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Pflege und Seniorenbetreuung in der Corona-Krise

Kategorie: Allgemeines Veröffentlicht: 09. April 2020

Wie die Nachbarschaftshilfe Haar unter Krisenbedingungen arbeitet


In diesen Tagen ist die Arbeit in der Nachbarschaftshilfe Haar in vielen Bereichen anders. Trotz Coronakrise sind die Mitarbeiter des Ambulanten Pflegedienstes, des Betreuungsdienstes und die hauswirtschaftlichen Mitarbeiterinnen jeden Tag draußen unterwegs. Auch Essen auf Rädern wird verstärkt bestellt.
Die Mitarbeiter sind diejenigen, die zuhören, versorgen und trösten, trotz Kontaktverbot und Ansteckungsgefahr.
Im Schnitt besuchen die Mitarbeiterinnen und Pflegekräfte 120 Kunden bzw. Patienten am Tag. Die meisten von ihnen gehören zur betagten Risikogruppe.
Um die Senioren nicht zu gefährden, wurden die bei der NBH ohnehin schon hohen Hygienestandards nochmals um eine Vielzahl an Maßnahmen erweitert. Eine Hygiene-Fachkraft kümmert sich um die kontinuierliche Schulung der Mitarbeiter und Arbeitsabläufe wurden an die neue Situation angepasst.

nbh

Die Mitarbeiter tragen ab jetzt Handschuhe und Mundschutz, vor und nach dem Betreten der Wohnung werden diese gewechselt und die Hände desinfiziert. Die Autos und Büros werden ebenfalls mit Desinfektionsmitteln gereinigt, und bei Dienstbesprechungen hält man Abstand.
Die Angst vor einer Ansteckung mit dem Virus hat vor allem die direkte Arbeit mit den Klienten verändert. „Pflegerische Arbeit findet nun mal nah am Menschen statt, deshalb können wir nicht immer den nötigen Abstand einhalten. Aber leider ist die gelegentliche tröstende Umarmung oder der teilnehmende Händedruck gerade nicht möglich", erklärt Hildegard Klein, die Fachbereichsleiterin der Seniorenressorts der NBH.
Deshalb wird versucht, auf den derzeit erhöhten Gesprächsbedarf bei den Senioren einzugehen. Klienten, die noch mobil sind, werden von den NBH-Mitarbeitern dazu angehalten, so wenig wie möglich rauszugehen „Die Menschen sind verunsichert und sorgen sich", sagt sie. Wer aufgrund der angeratenen Kontaktsperre weniger oder gar keinen Besuch bekommt, ist noch mehr allein als sonst. „Dann sitzen die Senioren manchmal den ganzen Tag vor dem Fernseher und hören nichts anderes als Corona", erzählt Klein. Menschen beruhigen, das ist jetzt etwas, das die Mitarbeiter der NBH oft tun müssen.
Immer noch gibt es nicht genügend Schutzausrüstung für die Pflegefachkräfte. An Atemschutzmasken mit Filtern sowie Schutzkleidung zu kommen ist gerade eine der größten Herausforderungen für die Nachbarschaftshilfe. „Wir behelfen uns mit selbstgenähten Masken, die wir aufgrund eines Facebook-Aufrufs als Spende bekommen haben. Das ist besser als nichts, aber mit diesen Masken können wir keine Corona-Patienten versorgen und sind selbst auch nicht vor Ansteckung geschützt", legt Fachbereichsleiterin Hildegard Klein dar. „Natürlich lassen wir unsere Patienten trotzdem nicht alleine. Wir versuchen das Beste aus der Situation zu machen. Trotzdem schwingt auch immer die Angst vor Ansteckung bei unseren Mitarbeiter oder Patienten mit."

Artikel und Foto: HE / NBH Haar

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