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Grundschule am Jagdfeldring: Das Glas ist halb voll

Kategorie: Kinder / Jugend Veröffentlicht: 19. Februar 2021

In wenigen Tagen dürfen die Grundschüler wieder in den Wechselunterricht. Seit gut einem Jahr, jonglieren Eltern, Kinder und Schulen zwischen Unterricht vor dem Bildschirm zuhause und Schulstunden im Klassenzimmer mit Desinfektionsmittel, Maske und Abstand. Eine enorme Herausforderung für alle, dennoch versucht Carolin Friedl, Schulleiterin der Grundschule am Jagdfeldring, den Blick auf Positives zu richten: „Inzwischen ist die digitale Ausstattung sehr gut. In kurzer Zeit ist sehr viel passiert. Jedes Kind, das Bedarf hatte, konnten wir ausstatten, was ja eine Voraussetzung für das Gelingen des Distanzunterrichts ist." Es sei die Grundlage für die Erst- und Zweitklässler, damit keine Lücken entstehen und um den Kontakt zum sozialen Gefüge nicht zu verlieren. „Natürlich ist der Präsenzunterricht unter Normalbedingungen immer die erste Wahl, aber in der momentanen Situation ist es einfach die zweitbeste Lösung", meint Friedl. DSC02066

Schulleiterin Carolin Friedl (links) vertraut in die Fähigkeiten der Kinder

 

Der virtuelle Unterricht ist klassenabhängig geregelt, so trifft sich eine Klasse dreimal pro Woche, alle anderen täglich. Eine beginnt morgens mit einer halbe Stunde digital, zu einem späteren Zeitpunkt gibt es eine Feedbackrunde. Die Großen folgen bis zu drei Stunden Inhalten am Bildschirm, dazwischen arbeiten sie in Still- oder Gruppenarbeit. „Die Kollegen bleiben aber ansprechbar, für Fragen können sich die Kinder jederzeit dazu schalten." Schulleiterin sowie das Lehrerkollegium schöpfen alle Möglichkeiten der Technik aus und versuchen vor allem soziale Kontakte aufrecht zu erhalten. „Das erfordert einen enormen personellen Aufwand", erklärt Friedl. „Ich stelle die Entscheidungen für den Distanzunterricht nicht infrage. Es ist schwierig und es bringt uns nicht weiter herumzukritisieren. Wir müssen die Zukunft im Blick haben und schauen, wie wir das gestalten, um möglichst präventiv vorgehen zu können." Es gelte alle Ressourcen zu nutzen und ein besonderes Augenmerk auf die Kinder, die besonders bedürftig seien, zu haben, betont Friedl. „Es gibt Kinder, die wir sehr engmaschig betreuen. Die Schulsozialarbeiterin ruft vor dem Distanzunterricht an, bespricht mit ihnen den anstehenden Schultag, die Fächer und das nötige Material. Eigentlich müssten das die Eltern machen, das ist ihnen aber aus unterschiedlichen Gründen nicht möglich." Weitere Unterstützung leisten die Schulsozialarbeiterin und die Förderkraft, außerdem ist die VHS im Hilfspaket involviert und übernimmt Intensivierungsstunden, indem sie sich teilweise in die Klassen schaltet oder mit einzelnen Kindern einen separaten virtuellen Bereich aufsucht.


„Wir sprechen von sehr kleinen Kindern, die eine große und lange Schulkarriere noch vor sich haben. Ich habe versucht den Eltern zu vermitteln, dass Panik nicht weiterhilft", sagt die Schulleiterin. Stattdessen sei es wichtig, Vertrauen ins eigene Kind zu haben: „Sie können diese Phase gut überstehen mit der kindlichen Neu- und Wissbegierde, die wollen ja noch etwas lernen. Wir müssen die Motivation und die Freude über etwas Neues aufrecht erhalten und über die Zeit retten." Carolin Friedl ist sich der unterschiedlichen Lernstände bewusst, die die Kinder haben: „Das werden dann Lernstands-Diagnosen und Erhebungen sicherlich aufzeigen und ich will nichts schönreden. Aber wir müssen es auf uns zukommen lassen und dann entsprechend reagieren. Wir können dem gerecht werden, denn wir haben dazu die pädagogischen Möglichkeiten."


Für Sie berichtete Manuela Praxl.

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