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Blickwechsel in Haar mit einem „Tanz im Jagdfeldsee"

Kategorie: Kinder / Jugend Veröffentlicht: 24. Juni 2018

Blickwechsel in Haar mit einem „Tanz im Jagdfeldsee"

„Blickwechsel" so lautet das neue Theaterprojekt über die Gemeinde Haar und die Menschen, die in der Gemeinde leben. Es ist ein Stück über alle, an dem 30 Jugendliche aus dem Ernst Mach Gymnasium und der Mittelschule Haar einen ganz neuen und anderen Blick auf „ihre" Gemeinde wagen.

Bevor es aber losgehen konnte, richtete Jürgen Partenheimer, Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung Haar, ein paar Worte an die Ehrengäste am Premierenabend.
Inzwischen liegen 3 Jahre zurück, seit dem letzten Projekt „Spurensuche". Vor drei Jahren haben die Schülerinnen und Schüler der Theater AG mit „Spurensuche" ein Stück dunkelster Geschichte nähergebracht. Es ging um die Euthanasie in Haar, heute setzen sich die Jugendlichen mit dem gegenwärtigen Haar auseinander. Für viele ist die Gemeinde ein Stück Heimat, auch wenn sie nicht in Haar wohnen. Sie verbringen den Großteil ihres Tages in einer Haarer Schule, was sie zu einem Teil von Haar macht.

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Die Bürgerstiftung Haar beteiligte sich finanziell mit 5500 Euro, die Gemeinde unterstützte das Projekt mit 2000 Euro. Auch die Stiftung der Kreissparkasse für den Landkreis München, die Münchner- und die VR Bank München-Land sicherten dem Schultheater ihre finanzielle Unterstützung.

„Blickwechsel" bedeutet u. a. die innere Heimat. So sprachen die Jugendlichen z. B. auf der Straße mit Haarer Bürgern, besuchten Gemeinderatssitzungen, unterhielten sich mit der Bürgermeisterin und nicht zuletzt besuchten sie auch noch verschiedene Institutionen in Haar.
Bettina Mäusel, stellvertretende Schulleitung, freut sich über so viel Begeisterung der Schüler und Schülerinnen, die sich im Rahmen der Theater AG auf den Weg gemacht haben, um mit dem Stück „Blickwechsel" wieder eine neue Seite der Gemeinde Haar zu beleuchten.

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„Manchmal tut ein Blickwechsel gut, um ein klareres Bild zu bekommen. Bei einem Blickwechsel nimmt man sich gegenseitig mit allen Facetten wahr. Man nimmt einen Perspektivenwechsel vor", so die stellvertretende Schulleitung.

Ein Dank geht auch an die Bürgerstiftung und die Gemeinde Haar, die es mit einer großzügigen finanziellen Unterstützung möglich gemacht haben, dass es zu dem neuen und wohl originellsten Theater der Theater AG vom Ernst Mach Gymnasium und der Mittelschule Haar gekommen ist. Die Theatergruppe ist jedenfalls immer für eine Überraschung gut. So viel sei verraten, es wird auf alle Fälle ein Spaziergang sein.

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Wer beim letzten Mal schon dabei war kommt mit großen Erwartungen. Mit diesen Erwartungen kam auch Bürgermeisterin Gabriele Müller am Premierenabend. Zuvor besuchten die Jugendlichen die Bürgermeisterin im Rathaus, wo sie allerhand von Müller wissen wollten. So fragten sie z. B. nach dem Lieblingsplatz, wie es im Gemeinderat so abläuft, warum es in Haar Hochhäuser gibt,...?

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„Blickwechsel" lädt ins Haar der Gegenwart ein und verzaubert die Zuschauer auf ganz besondere Weise.

