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Wie macht man einen Traum?

Kategorie: Kultur Veröffentlicht: 16. März 2015

Filmmusik im „Konzert für alle“ vom Ensemble Haar

(Text/Foto: rk) Ein Film ohne Musik? Das geht doch nicht! Belle Schupp und Heila Steinmann machen sich am Sonntag, 15. März 2015, mit Kindern sowie dem Ensemble Haar und ihrem Dirigenten Winfried Grabe auf die Suche.

„Das ist ein Drehbuch“, sagt Heila Steinmann und dreht das knallrote Buch in ihren Händen um die eigene Achse herum. Die Kinder lachen. Ja, die Kinder-Musikpädagogin weiß, wie Kinder für ein Thema zu gewinnen sind. Im Blaumann und in einem karierten Hemd, die Haare unter eine Kappe gesteckt, steht sie als Bühnenarbeiterin auf der Bühne. Neben ihr Schauspielerin Belle Schupp. Ganz in Schwarz, in zu kurzen weiten Hosen, schwarzem Jäckchen, mit einem bunten Halstuch und in einen langen schwarzen Mantel gehüllt steht sie da. Beide rätseln, wie man zu einem Film Musik macht.

Unterstützung finden sie bei den Kindern. Die freuen sich, wenn sie direkt gefragt werden. Wie macht man ein Gewitter? Wie ist es, wenn man traurig ist? Wie hört es sich an, wenn eine Szene witzig oder schaurig ist. Beispiel: Der weiße Hai. Der Musiker am Kontrabass lässt seinen Bogen über die Seiten seines Instrumentes gleiten. Ein Schauer läuft einem über den Rücken. Die Sendung mit der Maus? Das erkennen selbst die Kleinen sofort an der Musik. Sie werden von den beiden Damen auf der Bühne wunderbar mit einbezogen in die Frage: Wie macht man einen Traum?

Ensemble Haar bild 5

Die Kinder ansprechen und miteinbeziehen, das ist das Ziel von „Konzert für alle“ vom Ensemble Haar. Das Orchester wendet sich einmal im Jahr ganz speziell den Kindern zu. Dieses Mal ging es um das Thema „Filmmusik“. Schauspielerin Belle Schupp und Kinder-Musikpädagogin Heila Steinmann führten durch den Nachmittag

Da kommt ihnen Winfried Grabe, Dirigent des Ensembles Haar, zur Hilfe. Er hat die passenden Ideen. Und Belle Schupp erklärt den Kindern: Es darf nicht zu schnell und nicht zu langsam sein und muss an der richtigen Stelle sein. An all das hat ein Komponist bei einer Filmmusik zu denken. Und dann sehen die Kinder die Auflösung der Einzelteile: „Alice hat geträumt“. Ein 10-minütiger Walt-Disney-Stummfilm von 1924.

Nach kurzer Pause widmen sich die „Filmleute“ auf der Bühne einem anderen Kurzfilm zu. Doch dieses Mal ist der Komponist live dabei. Winfried Grabe selbst hat die Musik zum Film „Gregors größte Erfindung“ von Johannes Kiefer geschrieben. Er führt die Kinder in das Thema ein: Es geht einerseits um Gefühle und andererseits um die Landschaft. Da es sich um eine ländliche Gegend handelt mit wilder Natur, wählte er für die Musik nicht einen geordneten 4/4-Takt, sondern einen 6/8-Takt für all die vielen Ecken und Winkel. Die Klarinette sorgt für die traurigen Momente im Film. Und wie klingt das, wenn ein Schuss fällt? Da kommt wieder der Kontrabass ins Spiel. Abschließend ist auch dieser 10-minütigen Kurzfilm zu sehen.

Das Ensemble Haar spricht mit der Reihe „Konzert für alle“ vor allem die Kinder an. Und den Kindern hat es gefallen. Trotz des schönen Nachmittags kamen doch einige in den Bürgersaal der Gemeinde Haar. Die, die da waren, machten lebhaft mit und hatten einen lehrreichen wie unterhaltsamen Nachmittag. Wer kann schon von sich behaupten: Ich weiß, wie man einen Traum macht.

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