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Schüler verkaufen den Honig beim Hoffest des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums

Kategorie: Kinder / Jugend Veröffentlicht: 30. Mai 2014

Honigschleudern am EMG

Schüler verkaufen den Honig beim Hoffest des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums

(Text/Fotos: ps) Durch den milden Winter und frühen Frühling konnten die Schülerinnen und Schüler vom Ernst-Mach-Gymnasium, die das Wahlfach Imkerei/Umweltbiologie gewählt hatten, in diesem Jahr schon einen Monat eher als im letzten Jahr ihren eigenen Honig schleudern. Am 22. Mai wurden die Jugendlichen dazu einen halben Vormittag lang vom Unterricht befreit.

Das Erste, was getan werden musste, war das Entnehmen der Honigwaben, wobei darauf geachtet wurde, dass der Honig auch reif war bevor er geerntet werden konnte. Wenn der Honig reif ist, liegt der Wassergehalt bei etwa 16 bis 20% und wird von den Bienen verdeckelt, d. h. die Honigwaben werden mit einer dünnen Wachsschicht überzogen. Der Imker erkennt daran, dass in den Waben reifer Honig ist. Um ganz sicher zu gehen, machten die Jungimker noch die Schüttelprobe. Spritzt dabei der Honig aus den Waben, so ist er noch nicht reif, der Wassergehalt ist zu hoch. Vor dem Schleudern müssen die Zellen wieder geöffnet, in der Sprache des Imkers „entdeckelt" werden. Danach werden sie zusammen mit ihrem hölzernen Rähmchen in die Honigschleuder (Zentrifuge) gestellt, in der der Honig durch die entstehenden Fliehkräfte aus den Honigwaben gezogen wird. Er läuft an der Innenseite der Schleudertrommel nach unten und sammelt sich am Abflusshahn, aus dem er durch zwei Edelstahlsiebe in den Honigeimer fließt. Dadurch werden grobe und sehr feine Wachsteilchen entfernt.

Die erste Ernte in diesem Jahr fiel trotz des frühen Schleudertermins ganz ordentlich aus: etwa 30 kg feinsten Frühlingshonig wurden geerntet. Schon am Samstag, 24. Mai konnten ihn die Imkerschüler auf dem Hoffest des Bayerischen Landwirtschaftsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zum Verkauf anbieten. Staatsminister Helmut Brunner, der persönlich bei dem Stand vom Ernst-Mach-Gymnasium vorbeischaute und eine Kostprobe nahm, war begeistert von dem, was am EMG in Haar im Wahlfach „Imkerei und Umweltbiologie" geboten ist.

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Der Erlös des Honigverkaufs während des Hoffestes in Höhe von etwa 600 € kommt dem Wahlkurs zugute. Die Einladung zu dem Landwirtschaftsfest erfolgte durchs Ministerium, von dem die EMG-Imkerei, aber auch die Umweltschule, gefördert wird.

Von jedem verkauften Glas gehen 5 Cent an das Netzwerk Blühende Landschaften e. V., mit dem die Schule zusammenarbeitet.

In diesem Jahr hatten die Jung-Imker schon zwei Schwärme. Dazu kommt es, wenn im Stock eine neue Bienenkönigin heranwächst. Die alte Königin fliegt dann mit der Hälfte ihres Volkes aus. Die Teilung des Volkes ist die einzige Möglichkeit der Honigbienen, sich zu vermehren. Es ist aber auch ein gutes Zeichen, wenn im Frühsommer so viele Bienenvölker die kräftezehrende Flucht nach vorne auf sich nehmen. Daran erkennt man, dass die Bienen den Winter gut überstanden haben. Es ist sehr wichtig, dass die Völker, die von Jahr zu Jahr weniger werden, schwärmen.

Die zweite Ernte der Schulimkerei wird sicher wieder auf dem Sommerfest und anderen schulinternen Veranstaltungen verkauft. Aus dem Erlös wird das Winterfutter für die Bienenvölker, neue Ausrüstung für die Jung-Imker oder Bienenwachs gekauft, woraus im Herbst Kerzen gegossen werden, die u. a. auch auf dem Hoffest verkauft wurden.

Es gibt unter den Schülerinnen und Schülern des Wahlfaches „Imkerei" immer wieder Nachwuchs-Imker, die das Imkern so interessant finden, dass sie selbst Bienen halten wollen. Ein Schüler hat erst vor wenigen Wochen einen Schwarm mit nach Hause genommen. Er hat sich für den Weg der „wesensgemäßen" Bienenhaltung mit der Bienenkiste ( www.bienenkiste.de ) entschieden. Kurse dazu werden im nächsten Jahr von der VHS angeboten.

Am EMG hat die Imkerei schon eine lange Tradition. Erfahrene Jung-Imker zeigen Anfängern wie man imkert. Und immer wieder machen sich nach zwei bis drei Jahren „Lehrzeit" auch manche von ihnen selbständig, sie übernehmen die Verantwortung für ein eigenes Volk. Für weitere Ableger hat die Schulimkerei leider keinen Platz. Schon jetzt sind alle acht Standplätze mit Bienenvölkern besetzt. Schwärme werden deshalb gerne an andere Jungimker abgegeben!

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