrücklich erlaubt. Was für ein wunderbarer Wandel. Ein Garten, der gut für die Gemeinschaft der Gemeinde ist und die kontrollierte, biologische Landwirtschaft fördert.
Professionelle Gärtner bekommen Hilfe von Bürgerarbeitern und Asylbewerbern. Gemeinsam werden einst ungeliebte Flächen der Gemeinde in einen Garten verwandelt, in dem alle Bürger Bio-Qualität zum Nulltarif bekommen können.

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Die Farbenpracht verzückt die Romantiker und die Blumenvielfalt hilft den Insekten, die in den Blüten nach Nektar suchen. Nicht nur Imker oder Hobbygärtner empfinden bei dem Summen und Brummen ihre Freude. Es ist ein Stück Erde, in dem das wahre Leben steckt.
Es werden noch Mithelfer gesucht. Alle Interessierten Gärtnerinnen und Gärtner können sich beim Umweltreferat der Gemeinde Haar, bei Michael von Ferrari unter der Tel.: 089/46002-312 melden.

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Für sie berichtete Petra Schönberger

 

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