Andrea Zran, Rektorin der Grundschule an der St. Konradstraße, will Verlässlichkeit für ihre Schüler

Kategorie: Kinder / Jugend Veröffentlicht: 19. Februar 2021

Bei Andrea Zran, Rektorin der Grundschule St. Konradstraße, sieht es auf den ersten Blick ähnlich aus wie bei Carolin Friedl, Schulleitung der Grundschule am Jagdfeldring: „Immer montags bekommen die Eltern auf dem Hof mit Distanz das Materialpaket." Genauso gut funktioniere der Distanzunterricht über die Lernplattform Mebis, allerdings habe die Schule den Mittelweg gewählt und bewusst auf Videounterricht verzichtet: „Ich finde es pädagogisch absolut unsinnig, die Konzentrationsspanne der Grundschulkinder ist noch sehr begrenzt und sie sind schnell abgelenkt, ist das Feedback der Kollegen. Normalerweise versuchen wir das ganze Jahr die Kinder vom Bildschirm wegzubekommen. Wir versuchen einen Mix aus analogen und digitalen Phasen anzubieten." So verschickt die Schule jeden Morgen E-Mails an die Kinder mit Sprachnachrichten und dem Tagesplan. Um den Erhalt sicherzustellen, müssen die Kinder darauf antworten: „Die Lehrkräfte geben den Eltern eine Wochenübersicht und am Vorabend einen Tagesplan, dazu stellen sie die entsprechenden digitalen Medien auf Mebis ein." Um den Kontakt zu halten, legt die Schulleiterin besonderen Wert auf die Videokonferenzen montags und freitags: „Es geht hauptsächlich um „Beziehung". Die Kinder erzählen von ihrem Wochenende und freitags lassen soe die Woche Revue passieren. Wir haben das dann ausgeweitet, es fanden auch Übungen statt." Aber Gespräche und Bindungen aufzubauen, seien über dieses Tool nicht mit allen Kindern möglich: „Wir haben teilweise mehrmals täglich mit einigen Kindern telefoniert und die Jugendsozialarbeit und die Förderlehrerin ganz stark eingebunden. Es ist extrem zeitintensiv, die zu erreichen, die uns sonst abhandenkommen." Auf der anderen Seite stehen Eltern, die sich Sorgen machen, weil Ihr Kind die „Krönchenaufgaben", ein freiwilliges Zusatzpaket, nicht erledigen will. „Diese Schere zwischen Eltern, die von ihren Kindern viel zu viel erwarten und jenen, die sich überhaupt nicht kümmern, ist noch einmal deutlich aufgegangen.", stellt Zran klar. Vor dem 22. Februar halten die Lehrer mit jedem Kind eine rund 15-minütige Einzelkonferenz ab, um herauszufinden, wie der individuelle Stand der Kinder ist.

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Andrea Zran, Rektorin der Grundschule an der St. Konradstraße hätte ihren Schüler gerne eine Pause gegönnt

Glücklich über den baldigen Schul-Neustart ist die Schulleiterin nicht: „Ich habe einfach Bedenken, dass es zu früh sein könnte. Wenn wir wieder zumachen müssten, wäre das eine einzige Katstrophe. Die Kleinen brauchen ihre Rituale und ihre Routinen. Sie müssen verlässlich wissen, wie es läuft, mehr als die Großen, die kognitiv damit anders umgehen können." Außerdem sei für Außenstehende nicht ersichtlich, was der Wechsel zwischen Distanz- und Präsenzunterricht für Schulen bedeute. Der logistische Aufwand sei enorm, macht Zran deutlich: „Wir haben so viel zu tun, dass das kaum zu toppen ist. Die Kinder, die Eltern und alle die dranhängen, müssen den Entscheidungen auch immer folgen können. Jede Umstellung ist wieder ein riesiger Wirbel im System." Zran äußert sich außerdem enttäuscht über die gestrichenen Winterferien: „Es wäre schön gewesen, damit die Wertschätzung für das, was die Kinder, Lehrer und Eltern leisten, auszudrücken."
Trotzdem kann die Schulleiterin der Situation viel Positives abgewinnen: „Wir haben quasi einen Quantensprung im Bereich „digitaler Unterricht" gemacht. Das wäre sicher so nicht gekommen, wenn wir nicht dazu gezwungen gewesen wären." Die Regierung habe in ganz kurzer Zeit „ganz viel auf die Beine gestellt", die Fortbildung der Lehrer sei „unglaublich gut", betont Zran. „Sie haben erkannt, dass die Digitalisierung ihre Arbeit erleichtern kann, auch für die Zeit nach Corona. Klar ist: Lehrer und die Beziehung zur Schule sind ungemein wichtig, aber die Tools dazu, die wir uns aus der Digitalisierung zu Nutze machen können, sind wirklich positiv."


Für Sie berichtete Manuela Praxl.

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