Gleich zu Beginn geht es um Lieblingsspeisen, Geburtsort und Berufe, aber auch um Geschwisterliebe und die Feststellung, dass Haar mit seinen Hochhäusern hässlich und der Bahnhof in Haar auch kein besonders schöner Fleck ist.
Es gibt aber auch durchaus schöne Seiten in Haar. Zu den schönen Seiten gehören in den Augen der Nachwuchsschauspieler der Sportpark Eglfing, das Schwimmbad, aber auch das Kleine Theater, der Gasthof zur Post, wo es die besten Schnitzel gibt, und um sie nicht zu vergessen auch die VHS.
Die Jungschauspieler präsentierten auch die Wasserburger Landstraße, die Haar in zwei Teile schneidet und das erste Wirtshaus in Salmdorf wo der erste Ottendichler Bierstreich verursacht wurde.
Das neue Theaterstück ist humorvoll, nachdenklich, aber auch sehr beeindruckend und einfühlsam. Die Musik dazu ist mit poplastigen, unterhaltsamen Klängen sehr gut gewählt.
Die Jugendlichen stellten sich auch die Frage ob sie ein „Wunschkind" waren, sie unterhielten sich mit Haarer Unternehmern, wie Rolando Nardi vom Eiscafe Firenze, einem Friseur, dem Inhaber einer Änderungsschneiderei und nicht zuletzt auch mit privaten Bürgern.
Außerdem durfte in „Blickwechsel" auch die Haarer Politik nicht fehlen, die die Theaterschüler mal so richtig aufs Korn nehmen.
Das Stück „Blickwechsel" sorgt für humorvolle Stunden und einen Blick in eine Gemeinderatssitzung. Außerdem rührt das neue Theaterstück zu Tränen und Gänsehautmomenten.
Durch die vielen Umfragen und Recherchen erfuhren die Schülerinnen und Schüler, dass die Haarer gerne in Haar leben. Sie stellten sich auch der Frage was denn besser sei: „Edeka" oder „Tengelmann" und stellten fest, dass es schwer sei, in Haar Kontakte zu knüpfen.
In Haar leben aber auch hektische Menschen, die immer im Stress sind. Für andere wiederum scheint die Zeit keine Rolle zu spielen.
Die Schülerinnen und Schüler konzentrierten sich bei dem neuen Theaterstück auch auch auf Themen wie die Pubertät und den ersten bzw. zweiten Sinn des Lebens: Kinder haben! Glücklich sein!
„Blickwechsel" bietet aber auch eine Botschaft an die Eltern. Die Jugendlichen rufen ihre Eltern dazu auf, das Handy doch mal wegzulegen und ihnen zuzuhören. Den Jugendlichen geht es nicht darum wie viel ihre Eltern verdienen, sondern einfach nur ums Glücklich sein, denn Geld allein macht nicht glücklich.

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„Blickwechsel" ist ein originelles Theater, dass dort endet, wo es am schönsten ist: Zuhause in Haar und so luden die Schülerinnen und Schüler das Publikum auf einen Spaziergang durch Haar ein, der mit einem „Tanz im Jagdfeldsee" begann, an Sträuchern vorbei, über Brücken, Zebrastreifen und immer mit der Frage „Was wäre wenn..." begleitet wird. Die einen wünschen sich Pferdekutschen statt Autos, die anderen ein großes Picknick vor dem Poststadl...

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Zuhause ist einfach dort, wo man geliebt wird und „wo es Schokolade gibt!

Sehr ergreifend waren die Szenen hinter dem Vorhang, die Pubertätsprobleme und die Szenen am See bzw. beim „Posen" vor dem Lidl im Jagdfeldzentrum wo die Jugendlichen täglich ihre Mittagspause verbringen und „abhängen".

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„Blickwechsel" endete mitten drin in Haar, genau genommen beim „Hexenstadl", einer urigen kleinen Gaststätte mit Haarer Tradition. Dort fand am Premierenabend auch die Aftershowparty mit Sekt und Gulaschsuppe statt.

Die angehenden Schauspielerinnen und Schauspieler nahmen alles und jeden Bürger, Politiker, aber auch fast jede Institution aufs Korn und setzten daraus ihre eigenen unterhaltsamen und schauspielerisch perfekt gespielten Darbietungen in Szene.

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Musikalisch begrüßt wurden die Ehrengäste von zwei Schülerinnen aus der Orchester AG mit wunderschönen instrumentalen Klängen.

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Weitere Aufführungen von „Blickwechsel" finden am 30. Juni und 1. Juli jeweils um 18.30 Uhr im Ernst-Mach-Gymnasium Haar statt.

Geleitet wird das Projekt von Farina Simbeck und Thomas Ritter, die sich wieder einmal mit der Gemeinde Haar befasst haben und Haar als Thema für eine Auseinandersetzung mit dem Begriff „Heimat" wählten. Heimat ist ein Begriff, der so gerne genannt wird und auf durchaus problematische Art verwendet wird.

Für Sie berichtete Petra Schönberger.

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