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Schnupperflugtag des MCM

Kategorie: Kinder / Jugend Veröffentlicht: 02. Juli 2017

Kinder und Jugendliche erleben das Fliegen selbst

Der Modellbau Club München (MCM) lud Familien, Jugendliche und Kinder am Sonntag, 25. Juni 2017, zum Schnupperfliegen ein. Doch leider war das Wetter so schlecht wie nie! Trotzdem erfreuten sich diejenigen, die gekommen waren, an dem außerordentlichen Angebot.

Das Fliegen hautnah zu spüren ist ein Erlebnis. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt, denn schon die kleinste Bewegung an der Fernsteuerung überträgt sich auf die Flugbahn des Modells aus Styropor. "Es ist ganz einfach, wie Spielekonsole spielen", so Johannes Krischke, Juniorenweltmeister der Klasse F3B des MCM, der an diesem Tag als Lehrer auf dem Flugplatz steht. Er bringt die Maschine erst einmal auf Höhe. Dann Kurven fliegen, nach rechts und nach links. Ein Touch zu viel nach links und ... – aber der Fluglehrer steht an der Seite und fängt das Modellflugzeug wieder auf. Ganz so einfach ist es doch nicht!

Schnupperflugtag bild 1

Juniorenweltmeister Johannes Krischke lehrt am Schnupperflugtag für Kinder und Jugendlichen den Interessierten das Fliegen und zeigt am Modellflugzeug die Rudersteuerung, die ein Fliegen nach rechts oder links regelt.

Jeder Interessent bekommt am Schnuppertag die Möglichkeit, mit einem Lehrer real am Flugplatz des MCM mit einem Modell Bahnen zu ziehen, nicht nur in der Theorie. Zuvor werden die Kinder im Zelt mit einem "theoretischen" Teil darauf vorbereitet. Angefangen von den Bastelarbeiten, die die Kinder mit der Gestalt eines Modellflugzeugs vertraut macht. Denn im Verein erarbeiten, basteln und werkeln die Erwachsenen selbst an ihren Modellen. Vor Abstürzen und Unfällen sind auch die Erfahrensten unter ihnen nicht gefeit. Und dann wird in liebevoller Handarbeit möglichst alles selbst repariert. So gesehen ist das Modellfliegen ein Hobby, für das man seine Zeit nicht nur im Freien auf dem Flugplatz verbringt, sondern genauso viele Stunden beim Basteln. Das verlangt Geschicklichkeit und Fingerfertigkeit.

Schnupperflugtag bild 2

Das Fliegen am Simulator steht noch vor dem praktischen Teil auf dem Flugplatz, erfordert aber ebenfalls sehr viel Geschick (v.l.n.r.): Dietmar Hirsch vom MCM, leitet die Zwillinge Sandra und Sonja an, dahinter Vater Claus Schopf.

Das haben die beiden Mädchen, die Zwillinge Sonja und Sandra, bereits im Zelt unter Beweis gestellt. Die Modelle aus Holz liegen auf dem Tisch. Nun dürfen sie an den Simulator. Dietmar Hirsch vom MCM weist die beiden Zehnjährigen ein. Hochkonzentriert verfolgen sie auf dem Monitor des Laptops das Flugzeug. Vater Claus Schopf steht hinter ihnen und schaut gebannt zu, wie seine Mädels das beherrschen. Ein Arbeitskollege hat ihn auf diese Idee gebracht, seinen beiden Töchtern das einmal zu zeigen. "Wenn es etwas zu probieren gibt, dann machen sie das gern.", sagt er und freut sich darüber, dass es Sonja und Sandra sichtlich Spaß macht. Es erinnert an Spiele mit der Playstation.

Wer gerne Computerspiele oder an der Playstation spielt, tut sich leichter. Sie bringen damit ein bisschen Vorkenntnisse in der Handhabung der Sticks mit sich, die das Flugzeug steuern. In ihrem Verhältnis zur Technik oder zu Computerspielen ist kein Unterschied mehr zwischen Mädchen und Jungen festzustellen. Dietmar Hirsch hebt etwas anderes hervor: Während sich Jungs für die verschiedenen Modelle interessieren, wie alt diese sind und sie die Geschwindigkeit fasziniert, fliegen die Mädchen ruhiger und länger. "Ich bin schon Ewigkeiten in der Luft", ruft da Sonja bestätigend und erfreut sich an einem Looping nach dem anderen.

An diesem Vormittag regnet es ununterbrochen, was das Fliegen etwas beeinträchtigt. Denn die Elektronik muss vor der Nässe geschützt werden. Trotzdem drängen sich die Kinder und Jugendlichen unter dem kleinen Zelt auf dem Flugplatz. Jedem einzelnen ist ein Lehrer zu Seite gestellt, der das Kommando übernimmt, sobald Gefahr in Verzug ist. Der Begeisterung der Kinder, Jugendlichen und der Erwachsenen, das Fliegen einmal selbst auszuprobieren, kann der Regen jedoch nichts anhaben.

Schnupperflugtag bild 3

Unter dem Zeltdach versammeln sich paarweise die Probeflieger und ihrer Lehrer mit den Zuschauern; auch die Elektronik muss bei Regen vor Nässe geschützt werden. Spaß, selbst zu fliegen, haben die Interessenten trotzdem. 

"Wir wollen die Jugend für den Sport begeistern", erzählt Reinhold Krischke, Jugendreferent vom MCM, der den Schnupperflugtag für Kinder und Jugendliche im Alter von 9 und 14 Jahren initiierte. Inzwischen findet er dieses Jahr schon zum sechsten Mal statt. Nach so einem Schnuppertag können die Interessierten sich auch erst einmal noch weiter testen, weiter auf dem Flugplatz üben. Es besteht die Möglichkeit, Termine zum Probefliegen unter der Woche abends zu vereinbaren oder an einem anderen Wochenende. Kinder und Jugendliche erlernen das Fliegen spielerisch, Mädchen wie Jungen. Der Verein bietet zudem eine herstellerunabhängige Beratung an, sollte sich jemand für das Modellfliegen interessieren und ein Flugzeug kaufen wollen.

Schnupperflugtag bild 4

Drei Generationen auf dem Flugplatz (v.l.n.r.): Wolfgang Berner hält das Modellflugzeug, während Enkel Felix wie ein Profi seinem Vater Christof die Steuerung mit den Rudern an der Fernbedienung erklärt.

Wie die Leidenschaft sich innerhalb von Generation entwickelt, zeigt das Beispiel der Familie Berner. Wolfgang Berner, PR-Referent des MCM, hat seinem Enkel das Hobby näher- und das Fliegen beigebracht. Heute steht Felix wie ein Erwachsener auf dem Flugplatz und erläutert seinem Vater Christof das Fliegen. Modellfliegen – ein Hobby, das Jung und Alt fasziniert und verbindet.

Für Sie berichtete Reinhild Karasek.

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