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Ein Lehrer hat’s nicht leicht

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 23. Juni 2015

Der ehemalige Musiklehrer am Ernst-Mach-Gymnasium Han's Klaffl gastiert mit seinem aktuellen Kabarett-Programm in Haar

(Text/Foto: rk) Han’s Klaffl an seiner alten Wirkungsstätte. Am Donnerstagabend, 18. Juni 2015, füllt er das Bürgerhaus in Haar bis auf den letzten Platz. Der SPD-Ortsverein von Haar hat zu diesem Abend eingeladen, der jedoch so gar nicht parteipolitisch ist – sondern einfach köstlich, amüsant, zum Lachen!

 

Am Anfang seines Programms „Schul-Aufgabe: Ein schöner Abgang ziert die Übung!“ parodiert der vormals selbst als Musiklehrer Tätige die Schüler-Lehrer-Situation im Unterricht. Ein Bericht aus der Praxis. Denn es ruft bei Schülern und ehemaligen Schülern am Ernst-Mach-Gymnasium, bei Lehrern und einstigen Kollegen schallendes Gelächter hervor. Sie sind zu komisch, die dargestellten Szenen, diese Wortwechsel. Erkennt sich hier die eine oder der andere insgeheim wieder? Als Schüler oder als Lehrer? Oder gar als Elternteil?

Der Kabarettist beginnt mit dem Musikunterricht in der Grundstufe und geht den weiteren Weg im Gymnasium über die Mittelstufe bis zur Oberstufe. Was ihm dort alles als Lehrer widerfährt, wie er die Situation an den Schulen beschreibt ist herrlich. Der Saal lacht herzlich und laut.

 

hans klaffl bild 1

Han’s Klaffl bringt die Haarer zum Lachen am Donnerstagabend, 18. Juni 2015, im Bürgerhaus Haar – als ehemaliger Lehrer des Ernst-Mach-Gymnasiums hat er sicherlich auch viele Fans in der Gemeinde; die Veranstaltung ist bis auf den letzten Platz ausverkauft

 

Die Mittelstufe erreicht mit den pubertierenden Schülern im Musiklehrer-Dasein wie bei den Zuschauern im Saal einen ersten Höhepunkt. Worte wie Blas-Instrumente und Po-saune rufen schallendes Gelächter hervor. Das Lied „Puff, the magic dragon“ – ein lyrischer, märchenhafter Pop-Song von Peter & Paul & Mary aus den frühen 1960er-Jahren – erntet mit der deutschen Aussprach P-U-F-F wahre Lachsalven. Die Dialoge, die szenischen Wortwechsel zwischen Lehrer und Schülern treibt Klaffl auf die Spitze. Das Wechselspiel steigert sich stakkatohaft, Han’s Klaffl wechselt Intonation, Tonlage und Tempo in der Sprache, so dass die Klassensituation sich lebhaft auf der Bühne entfaltet. Ein Lehrer am Rande des Nervenzusammenbruchs. Der Gong erlöst Lehrer und Schüler.

Die Oberstufe hingegen dient dem Kabarettisten sich beispielsweise mit den Themen Hochbegabung und Helikoptereltern oder dem Verkehrschaos vor den Schulen auseinander zu setzen. Aber auch die Benotung in den geisteswissenschaftlichen Fächern nimmt er auf’s Korn, vor allem die mündliche.

Klavier, Stuhl und Kontrabass, das sind die Requisiten, mit denen Han’s Klaffl auf der Bühne arbeitet. Aber wesentlich ist sein Witz, das Timing für die Pointen. So bringen auch bereits bekannte Witze die Menschen nochmals zum Lachen! Sein Umgang mit Sprache, das Feinsinnige in der Doppeldeutigkeit zeichnet sich schon in seinem Programmtitel ab: „Schul-Aufgabe: Ein schöner Abgang ziert die Übung!“ Denn die dargestellten Szenen aus dem Lehrerdasein bringt er aus der Rückschau. Jetzt ist er Rentner. Das hält ihn jedoch nicht davon ab, Kritik am G8, am Bildungssystem an sich zu üben.

Den zweiten Teil des Abends widmet Han’s Klaffl seinem Ruhestand. Er ist der Rentner, der am liebsten mit der S-Bahn in Stadt fährt, wenn die Schule Ausflugstag macht. Er rennt in Baumärkte, Supermärkte und korrigiert die Rechtschreibfehler auf den Plakaten in den Schaufenstern mit einem Permanent-Marker. Kein Wunder, dass er überall mit seinem pädagogischen Übereifer Hausverbot erhält. Das Leitmotiv in diesem Teil des Abends. Die Lehrer-Parodie entwickelt sich zur Persiflage des Lehrers im Ruhestand. Aus dem leidgeprüften Pädagogen wird ein Besserwisser, an dem die Umwelt leidet.

Han’s Klaffl vermag die Gäste im Bürgersaal herrlich zu unterhalten. Die Wechsel sind rasant, zwischen den Themen, zwischen den Sprechenden. Humorvoll, witzig seine Sprache, seine Präsenz. Es bleibt wenig Zeit, sich zwischen den Lachsalven zu erholen. Vom geistreichen Wortspiel bis zum Schenkelklopfer, es ist alles erlaubt. Ein unbändiger Spaß!

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