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Oktoberfestpokal

Kategorie: Veranstaltungen Veröffentlicht: 11. Oktober 2015

Zum 40. Mal jährt sich der internationale Flugwettbewerb

Es pfeift ein kalter Wind über den Flugplatz am Sonntag, 27. September, zum Abschluss des Oktoberfestpokals des MCM Modellbau Club München e.V. Die Akteure sind in dicken Jacken warm eingepackt und viele von ihnen tragen Wollmützen auf den Kopf. Der weißblaue bayerische Himmel ist tückisch. Und er ist voll an diesem Sonntag, da ist richtig was los.

Hinter dem Flugplatz sind bunte Drachen aus dem BUGA-Park aufgestiegen und hier in Salmdorf werden Modellflugzeuge mittels elektrisch betriebener Seilwinde in die Lüfte gezogen. In einer Reihe aufgestellt ergeben sie ein buntes Bild von Winden und Seilen auf dem Grün des Flugplatzes. Die Modellsegelflieger mit einer Spannweite zwischen zwei und drei Metern der Klasse F3B absolvieren mit dem Oktoberfestpokal gleichzeitig ein World-Cup-Finale zum Saisonabschluss.

Oktoberfestpokal masterfoto 1

International besetzt ist der Oktoberfestpokal, der am Wochenende 25. bis 27. September 2015 auf dem Flugplatz des MCM Modellbau Club München e.V. in Salmdorf stattfindet

Seit Freitag, 25. September 2015, werden so viele Durchgänge wie möglich absolviert mit jeweils drei Disziplinen: Zeit-, Strecken- und Geschwindigkeitsflug. Beim Speedflug wird beispielsweise eine festgelegte Strecke vier Mal durchflogen. Am Streckenende, zur Wende ertönt ein Hupsignal. Dann wird die Zeit gemessen und daraus die Geschwindigkeit errechnet. Es können Spitzengeschwindigkeiten von 180 km/h erreichen.

Je mehr Runden geflogen werden, desto objektiver ist das Ergebnis. Denn, so sagt Sportreferent Helmut Edenhofer vom MCM Modellbau Club München e.V.: »Über drei Runden muss einer beständig gut sein, um zu gewinnen.« Das Ziel ist also, so oft wie möglich zu fliegen. Deshalb dauert der World Cup auch drei Tage. Den Teilnehmern soll die Chance gegebene werden, möglichst viele Durchgänge zu absolvieren. Am Wochenende in Salmdorf sind es fünf Runden, auch dank des Wetters.

Am Start sind mehrere Nationen. Modellsegelflieger aus Deutschland, Österreich, Italien, Schweden, Frankreich, aus der Tschechei, Schweiz und den Niederlanden. Auch aus Russland und den Vereinigten Arabischen Emiraten sind sie gekommen. Über das Jahr verteilt werden 14 Wettbewerbe geflogen. Es müssen mindestens drei Nationen mitfliegen, damit der Wettbewerb in die Wertung aufgenommen wird. Der Erste fand im März in den USA statt und an diesem Wochenende in Salmdorf wird mit dem Oktoberfestpokal auch der Word Cup in dieser Saison abgeschlossen. Knapp 90 Teilnehmer sind dieses Jahr in Salmdorf am Start.

Eine große Familie hat sich hier zusammengefunden. Die Modellsegelflieger verbringen die Wartezeit bis zu ihrem Start teilweise unter freiem Himmel oder im Schutz der Zelte und pflegen dort ihre Schmuckstücke. Die Modelle werden liebevoll mit Autopolitur eingerieben, jedoch nicht nur der Optik wegen. »Geschwindigkeit, Geschwindigkeit, Geschwindigkeit – darum geht es«, lacht Helmut Edenhofer. Und Wolfgang Berner, PR-Referent vom MCM Modellbau Club München e.V., ergänzt: »Das ist die Formel 1 des Modellsegelflugs.« Wobei sich dies auch auf die Preisklasse bezieht. Denn so ein Modellflugzeug der Klasse F3B kostet leicht 2.000 Euro.

Während es am Freitag bei den Streckenflügen noch viele Zusammenstöße gab, ließen sich am Samstag bereits die ersten Trends erkennen. Leider läuft es im Moment für den 16-jährigen Johannes Krischke, Junior-Weltmeister, nicht optimal. Er hat die Sicherheitslinie bei einem Flugmanöver berührt, womit er sich Strafpunkte eingehandelt hat, und liegt nur im Mittelfeld. Er glaubt selbst, die dafür erhaltenen Minuspunkte im Vergleich zu den Wettbewerbern nicht mehr einholen zu können. »Ich habe beim ersten Flug einen Fehler gemacht, deshalb liege ich so weit hinten. Die Maximalpunktzahl sind 1.000, und wenn dann 300 fehlen, dann ist das schon eine ganze Menge«, sagt er dennoch ganz ruhig.

Am Ende wendet sich das Blatt für Jugendweltmeister Johannes Krischke vom MCM doch noch. Er belegt hinter dem Österreicher Bernhard Flixeder den zweiten Platz! Der MCM freut sich ebenso über den Sieg des Oktoberfestpokals aus den eigenen Reihen von Andreas Herrig vor dem Club-Kollegen Jens Burchert. Dieser gewinnt allerdings den Gesamt-World-Cup 2015 wiederum vor Andreas Herrig. Für den gelungenen Saisonabschluss sorgen auch die vielen, rund sechzig ehrenamtlichen Helfer, die unermüdlich im Einsatz für die Flugkollegen sind und selbst auf einen Start verzichten.

Für Sie berichtete Reinhild Karasek.