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Trauer für die Verstorbenen

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 22. November 2015

Aus dem Gedenken erwächst ein Appell

Mit einem Moment des Schweigens für die Opfer des Terroranschlags in Paris vom 13. November 2015 leitete Bürgermeisterin Gabriele Müller ihre Ansprache zum Volkstrauertag am Sonntag, 15. November 2015, ein. Sie schlug in ihrer kurzen Ansprache vor dem Mahnmal vor der Kirche St. Konrad einen Bogen aus der Vergangenheit in die Gegenwart.

„Fassungslos stehen wir hier, vor den Trümmern, vor den Bildern, die wir vorgestern Nacht aus Paris sehen mussten. Über hundert Menschen ließen ihr Leben. Auf die Frage wofür, bekommen wir keine Antwort. Aber wir bekommen hautnah einen Eindruck davon, warum die Menschen aus Syrien fliehen.“ Bürgermeisterin Gabriele Müller ging als Erstes auf die Ereignisse in Paris ein und wandte sich dann der Tradition des Volkstrauertags zu.

Am Volkstrauertag wird der Toten beider Weltkriege gedacht. Und dieses Jahr war es ein besonderer Jahrestag, da das Kriegsende nun 70 Jahre zurückliegt. Die Bürgermeisterin erinnerte in ihrer Rede mit Zahlen an den Zweiten Weltkrieg, beispielsweise, dass im Schnitt in jeder Minute 17 Menschen ihr Leben verloren. Als Soldaten, als Opfer des Luftkriegs, als Flüchtlinge, als Vertriebene und als Opfer der Gewaltherrschaft. Insgesamt waren 70 Millionen Opfer zu beklagen. Gabriele Müller hob die Bedeutung der Erinnerung hervor, indem Orte und Tote des Geschehens nicht vergessen werden.

Volkstrauertag bild 2

Volkstrauertag im Jahr 2015 – Gedenken der Toten in der Vergangenheit, aber auch ganz aktuell der Gegenwart anlässlich des Terroranschlags in Paris

„Um der Wahrheit nahezukommen, muss man sich auf die Suche machen“, so leitete die Bürgermeisterin über zu einem Projekt, das "Spurensuche" heißt. Dieses Projekt werde an den Haarer Schulen durchgeführt, unterstützt von der Weiße Rose Stiftung und der Bürgerstiftung Haar. Es diene dazu, dass sich Jugendliche über persönliche Spuren in der Familie, im Heimatort dem Thema des Nationalsozialismus nähern. Wider dem Vergessen, vor allem, wenn Zeitzeugen immer weniger werden. Die Ergebnisse sollen in ein Theaterstück münden.

Eine Selbstverständlichkeit sei der Frieden auch heute nicht, das hätten die Ereignisse von vor zwei Tagen gezeigt, so Gabriele Müller. Auch heute seien Menschen auf der Flucht vor Krieg, Bürgerkrieg, Terror, Hunger, Elend und staatlicher Willkür. Das Engagement der vielen Haarer für die Mitmenschen hob sie hervor, vor allem der Menschen in den Vereinen. Sie betonte, wie zuversichtlich sie sei, die bevorstehenden Aufgaben mit Anstand und Menschlichkeit zu bewältigen und mahnte Ruhe sowie Besonnenheit in den politischen Entscheidungen an.

Die Chorvereinigung Haar und das Bläserensemble Haar stellten den musikalischen Rahmen der Gedenkfeier und der Kranzniederlegung.

Für Sie berichtete Reinhild Karasek.

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